Menü

08.11.2021 | 06:42

Milliardenmarkt Sicherheit: secunet, Ceotronics und sdm profitieren

  • Sicherheit
  • Technologie
  • Dienstleistung
Bildquelle: pixabay.com

Das Sicherheitsgefühl der Menschen nimmt in Deutschland seit Jahren ab. Dies gilt zum einen für das öffentliche und private Leben. Aber auch die drohenden Gefahren aus dem Internet sind bekannt. Seit Jahren steigt die Zahl der Cyber-Angriffe. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Schutz und Überwachung. Dies gilt für Behörden, Unternehmen und Privatpersonen. Mit Sicherheitsdienstleistungen und Software werden allein in Deutschland Milliarden umgesetzt. Davon profitieren Unternehmen wir secunet, sdm und CeoTronics. Alle haben positive Zahlen veröffentlicht und auch die Zukunft sieht rosig aus.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Mario Hose
ISIN: CEOTRONICS AG O.N. | DE0005407407 , SECUNET SECURITY AG O.N. | DE0007276503 , SDM SE | DE000A3CM708


sdm: Günstig bewerteter Börsenneuling

Die sdm SE notiert erst seit wenigen Tagen an der Börse. „Das Sicherheitsgefühl in Deutschland nimmt seit Jahren ab. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Sicherheitsleistungen durch Behörden, Unternehmen und Privatpersonen. Dieser Trend sollte sich fortsetzen“, sagt Oliver Reisinger, Vorstand der sdm SE. „Wir sind in der Metropolregion München hervorragend positioniert und wollen auch in den kommenden Jahren stärker wachsen als der Markt. Mit dem Börsengang können wir die Potenziale noch konsequenter nutzen.“ Im Rahmen des IPOs hat der Sicherheitsdienstleister aus München rund 1,2 Mio. EUR eingesammelt. Aufgrund der im vergangenen Jahr gestarteten Marketingoffensive wächst sdm bereits deutlich organisch. In 2020 hat die Gruppe den Umsatz um 16,8% auf 10,4 Mio. EUR gesteigert. Der Jahresüberschuss legte von 0,30 Mio. EUR auf 0,69 Mio. EUR zu. Im ersten Halbjahr 2021 stieg der Umsatz um 21% auf 6,12 Mio. EUR.

Analysten von GBC erwarten, dass sdm den Umsatz im laufenden Jahr auf 12,44 Mio. EUR steigern und ihn bis 2023 auf 23,33 Mio. EUR fast verdoppeln wird. Das operative Ergebnis EBIT soll von 0,98 Mio. EUR bis 2023 auf 1,43 Mio. EUR klettern. Gerade beim Gewinn könnte sdm die Analystenschätzungen sogar übertreffen. Wie aus „Kreisen“ zu hören ist, lag das EBIT bereits im ersten Halbjahr bei rund 900.000 EUR. Dies würde annährend der GBC-Schätzung für das Gesamtjahr entsprechen. Auch wenn im Jahresabschluss höhere Kosten oder Abschreibungen verbucht werden, sollten die Analystenschätzungen dennoch deutlich übertroffen werden. Damit erscheint sdm sehr attraktiv bewertet zu sein: das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) würde bei 1 liegen und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei rund 11.

secunet: Das Geschäft brummt

Im Bereich der Cyber-Sicherheit ist die secunet Security Networks aktiv. Und wie die jüngsten Quartalszahlen zeigen, brummt das Geschäft. Das Unternehmen aus Essen hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres den Umsatz von 189 Mio. EUR auf über 249 Mio. EUR gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte überproportional von 32,1 Mio. EUR auf 48,7 Mio. EUR. Vor allem Kunden aus dem behördlichen Umfeld treiben das Wachstum bei secunet an. secunet-Vorstand Axel Deininger: „Unsere hervorragende Marktposition ist die Basis für unseren langfristigen Erfolg. Mit einem Mix aus wachstumsstarken und stabilen Produkten sind wir mit einem attraktiven Portfolio am Markt präsent. Dies lässt uns optimistisch auf das laufende vierte Quartal blicken.“

Die Prognose für 2021 hat secunet bestätigt, wobei die Ziele konservativ erscheinen: Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von 330 Mio. EUR und ein EBIT von 59 Mio. EUR. Warburg Research hat das Kursziel für secunet nach den Quartalszahlen von 522 auf 560 EUR angehoben und rät zum Kauf. Der IT-Sicherheitsdienstleister habe stark abgeschnitten, so die Analysten.

CeoTronics mit solider Entwicklung

CeoTronics bietet spezielle Kommunikationssysteme an. Kerngeschäft sind Lösungen, die unter widrigsten Umgebungsbedingungen zuverlässig funktionieren. Dazu zählen Headsets und Funkgeräte. Sie werden unter anderem bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten sowie im militärischen Bereich eingesetzt. Wegen der hohen Spezialisierung ist der Markteintritt in dieses Segment für andere Unternehmen schwierig. Allerdings ist Ceotronics auf Großaufträge angewiesen. Und das Wachstum war zuletzt deutlich niedriger als bei sdm und secunet.

Im Geschäftsjahr 2020/21 (endete am 31. Mai) hat CeoTronics den Konzernumsatz von 24,5 Mio. EUR auf 26,6 Mio. EUR gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde um 29,5% auf 3,2 Mio. EUR erhöht. Der Jahresüberschuss im Konzern erhöhte sich deutlich von 1,6 Mio. EUR auf 2,1 Mio. EUR. Der konsolidierte Auftragsbestand zum 31. Mai 2021 reduzierte sich erwartungsgemäß auf immernoch solide 17,1 Mio. EUR. Der Auftragseingang konnte im Geschäftsjahr 2020/2021 dank vieler größerer langfristig vorbereiteter Projekte leicht um 2,3% gesteigert werden. Im Q4-Vergleich stieg der Auftragseingang um 30,9%. "Gerade angesichts der über 1,5 Jahre andauernden negativen Auswirkungen der COVID-Pandemie sind wir über die durchweg positiven Entwicklungen aller Umsatz- und Ergebniskennzahlen des Geschäftsjahres 2020/2021 hoch erfreut. Die Verwerfungen am Bauteilebeschaffungsmarkt beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf elektronische Komponenten. Auch der Bezug von Kunststoffgranulaten und mechanischen Bauteilen wird immer schwieriger, teurer und unzuverlässiger. Bisher haben wir diese Herausforderungen dank hohem Engagement, vorausschauender Beschaffung und mit höherer Kapitalbindung gut bewältigen können. Auch die Folgen der pandemiebedingten Reise- und Besuchsbeschränkungen können sich auf den zukünftigen Auftragseingang auswirken. Wir sind dennoch optimistisch, das laufende Geschäftsjahr 2021/2022 mit leicht steigenden Umsatzerlösen und Ergebnissen abschließen zu können. Unser positiver Ausblick stützt sich auf den immer noch hohen Auftragsbestand und auf die vielen Projekte, u. a. aus den OrderForecasts.", teilte der Vorstand Thomas H. Günther mit.


Die Sicherheitsbranche boomt. Alle drei Aktien verfügen über Potenzial. secunet ist der Highlfyer der vergangenen Jahre und hat insbesondere im Behördengeschäft eine herausragende Stellung. sdm ist der Börsenneuling, günstig bewertet und mit großem Wachstumspotenzial in seinem fragmentierten Segment. CeoTronics wächst am langsamsten und ist von Großaufträgen abhängig.


Der Autor

Mario Hose

In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

Mehr zum Autor



Interessenskonflikt & Risikohinweis

Gemäß §34b WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH ggf. Aktien der genannten Unternehmen halten oder auf fallende Kurse setzen und somit ggf. ein Interessenskonflikt besteht. Die Apaton Finance GmbH hat ggf. eine entgeltliche Auftragsbeziehung mit dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird. Näheres regelt unser Interessenskonflikt & Risikohinweis.


Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von André Will-Laudien vom 25.11.2021 | 04:44

Varta, Graphano Energy, BYD, Nio: Wer liefert die Blockbuster-Batterie?

  • E-Mobilität
  • Technologie
  • Rohstoffe

Wer die Elektromobilität ganz vorne sieht, kommt im Benchmarking an einer leistungsfähigen Batterie nicht vorbei. In den letzten drei Jahren gab es keine wirklichen Entwicklungssprünge, aber immerhin erreichte man durch Leistungsverdichtung in der Lithium-Ionen-Technologie eine Verdoppelung der Reichweite und senkte parallel auch die zuvor langen Ladezeiten. Damit wurde ein Elektrofahrzeug zum ersten Mal langstreckentauglich, wenngleich im Winter durch motorfremde Leistungen, etwa der Heizung, mit einer Nachladung gerechnet werden muss. Doch die technologische Entwicklung geht weiter, neue Stoffe werden getestet und eines Tages wird sie verfügbar sein – die Super-Batterie. Wir schauen auf einige Branchenvertreter.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 24.11.2021 | 04:44

Bitcoin Group, CoinAnalyst, SAP, TeamViewer – Die nächsten Raketen starten jetzt!

  • Kryptowährungen
  • Technologie
  • Big Data

Derzeit ist die Volatilität in gewissen Marktsegmenten kaum zu überbieten. So erreichte der DAX mit über 16.300 Punkten sein vorläufiges Hoch, gestern ging es innerhalb eines Handelstages wieder unter die 16.000. Auch der Bitcoin vollzieht wahre Bocksprünge rauf auf 67.000 USD und später wieder runter auf 56.000 USD. Seit die Notenbanken ein gewisses Inflationspotential eingestehen mussten, überlegen die Marktteilnehmer, was das richtige Anlagevehikel für eine permanente Verteuerung sein könnte. Sind es weiterhin die Aktienmärkte oder sollten nicht auch die langfristigen Zinsen langsam in Schwung kommen? Hier gibt es seit gut fünf Jahren eine Nullrendite, real betrachtet heute sogar eine satte Minusverzinsung von über 4%. Wer also Geld auf der hohen Kante hortet, verliert zwangsläufig. Wir blicken auf Werte mit Aufwertungspotenzial.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 23.11.2021 | 06:20

Rivian Automotive, BrainChip, Infineon, Nvidia – Das sind Sprünge à la Tesla!

  • Technologie
  • E-Mobilität
  • Künstliche Intelligenz

Es sieht so aus, als dass die Technologie-Anleger in die All-In-Phase übergehen. Bei gewissen Branchen wird wohl mit unendlichem Wachstum gerechnet, das betrifft insbesondere E-Mobilität, Lithium, Wasserstoff und zuletzt auch die Chip-Branche. Bei allem Verständnis für die verbesserten Aussichten aufgrund des allgegenwärtigen Mangels und dem politischen Schulterschluss zu Gunsten klimafreundlicher Technologien - muss man deswegen an der Börse Kurs-Umsatz-Verhältnisse von 100 oder gar 1.000 bezahlen? Der neue Automotive-Wert Rivian hatte gleich zu Börsenbeginn eine Bewertung von über 150 Mrd. US-Dollar und noch kein einziges Auto verkauft. Im Jahr 2000 hatte man auch schon mal gedacht, dass Umsatz und Gewinn kein Maßstab für die Kursentwicklung sein können.

Zum Kommentar