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22.02.2022 | 05:10

Nel Asa, Saturn Oil + Gas, BP - Unsicherheit treibt die Kurse

  • Öl
  • Märkte
Bildquelle: pixabay.com

Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland mit einem möglichen Krieg in Europa verunsichert die Börsen. Der DAX kam nach freundlichem Wochenstart und einem Kursplus von rund 100 Punkten unter die Räder und notiert nun deutlich unter der Marke von 15.000 Punkten. Dagegen wird Rohöl angesichts eines drohenden Konflikts mit Aufschlägen gehandelt. Auch von Seiten der Ölproduzenten kommen positive Nachrichten, die weitere Kurssteigerungen erwarten lassen dürften.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832

Inhaltsverzeichnis:


    BP – Zahlen überzeugen

    Äußerst angetan waren Anleger und Analystenhäuser nach dem veröffentlichten Zahlenwerk von BP. Höhere Ölpreise und Fördermengen führten zu einem Gewinnsprung im Schlussquartal des Jahres 2021. Um Sondereffekte bereinigt lag der Q4-Gewinn bei 3,6 Mio. EUR, was sogar über dem Analystenkonsens lag. Im Gesamtjahr 2021 lag der Gewinn somit bei 11,29 Mrd. EUR. An dem erfolgreichen Geschäftsjahr will der britische Energieriese seine Anleger mit einer Dividende in Höhe von 4,3 Mrd. USD teilhaben lassen.

    Dies würde einer Dividendenrendite in Höhe von rund 4% gleichkommen. Weitere 6,6 Mrd. USD sollen über Aktienrückkäufe den Aktionären zufließen. Im Anschluss an die Jahreszahlen hagelte es eine Reihe von Kaufempfehlungen von verschiedenen Analystenhäusern. Deutsche Bank, Berenberg und Goldman Sachs vergaben ein klares „buy“-rating. JP Morgan hat das Kursziel für BP nach der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen des Ölkonzerns von 590 auf 600 Pence angehoben. Die Einstufung wurde auf "overweight" belassen.

    Mit der Einführung von Kerosin, das zu 5% aus Fetten und Ölen besteht, setzt BP zudem auf nachhaltige Geschäftsmodelle. So produziert der Energiekonzern im Emsland jetzt Flugzeugsprit mit geringen Anteilen aus Speisefett-Resten. Die Bio-Rohstoffe stammen aus Kantinen oder Gastronomiebetrieben. Es geht um gebrauchte und übrig gebliebene Fette und Öle, zum Beispiel aus Fritteusen, Kochrückständen sowie Biomasse-Abfällen, wie ein Sprecher erklärte. Nun gibt BP den Produktionsbeginn in der Raffinerie in Lingen bekannt. Die Fette werden in einem geschlossenen Verfahren bis zum zulässigen Anteil von 5% mit den Rohöl-Kohlenwasserstoffen für das normale Kerosin kombiniert. Bei der späteren Verbrennung ist der CO2-Ausstoß des Biokerosins zwar ähnlich wie im Fall rein fossilen Flugbenzins, weil die Fettkomponenten schon zuvor im Stoffkreislauf waren, soll die Gesamt-Klimabilanz aber besser sein.

    Saturn Oil & Gas – Strategische Akquisition

    Noch am Donnerstag berichtete der CEO von Saturn Oil & Gas John Jeffrey anlässlich des 2. International Investment Forum (IIF) von der transformativen Übernahme des vergangenen Jahres. Zum Wochenende wurden dann in einer separaten Pressemeldung drei weitere Erfolgsmeldungen veröffentlicht.

    Zum einen gaben die Kanadier bekannt, dass eine Vereinbarung über den Erwerb bestimmter synergetischer Öl- und Gas-Assets im westlichen Zentrum von Saskatchewan für eine Summe von rund 8,3 Mio. CAD geschlossen werden konnte. Die synergetischen Aktiva befinden sich im Gebiet Plato im westlichen Zentrum von Saskatchewan und ergänzen die bestehenden Viking-Assets des Unternehmens. Die strategische Akquisition umfasst 240 bbl/d Leichtöl, zahlreiche Bohrstandorte für leichtes Öl mit reduziertem Risiko und Rechte an mehr als insgesamt 100 Kronland- und anderen Grundstücken. Zudem kommt Saturn Oil & Gas mit der Schuldenkonsolidierung gut voran. Etwa 45% der bereinigten Mittel aus dem operativen Geschäft sollen in naher Zukunft für die Rückzahlung der Schulden verwendet werden. Es wird erwartet, dass die Term Notes mit einer Höhe von etwa 32,1 Mio. CAD durch den Erlös aus dem erweiterten Senior Term Loan getilgt werden, das nach der Konsolidierung voraussichtlich einen ausstehenden Gesamtbetrag von etwa 103,2 Mio. CAD aufweisen wird. Der angegebene Fälligkeitstermin für die Rückzahlung des Senior Term Loans bleibt unverändert der 7. Juni 2024.

    Um die Investitionen zu erweitern, zur Finanzierung eines Teils der Gegenleistung für die strategische Akquisition, als Betriebskapital und für allgemeine Unternehmenszwecke wurde eine Vereinbarung mit Echelon Capital Markets Inc. geschlossen, der als Lead Underwriter im Namen eines Konsortiums fungiert, um 5.340.000 Einheiten von Saturn Oil & Gas zu einem Preis von 3,00 CAD pro Einheit zu erwerben. Jede Einheit wird aus einer Stammaktie und einem Stammaktienkaufwarrant des Unternehmens bestehen. Der Gesamterlös der Finanzierung ist knapp über 16 Mio. CAD. Im Zuge der Bekanntgabe fiel die Aktie von Saturn Oil & Gas um rund 15% auf 2,96 CAD. Somit wurde der Abschlag des Kapitalerhöhungspreises zum aktuellen Kurs ausgeglichen.

    Nel Asa – Schlechte Zeichen

    Noch vergangene Woche konnte der Wasserstoff-Spezialist von einer Kaufempfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs profitieren. Als Begründung führte die Analystin den wieder steigenden Auftragsbestand der Norweger und beträchtliche kurz- und langfristige Wachstumschancen auf. Der Grund dafür sei, dass das Unternehmen die nächste Phase seiner Expansionsstrategie ins Auge fasse und dabei auf technologische und geografische Diversifizierung setze. Die Kaufempfehlung wurde mit einem Kursziel von 17 norwegischen Kronen, umgerechnet 1,67 EUR begleitet.

    Kontrovers sieht dies wohl der scheidende CEO Jon André Løkke, der zum Ende des zweiten Quartals das Zepter an Håkon Volldal weiterreichen wird. Zu einem Durchschnittskurs von 12,86 norwegischen Kronen, umgerechnet 1,27 EUR, veräußerte der Firmenlenker eine Mio. Nel-Aktien, was die Hälfte seines Bestandes bedeutet.

    Im Zuge der Nachricht und auch getrieben vom negativen Gesamtmarkt folgten Anleger dem scheidenden CEO mit weiteren Verkäufen. Mit einem Minus von annähernd 7% und einem Kurs von 1,18 EUR machen die Norweger Jagd auf ein neues Jahrestief bei 1,05 EUR. Auch die Indikatoren-Lage zeigt weiterhin negative Divergenzen auf, so dass Nel Asa bald als Penny-Stock gehandelt werden könnte.


    Durch die Bedrohung seitens eines zunehmenden Ukraine-Konflikts verlor der Gesamtmarkt stark, während Ölwerte von der Unsicherheit profitieren konnten. BP wird langfristig von den Analysten als Kauf gesehen, Saturn weitet sein Geschäft weiter aus. Dagegen veräußern beim Wasserstoff-Spezialisten Nel Asa sogar die Firmenlenker auf niedrigem Niveau.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Nun ist es da, das Öl-Embargo gegen Russland. Schon vorher war der Ölpreis volatil und mit den neuen Sanktionen könnte es noch einmal chaotischer werden. Die Internationale Energieagentur befürchtet, dass Russland die Ölförderung deutlich reduzieren könnte. Das würde das Angebot auf dem Markt schlagartig und merklich sinken lassen und der Ölpreis würde anziehen. Kommt es weltweit zu einer Rezession, würde das die Nachfrage verringern, aber durch die stetig steigende Bevölkerung wächst der Bedarf an Öl trotzdem weiter. Immerhin leben seit November 8 Mrd. Menschen auf unserem Planeten. Die Lieferung von Öl wird auch in den kommenden Jahren wichtig bleiben. Wir sehen uns daher drei Unternehmen aus der Branche an.

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