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26.07.2021 | 05:20

First Majestic Silver, Silver Viper, Fortuna Silver Mines – Zieht Silber jetzt wieder an?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Inflation in den USA ist auch im Juni wieder geklettert und hat mit 5,4% den höchsten Wert seit 2008 erreicht. Kein Wunder, bei der Ausweitung der Geldmenge in den USA. Auch in Europa stieg die Geldmenge deutlich. Teilweise um 50 Mrd. EUR in einer Woche. Die Inflationsrate ging in Deutschland trotzdem leicht zurück auf 2,3%. Ein Ende des Gelddruckens ist nicht in Sicht. Im Gegensatz zu Gold ist Silber ein begehrter Rohstoff in der Industrie. Der Preisanstieg bei den Edelmetallen ist seit Anfang Juni gestoppt und es gab eine Konsolidierung. Es ist nur eine Frage der Zeit wann der Silberpreis wieder anspringen wird, da die Inflation die Leute dazu zwingt, ihr Geld in Assets anzulegen. Wir schauen uns daher heute drei Silberaktien an.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283341029 , FORTUNA SILVER MINES INC. | CA3499151080


First Majestic Silver – Aktie fällt trotz erhöhter Produktion

Am 13. Juli gab First Majestic Silver sehr gute Zahlen für das zweite Quartal bekannt. Es wurden insgesamt 6,4 Mio. Unzen Silberäquivalent produziert, was eine Steigerung von 13% im Vergleich zum ersten Quartal entspricht. Nach der Übernahme der Jerrit Canyon Goldmine in Nevada wurden insgesamt 46.545 Unzen Gold produziert. Vergleicht man die Produktion auf Jahresbasis, ist die Silberproduktion um 83% gestiegen. Bei Gold sind es aufgrund der neuen Goldmine 195%.

Aufgrund der Übernahme der Jerrit Mine wurde der Produktionsausblick nach oben angepasst. Die Gesamtproduktion soll um mindestens 5,1 Mio. Unzen Silberäquivalent auf 25,7 bis 27,5 Mio. Unzen steigen. Man hat auf dem Gebiet der Jerrit Mine auch weitere Explorationsziele ausfindig gemacht, die die Produktion erhöhen und gleichzeitig die Kosten der Verarbeitungsanlage senken sollen. Durch die Umstellung von einer Diesel- auf eine Erdgasanlage bei der Santa Elena Mine in Mexiko, konnten auch dort Kosten eingespart werden.

Die Aktie konnte trotz der Zahlen nicht zulegen. Im Gegenteil, sie fiel von 17,84 Kanadische Dollar (CAD) bis auf 15,72 CAD. Das ist einerseits dem Silberpreis geschuldet, der um etwa 1,3 USD seit dem 13. Juli nachgab. Andererseits könnten die erhöhten Cash-Kosten von 12,52 bis 12,96 je Unze die Aktionäre verschreckt haben. Durch die Inbetriebnahme der neuen Mine und höhere Erschließungskosten bei Santa Elena stiegen die Kosten um 3 USD pro Unze. Bei 15,05 CAD wartet die nächste Unterstützung.

Silver Viper – besitzt nachgewiesene Gold- und Silbervorkommen

Silver Viper ist ein kanadischer Silber- und Goldexplorer, dessen Hauptprojekt La Virginia in Mexiko liegt und von Pan American Silver übernommen wurde. Am 3. Mai gab das Unternehmen eine erste Ressourcenschätzung ab. Auf dem 6.880 Hektar großen Gebiet werden 260.300 Unzen Gold und 12.941.300 Unzen Silber vermutet. Das Unternehmen hat im letzten Jahr 100 Bohrungen mit insgesamt 27.000m gebohrt, um diese Schätzung vorzunehmen.

Am 15. Juni reichte das Unternehmen einen National Instrument 43-101 Report in SEDAR, einer Online Datenbank für kanadische Unternehmen, ein. Der 43-101 Report von unabhängiger Seite ist die wichtigste kanadische Richtlinie zur Bewertung von Ressourcen. Bei Vorliegen eines solchen Reports kann man als Aktionär davon ausgehen, dass die Rohstoffe auch tatsächlich vorhanden sind. Somit dürften die ersten Schätzungen korrekt sein und man kann sich als Investor den fairen Unternehmenswert ausrechnen.

Durch die Privatplatzierung, die am 17. Juni durchgeführt wurde, konnte das Unternehmen 6 Mio. CAD generieren und ist somit gut finanziert für kommende Explorationen in der El Rubi Zone. Nach der Kapitalerhöhung ging der Aktienkurs noch einmal kräftig nach unten. Von etwa 0,75 CAD bis auf 0,44 am 20. Juli. An dem Tag konnte man günstiger einsteigen, als die Investoren der Platzierung. Aktuell liegt die bei 0,52 CAD, also 0,05 CAD höher als der Ausgabepreis der neuen Aktien.

Fortuna Silver Mines – Übernahme belastet Aktienkurs

Fortuna Silver Mines (FSM), ein kanadischer Rohstoffproduzent, hat das Ziel ein kostengünstiger Edelmetall-Zwischenproduzent zu werden. Zu diesem Zweck wurde Ende Juni einem Zusammenschluss mit Roxgold Inc. von beiden Aktionärslagern zugestimmt. Roxgold ist somit eine Tochtergesellschaft von FSM geworden. Das Unternehmen hat sich damit noch mehr Diversifikation gesichert. Es gibt nun produzierende Minen in Mexiko, Peru, Argentien und Burkina Faso. An der Elfenbeinküste befindet sich eine Produktion im Aufbau.

Am 20. Juli wurden die Quartalszahlen bekannt gegeben. In Südamerika wurden insgesamt 1.892.822 Unzen Silber und 31.048 Unzen Gold produziert. Zusätzlich zu den Edelmetallen wurden 8,14 Mio. Pfund Blei und 11,8 Pfund Zink gefördert. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Quartal des letzten Jahres, ergeben sich beeindruckende Produktionssteigerungen bei Gold von 337%, Silber 49%, Blei 20% und Zink7%. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden auf 6,8 bis 7,6 Mio. Unzen Silber und 194.000 bis 223.000 Unzen Gold angehoben.

Die Übernahme von Roxgold bedeutet für die Altaktionäre von FSM, dass ihr Unternehmen nun zu 36% den Altaktionären von Roxgold gehört. Seit Bekanntgabe der Übernahmegespräche ist der Kurs von etwa 8,50 CAD auf 5,50 CAD eingebrochen. Hier bietet sich charttechnisch eine interessante Konstellation, da sich hier die Ausbruchskante befindet von vor der Corona Krise. Man sollte den Titel auf der Watchlist haben, um von einem Rebound profitieren zu können.


Der Silberpreis hat konsolidiert, die Kurse der Silberaktien ebenfalls, und das bietet Chancen. Bei First Majestic Silver schreckt die Aktionäre einerseits sicherlich die kurze Lebensdauer der Silberminen. Andererseits fällt es dem Management schwer, geeigneten Ersatz für Silberminen zu finden. Silver Viper besitzt Ressourcen und ist voll finanziert, um die kommenden Explorationen zu bewältigen. Man darf auf die Ergebnisse von El Rubi gespannt sein. Fortuna Silver Mines ist für die Übernahme heftig abgestraft worden. Die Produktionszahlen sind eindrucksvoll und ein Rebound dürfte nur eine Frage der Zeit sein.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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