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24.11.2021 | 06:00

Gazprom, Tembo Gold, Nvidia – Inflation und rare Güter

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Bildquelle: pixabay.com

Die Inflation ist nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland angesprungen. Mit einer Inflationsrate von 4,5% im Oktober haben wir in Deutschland den höchsten Wert seit fast drei Jahrzehnten. Ein Treiber der Geldentwertung sind die Energiekosten, die sich gerade im letzten Jahr deutlich verteuert haben. Lag der Ölpreis zu Beginn der Pandemie noch im negativen Bereich, notierte er zuletzt oberhalb von 80 USD. Den Chipmangel kann man bei der Automobilindustrie beobachten, aber auch Grafikkarten sind rar und werden mit deutlichem Aufschlag zur unverbindlichen Preisempfehlung gehandelt. Grafikkarten werden zum Minen von Kryptowährungen genutzt. Der Bitcoin scheint indes immer mehr Wertsicherungsanlage zu werden und konkurriert mit Gold, dem Inflationsschutz Nummer Eins.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , TEMBO GOLD CORP. | CA87974N4057 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040

Inhaltsverzeichnis:


    Gazprom – Poker um Nord Stream 2

    Der Gaspreis steigt seit ein paar Monaten in ungeahnte Höhen, wovon Gazprom als größter Erdgasproduzent natürlich massiv profitiert. In Deutschland benötigt man nach Atomausstieg und baldigem Kohleausstieg eine Alternative - und diese heißt momentan Erdgas. Es gibt mittlerweile zwei Wege, um Gas aus Russland zu beziehen. Die alte Pipeline über die Ukraine, auf der Transitkosten fällig werden und die neue, Nord Stream 2. Um die neue Pipeline gibt es seit Jahren politische Machtspiele. Im Juli schien es so, als würden die USA ihren Widerstand aufgeben. Doch am 23. November verhängten die USA erneut Sanktionen rund um Nord Stream 2.

    Die Frage ist nun, wie es weitergeht. Deutschland ist auf das Gas angewiesen und zusätzlich ist Russland wohl eines der wenigen Länder, die auf Belarus und Lukaschenko Einfluss haben. Ein Einlass wird aktuell nicht gewährt und auch zurück geht es derzeit nicht. Der russische Präsident Putin telefonierte mehrfach mit Angela Merkel. Seine Hilfe wird - so mutmaßen Beobachter - vermutlich an Bedingungen geknüpft sein. Gazprom selbst versucht die EU-Regel, dass Produzent und Pipelinebesitzer getrennt sein müssen, zu erfüllen, indem ein neues Unternehmen gegründet wird.

    Die Zeit dürfte aktuell für Gazprom spielen, denn wenn die Gaspreise weiter so hoch bleiben, wird es in Deutschland ein teurer Winter, sofern man auf Gas angewiesen ist. Somit wächst der Druck auf die Regierung. Unabhängig davon hat die Aktie seit Jahresanfang eine echte Rallye hingelegt, die den Kurs Anfang Oktober bis auf 9,44 EUR steigen ließ. Seitdem konsolidiert die Aktie, aber der Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 8 und ist damit als günstig anzusehen. Somit hat die Aktie, die auch eine gute Dividende zahlt, noch immer Potenzial.

    Tembo Gold – nach Jahren reaktiviert

    Der kanadische Junior Goldexplorer Tembo Gold ist vor allem in Ostafrika aktiv, genauer gesagt in Tansania. Dort besitzt das Unternehmen 100% der Rechte an dem Tembo Gold Projekt und umfasst eine Fläche von etwa 174 qkm. Die Lagerstätte besitzt momentan sechs Schürfgenehmigungen und hat eine weitere beantragt. Das Projekt lag nun gut sieben Jahre still und wird seit Mai dieses Jahres reaktiviert. Grund für die lange Pause war die alte Regierung von Tansania, die den Bergbau behinderte. Seit dem Regierungswechsel hat sich die Sichtweise geändert und eine Reaktivierung macht wieder Sinn. Das Unternehmen hat dazu gut 2,2 Mio. Kanadische Dollar (CAD) durch eine Privatplatzierung eingesammelt.

    Das Gebiet von Tembo liegt in direkter Verlängerung zur sehr großen Bulyanhulu Goldmine, die von Barrick Gold betrieben wird und auf 20 Mio. Unzen Gold geschätzt wird. Fünf weitere produzierende Goldminen umringen die Lagerstätte des Unternehmens. Nach sieben Jahren wird das alte Camp renoviert. Das alles geschieht unter der Federführung des erfahrenen Verwaltungsmanagers Paul Magege, der sich um alle administrativen Aufgaben, vor allem die Regierungs- und Gemeindeangelegenheiten kümmert. Für die Explorationsarbeiten wurde Andrew Pedley als Manager verpflichtet, wie das Unternehmen am 21. Oktober mitteilte. Mittels Künstlicher Intelligenz von Goldspot Technologies hat man anhand der historischen Daten 54 neue Bohrziele identifiziert. Das bald startende Explorationsprogramm sieht Bohrungen über 7.000m vor.

    Ein Blick auf die verschiedenen Bohrzonen des Tembo Projekts zeigen das Potential des Explorers. Ngula1 hat Ergebnisse bis zu 22,81 g/t Gold gebracht, Nyakagwe East bis zu 8,09 g/t Gold, Mgusu bis zu 19,1 g/t Gold und Nyakagwe Village bis zu 79,1 g/t Gold. Die Aktie notierte bis zur ersten Reaktivierungsmeldung bei 0,12 CAD und konnte Mitte November bis auf 0,30 CAD klettern. Momentan notiert die Aktie bei 0,255 CAD. Im März 2012 stand der Wert schon einmal bei 6,87 CAD. Bei erfolgreichen Bohrungen hat die Aktie, auch aufgrund von Übernahmefantasien durch die Nähe zur großen Barrick Gold Mine, vermutlich weiteres Aufwärtspotential.

    Nvidia – sehr gute Quartalszahlen

    Die Regale von Grafikkarten sind seit Monaten leer. Auch online gibt es selten Angebote. Selbst wenn liegen diese oft weit über der unverbindlichen Preisempfehlung und sind innerhalb von Minuten vergriffen. Ein Profiteur ist der Grafikkartenspezialist Nvidia. Seine Grafikkarten gelten als besonders geeignet zum Mining von Kryptowährungen. Als der Bitcoin in diesem Jahr plötzlich fiel, gab es auch vorübergehend einen kleinen Preisverfall bei den GPUs, doch mit dem erneuten Anstieg des Bitcoins war auch das schnell wieder vorbei. Intel Chef Gelsinger prophezeite der gesamten Branche einen Chipmangel bis 2023.

    Das Unternehmen hat die Einnahmen aus dem Geschäft mit den Grafikkarten dazu verwendet, neue Geschäftsbereiche wie Rechenzentren, Netzwerke, Künstliche Intelligenz oder das Nvidia Omniverse zu erschließen. Die Zahlen aus dem dritten Quartal überraschten positiv. Am 17. November vermeldete das Unternehmen einen Umsatzrekord von 7,1 Mrd. USD, was einer Steigerung von 50% im Vorjahresvergleich entspricht. Das Data-Center hat dabei 55% und die Gaming Sparte 42% zulegen können.

    Experten erwarten, dass das Unternehmen seinen Umsatz in den kommenden Jahren im Schnitt um 26% steigern kann. Die erwarteten Zahlen der Analysten wurden übertroffen und so konnte die Aktie ein neues Allzeithoch von 346,47 USD nach dem Aktiensplit erreichen. Auch wenn das Unternehmen hervorragend positioniert ist und aller Voraussicht nach weiterwachsen wird, so ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 65 recht teuer. Als Anleger sollte man auf einen größeren Rücksetzer warten, wenn man einsteigen möchte.


    Alle drei Unternehmen haben auf ihre Art und Weise Potential für die Zukunft. Gazprom ist fundamental günstig und zahlt Dividende. Tembo Gold kann endlich die Exploration fortsetzen und ist ein potentieller Übernahmekandidat. Nvidia ist branchenführend und wächst in allen Bereichen. Die Aktie ist aber fundamental betrachtet teuer.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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