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06.04.2022 | 04:30

K+S, Barsele Minerals, Shell – Welche Rohstoff Aktien gehören ins Depot?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Rohstoffpreise steigen in nahezu allen Bereichen. Alles auf den Ukraine Konflikt zu schieben, das ist jedoch zu kurz gegriffen. Die Preise für Düngemittel haben aufgrund von Ernteausfällen durch Naturkatastrophen bereits im letzten Jahr deutlich angezogen. Auch beim Öl setzte der Anstieg schon im vergangenen Jahr ein. Durch die Sanktionen gegen Russland bekam der Ölpreis aber noch einmal deutlichen Rückenwind. Gold hat erst mit Ausbruch des Ukraine Kriegs zulegen können und notiert momentan zwischen 1.900 und 2.000 USD. Die hohe Inflation dürfte die Nachfrage nach Gold weiter steigern. Wir sehen uns heute drei Unternehmen aus den drei Bereichen an und analysieren ihr Potential.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , Shell PLC | GB00BP6MXD84

Inhaltsverzeichnis:


    K+S – Aktie ist überkauft

    Schon 2021 wurde beim Kalipreis ein neues 13 Jahreshoch erzielt. Einer der Gründe für diese hohen Preise sind die Sanktionen gegen Belarus, genauer gesagt Belaruskali, die vor den Sanktionen 20% des Weltmarktes abdeckten. Stark profitiert hat davon der Kasseler Düngemittelhersteller K+S. Drückten den Konzern Anfang 2021 noch hohe Schulden und niedrige Margen, so hat der stetig steigende Kalipreis das Unternehmen zum Topperformer im MDAX gemacht. Will man den Wegfall der Weizenexporte von Russland und der Ukraine zumindest teilweise auffangen, so wird Dünger benötigt, um die Ernte zu steigern.

    Wie gut es 2021 beim Kasseler Unternehmen lief zeigt der am 10. März vorgelegte Jahresabschluss. Der Umsatz kletterte um 32% auf 3,2 Mrd. EUR. Das EBITDA schoss um 262% nach oben und belief sich auf 969 Mio. EUR. Durch die hohen Schulden hat der Konzern sich neu strukturiert um Kosten einzusparen. Die Verschuldung wurde deutlich reduziert, indem man das amerikanische Salzgeschäft für 3,2 Mrd. USD verkaufte. Der Konzern will auch wieder eine Dividende von 0,20 EUR ausschütten. Laut Management peilt man für dieses Jahr ein EBITDA zwischen 1,6 und 1,9 Mrd. EUR an.

    Seit Jahresanfang konnte sich die Aktie noch einmal fast verdoppeln. Aktuell steht die Aktie bei 28,51 EUR und damit nur knapp unter dem Jahreshoch bei 30,07 EUR. Die Aktie ist deutlich überkauft, aber aktuell wird jeder kleine Rücksetzer zum Einstieg genutzt. Auch die Analysten werden langsam vorsichtiger bei der Aktie und raten eher zum Halten als zum Kauf. Die Baader Bank hat die jüngste Kaufempfehlung ausgesprochen mit einem Kursziel von 30,00 EUR. Viel Aufwärtspotential scheint aktuell nicht mehr vorhanden zu sein.

    Barsele Minerals – deutlich unterbewertet

    Gold dient seit Jahrzehnten als sicherer Hafen gegen Inflation. Der Ausbruch des Goldpreises hilft den Goldproduzenten ihre Erträge deutlich zu steigern. Barsele Minerals ist ein Goldexplorer, der bisher noch nicht vom gestiegenen Goldpreis profitieren konnte. Dabei liegt das Barsele Projekt, das über 34.500 Hektar groß ist, im politisch sicheren Schweden in einer Bergbauregion, die über günstigen Strom-, Wasser,- Eisenbahnanschluss und Straßen verfügt. Seit 2019 gibt es eine Mineralressourcenschätzung über 2,4 Mio. Unzen Gold nach dem NI 43-101 Standard. Das Projekt gehört Barsele Minerals zu 45%, die anderen 55% besitzt Agnico Eagle.

    Das Unternehmen wollte Agnico Eagle im vergangenen Jahr seine Anteile abkaufen, doch aufgrund von Corona Problematiken wurde das Vorhaben vorerst auf Eis gelegt. Die Verhandlungen über die Übernahme des Projekts durch Barsele Minerals laufen im Hintergrund weiter. Die Zusammenarbeit der beiden Parteien bleibt also vorerst bestehen und so konnte im Januar einen Goldfund von 90,8 g/t Gold vermeldet werden. Momentan sind lediglich 3km der 8km langen goldhaltigen Scherzone erforscht. Das Management will in den kommenden 1,5 Jahren ein weiteres Bohrprogramm über 30.000m auf die Beine stellen und ist überzeugt davon, damit die Mineralressourcenschätzung auf 3,5 Mio. Unzen Gold anheben zu können.

    Das Management glaubt an den Erfolg des Projekts und ist mit 25% am Unternehmen beteiligt. 50% liegen in institutioneller Hand und 14,9% gehören Agnico Eagle. Die Marktkapitalisierung liegt bei lediglich 59 Mio. Kanadischen Dollar (CAD). Nimmt man einen Wert je Unze Gold im Boden von 200 USD an, so hat das Gesamtprojekt einen Wert von 480 Mio. USD oder rund 600 Mio. CAD. Der Anteil von Barsele Minerals beträgt somit 270 Mio. CAD. Man erkennt wie unterbewertet das Projekt momentan ist. Das große Goldvorkommen und vorhandene Potential könnten andere Goldproduzenten zu einer Übernahme verleiten. Die Aktie notiert derzeit bei 0,45 CAD und damit unter dem Preis der letzten Privatplatzierung von 0,50 CAD.

    Shell – operativ gute Nachrichten

    Der Ölpreis ist 2021 schon ordentlich geklettert. Doch seit Anfang des Jahres hat Öl den Turbomodus eingelegt, der beispielsweise WTI bis auf fast 130 USD nach oben getrieben hat. Hauptgrund für die Preisexplosion ist der Ukraine Konflikt und die damit zusammenhängenden Sanktionen gegen Russland. Von den hohen Energiepreisen profitiert Shell. Der Konzern wird seine Geschäfte in Russland in der Zukunft nicht fortführen. Auch die Shell Tankstellen in Russland wurden geschlossen. Der hohe Ölpreis wird aber trotz der Russland Ausfälle die Erträge des Konzerns weiter steigen lassen.

    Im vergangenen Jahr lag der bereinigte Gewinn bei 6,4 Mrd. USD. Zuletzt gab es auch operativ gute Nachrichten. In Zusammenarbeit mit Atlantic Shores gewann der Konzern eine Ausschreibung für einen Offshore Windpark in der New Yorker Bucht. Am 29. März wurde der Beginn der Produktion eines Unterwasserprojekts im Golf von Mexiko bekanntgegeben. Die Spitzenproduktion beträgt 20.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Ende März lieferte das Colibri Projekt in Trinidad und Tobago erstmals Gas. Hier wird mit einer Spitzenproduktion von etwa 43.000 Barrel Öläquivalent gerechnet.

    Zu all den guten Nachrichten kommt ein Aktienrückkaufprogramm über 8,5 Mrd. USD und eine Erhöhung der Dividende um 4%. Die Analysten sind allesamt positiv eingestellt. Die Kursziele reichen von 25,46 EUR bis zu 32,95 EUR. Die Royal Bank of Canada hat die Aktie des Unternehmens sogar auf ihre Liste „Top 30 Global Ideas 2022“ aufgenommen. Aktuell notiert die Aktie bei 25,16 EUR. Auch wenn Öl als schmutzig gilt, so wird man am schwarzen Gold auch in den kommenden Jahren nicht vorbeikommen.


    Die Produzenten von Rohstoffen profitieren stark von den hohen Preisen. Doch nicht immer sind die Potentiale gleich gut. Bei K+S ist die Aktie im vergangenen Jahr schon stark gestiegen und hat in diesem Jahr den Trend fortgesetzt. Hier sollte man auf einen echten Rücksetzer warten. Barsele Minerals ist momentan deutlich unterbewertet, was Übernahmefantasien schürt. Hier sollte man auf Nachrichten achten. Shell verdient sich momentan eine goldene Nase und kann aus dieser starken Position heraus die Transformation hin zu einem nachhaltigen Unternehmen vorantreiben.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Juliane Zielonka vom 29.09.2022 | 05:52

    Barsele Minerals, K+S AG, BYD Aktie - Schweden liegt vorne

    • Gold
    • Edelmetalle
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    • barrickgold
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    Drei Aktien haben Turnaround-Potenzial. Zugegeben, im aktuellen Umfeld – u.a. Inflation, steigende Zinsen, Krieg in der Ukraine – fällt das Investieren nicht leicht. Doch gerade schwierige Zeiten bieten große Chancen. Beispiel Rheinmetall: Die Aktie hat um über 30% korrigiert, dabei stimmen die Zukunftsperspektiven und auch Analysten sehen über 70% Kurspotenzial. Nordex hat viele hausgemachte Probleme, aber auch hier stimmt das Branchenumfeld durch weltweite Investitionspakete für Erneuerbare Energien. Bei Barsele Minerals belastet der Goldpreis, doch inzwischen liegt die Marktkapitalisierung deutlich unter dem Wert des Assets und die jüngste Kapitalerhöhung war deutlich überzeichnet.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 14.09.2022 | 04:44

    Up and away! Lufthansa, TUI, Viva Gold, Aston Martin – Turnaround-Aktien starten durch!

    • Tourismus
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    Die kriegerischen Aktivitäten in der Ukraine scheinen nun in eine wichtige Phase zu gehen. Offenbar sind die Widerstandskräfte in der Lage, dem russischen Aggressor wieder wichtige Landabschnitte abzuringen. Wir sollten zwar nicht von einem schnellen Kriegsende träumen, aber ein Funken Hoffnung bleibt. Angesichts weiterhin hoher Inflationsdaten suchen Anleger vorwiegend nach Stabilität, stark schwankende Aktien- und Kryptopreise sind die täglichen Begleiter geworden, selbst die Immobilienmärkte sind angesichts steigender Zinsen und explodierender Baukosten nicht mehr vor Korrekturen geschützt. Damit richtet sich der Fokus auf Titel, die schon eine lange Leidensstrecke hinter sich gebracht haben.

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