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30.12.2020 | 04:50

NEL ASA, Nikola, Nevada Copper, BHP Group: Beim nächsten Trend von Anfang an dabei

  • Kupfer
Bildquelle: Nevada Copper Corp.

Kupfer gilt als eher langweiliges Industriemetall. Doch Kupfer ist mehr, als viele Anleger denken: Analysten erwarten, dass in den nächsten dreißig Jahren mehr Kupfer zutage gefördert wird, als in der gesamten bisherigen Menschheitsgeschichte. Was sich gigantisch anhört, ist auch so. Weltweit produzieren Kupfer-Minen an der Belastungsgrenze. Neue Projekte stehen in den Startlöchern und werden dringend benötigt. Einer der Haupttreiber der Kupfer-Hausse ist die Elektromobilität. Ein Elektroauto enthält rund drei Mal so viel Kupfer, wie ein klassischer Verbrenner. Auch in Wasserstoff-Fahrzeugen ist Kupfer enthalten. Grund genug, sich einige interessante Titel rund um den Trend genauer anzusehen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA64128F1099 , NO0010081235 , US6541101050 , GB00BH0P3Z91


NEL ASA: Nikola als abschreckendes Beispiel?

WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Symbol: D7G
NEL ist ein Wasserstoff-Unternehmen aus Norwegen und fokussiert sich auf die Herstellung, die Lagerung und die Verteilung von Wasserstoff. Stellt man sich eine mobile Zukunft mit Wasserstoff-Fahrzeugen vor, kommt es entscheidend auf diese drei Faktoren an. Wasserstoff muss effizient und umweltschonend aus regenerativen Quellen hergestellt werden und sicher in den Tank kommen.

Während Unternehmen wie Nikola daran feilen, die Technologie auf die Straße zu bekommen, geht NEL das Problem grundlegend an. An der Börse kommt diese Strategie besonders gut an. Während der letzten zwölf Monate legte der Wert um rund 200% zu – das weckt Begehrlichkeiten und hat dafür gesorgt, dass die Aktie selbst nach ihrem deutlichen Anstieg noch immer auf der Kaufliste vieler Anleger steht.

Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie ihren Widerstand knapp über 2,00 EUR überwunden und sogar die Marke von 2,50 EUR erreicht. Die Aktie zeigt damit, wie stark ein Trend sein kann, wenn er Momentum aufgebaut hat. Unterstützt wird die Wasserstoff-Rally von zahlreichen Konjunkturmaßnahmen, die im Zeichen der Zeit „grün“ daher kommen sollen.

Daher profitieren Unternehmen wie NEL besonders. Doch wachsen Bäume nicht in den Himmel. Zwar ist nicht absehbar, wann der Hype um Wasserstoff endet oder es an der Börse zu einer längeren Konsolidierung kommt, doch sollten bestehende Aktionäre eine kritische Distanz zu Aktien wie NEL wahren und nicht davor zurückschrecken, bei Schwäche auch einmal Gewinne mitzunehmen.

Das Beispiel von Nikola zeigt, dass neue Technologie an der Börse keine Einbahnstraße ist – die Aktie des Wasserstoff-Pioniers, der im Sommer Manipulationsvorwürfen ausgesetzt war, verlor in den letzten drei Monaten rund ein Drittel an Wert.

Nevada Copper: Junior-Produzent als spekulative Chance

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Während klassische Wasserstoff-Aktien entweder sehr ambitioniert bewertet sind oder aber bereits kritisch beäugt werden, gelten Kupfer-Produzenten als langweilig und alles andere als „heiß“. Doch Kupfer ist ein wichtiger Rohstoff der Elektromobilität. Das kanadische Unternehmen Nevada Copper ist der erste neue US-Kupferproduzent seit zehn Jahren. Unweit von Produktionsstätten von Tesla oder Switch baut das Unternehmen im US-Bundesstaat Nevada eine Kupfer-Untergrundmine aus, deren Produktion in 2021 ihre volle Kapazität soll. In direkter Nachbarschaft befindet sich zudem eine bereits genehmigte Tagebaumine des Unternehmens, deren Produktionsstart jedoch noch nicht terminiert ist. Einige Kilometer östlich exploriert Nevada Copper eine weitere Fläche.

Der Produzent hat mit der KfW IPEX-Bank einen potenten Finanzierungspartner gefunden und mit Unternehmen wie Blackrock, Rothchild, Pala Investments oder Capital Group einige illustre Aktionäre. An der Börse ist das Unternehmen aktuell mit rund 150 Mio. USD bewertet. Angesichts des bevorstehenden umfassenden Produktionsbeginns und der robusten finanziellen Eckdaten der Projekte erscheint diese Bewertung sehr gering. Hemmschuh für einen steigenden Kurs dürfte die hohe Schuldenquote sein: Der Fremdkapitalanteil lag im November bei knapp 130 Mio. USD, zugleich hatte das Unternehmen weniger als eine Mio. USD in der Kasse.

Zuletzt schnürte der Finanzierungspartner KfW IPEX allerdings ein Finanzierungspaket im zweistelligen Millionen-Bereich, welches Nevada Copper bis zur vollständigen Inbetriebnahme der Untergrundmine tragen soll. Angesichts der hohen Fremdkapitalquote erscheint die Aktie als spekulativ. Allerdings ist sie aktuell auch weniger als ein Drittel wert als vor einem Jahr. Geht Nevada Copper planmäßig in die volle Produktion, sollte sich das positiv im Kurs niederschlagen. Die angespannte Finanzierungssituation kann in Zeiten der Niedrigzinsen sogar eine Chance sein.

BHP Group: Langweilig, aber auch solide

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Dass sich unter anderem mit Kupfer gutes Geld verdienen lässt, zeigt die Aktie von BHP Group. Die Briten fördern in erster Linie Eisenerz-Produkte, Kupfer und Kohle mit Petroleum. Zuletzt schwächelten Umsatz und Gewinn, was aber in erster Linie dem darbenden Kohle-Geschäft geschuldet ist. Auch sorgte die Corona-Pandemie 2020 für einige Verwerfungen. Als robust zeigte sich allerdings das Geschäft mit Eisenerz in China. Die Aktie ist zwar keine Kursrakete – 2020 waren rund 10% drin, doch bietet sie eine solide Beteiligung an der Entwicklung von Industriemetallen sowie eine satte Dividende.

Obwohl das Unternehmen die Ausschüttung 2020 zusammengestrichen hat, winkt beim aktuellen Kurs noch immer eine Dividendenrendite von rund 5%. Damit eignet sich der Wert in erster Linie für konservative Anleger. Wer es spekulativ mag, ist bei kleineren Unternehmen im Frühstadium besser aufgehoben.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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