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23.07.2021 | 05:08

Endeavour Silver, Aztec Minerals, ThyssenKrupp – Die Qual der Wahl: Silber, Gold oder Stahl?

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Bildquelle: pixabay.com

Trotz jüngster Preis- und Kursrücksetzer im Bereich der Rohstoffe sind Experten überwiegend der Meinung, dass die aktuelle Rohstoff-Hausse noch einige Zeit andauern wird. Treiber dürften die weltweiten Konjunkturprogramme zur Überwindung der Corona-Folgen, die Klimakrise und die damit verbundenen Notwendigkeit der Energiewende sowie der anhaltende Rohstoffhunger der chinesischen Volkswirtschaft sein. Zwar haben eben diese Chinesen mit ihrer kürzlich erfolgten Ankündigung, Rohstoffreserven aufzulösen, um der Preisrallye an den Märkten Einhalt zu gebieten, einigen Rohstoffpreisen einen empfindlichen Dämpfer verpasst, jedoch gehen nicht wenige Analysten davon aus, dass dies angesichts der Gesamtgemengelage eher ein kurzfristiges Störfeuer darstellen dürfte. Im Folgenden drei günstig bewertete Titel, mit denen Anleger von Rohstoffen profitieren können.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: AZTEC MINERALS CORP. | CA0548271000 , ENDEAVOUR SILVER CORP. | CA29258Y1034 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001


Endeavour Silver – Einstiegschance mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis

Ähnlich wie der ebenfalls aus Kanada stammende Silber-Gigant First Majestic Silver hat auch das Mining-Unternehmen Endeavour Silver in den vergangenen zwölf Monaten eine bemerkenswerte Berg- und Talfahrt unternommen, die sich ab Mitte Juni in einem steilen Abwärtstrend manifestiert. Die Gründe hierfür dürften jedoch unterschiedlicher Natur sein. Während die Kursbewegungen bei First Majestic wohl zunächst auf die begrenzte Restlaufzeit der betriebenen Minen von insgesamt weniger als sechs Jahren und auf eine augenscheinlich leere Projektpipeline zurückzuführen waren, haben bei Endeavour die letzten Produktionsergebnisse einfach nicht überzeugt.

Lässt man das Corona-Jahr 2020 aufgrund staatlicher Shutdowns in Mexiko als Vergleichsmaßstab außen vor, so zeigt sich, dass es Endeavour nicht gelungen ist, seine Produktion im Zweijahresvergleich wesentlich zu steigern. Im Gegenteil: nach Einstellung des Betriebs der Mine El Cubo im Jahr 2019 ist es Endeavour nicht gelungen, den Produktionsausfall durch andere Standorte zu kompensieren. Doch das soll sich nun ändern. Und hier ergibt sich dann doch wieder eine Parallele zu First Majestic: ebenso wie der fast fünfmal so große Cousin investierte auch Endeavour in ein Goldprojekt im US-Bundesstaat Nevada, das erst im Februar im Zuge einer Befragung durch das Fraser Institut als bester Mining-Standort weltweit identifiziert wurde.

Das Bruner Gold Projekt, dessen Akquisition von Endeavour erst vor ein paar Tagen bekannt gegeben wurde, liegt im Nye County, etwa 180km südöstlich der Stadt Reno und ist Teil des nordwestlich verlaufenden Mineralgürtels Walker Lane. Hier wurden bereits im Jahr 1906 erste Goldfunde verzeichnet, bis 1998 wurde dort einige kleinere Miningprojekte betrieben. Laut Alteigentümer Canamex geht eine 2017 durchgeführte Schätzung von einer Ressource von 342.000 Unzen Gold bei einem Goldgehalt von 0,61g/t in den drei Zonen Paymaster, HRA und Penelas aus. Endeavour Silver hat jedoch angekündigt, sich auf diese Angaben nicht zu verlassen und schnellstmöglich eine eigene Ressourcenschätzung durchzuführen. Für uns ist diese Entwicklung äußerst interessant. Während wir bisher bei Endeavour keinen Grund für einen Einstieg sahen, könnte dieses neue Projekt den durch die Schließung von El Cubo eigetretenen Produktionsausfall durchaus kompensieren und damit eine Kurssteigerung rechtfertigen. Wir denken, dass der Kurs sich recht kurzfristig nach oben bewegen sollte und sehen das aktuelle Kursniveau damit als günstige Einstiegsmöglichkeit.

Aztec Minerals – Fünf Bohrungen: Fünfmal Gold!

Ebenfalls aus Kanada, aber gemessen am Börsenwert sehr viel kleiner als Endeavour Silver, ist Aztec Minerals, eine Explorationsgesellschaft mit Sitz in Vancouver, die sich der Entdeckung großer, polymetallischer Mineralvorkommen auf dem amerikanischen Kontinent verschrieben hat. Während das Core-Asset des Unternehmens das aussichtsreiche Porphyr-Gold-Kupfer-Vorkommen Cervantes in Sonora in Mexiko darstellt, das sich in der Nähe zweier operativer Minen von Alamos Gold und Agnico Eagle befindet, verfügt das Unternehmen mit einer 75%igen Beteiligung an den historischen Tombstone-Liegenschaften in Cochise County in Arizona ebenfalls über aussichtsreiche Gold-Silber- und Silber-Blei-Zink-Mineralisierungen.

Letztere sind Gegenstand eines umfangreichen zweiphasigen Bohrprogramms, das derzeit durchgeführt wird. Von den insgesamt 20 geplanten Bohrlöchern mit einer Bohrstrecke von insgesamt 2.900m wurden aktuell bereits 12 abgeschlossen. Für die ersten fünf konnten bereits Laborergebnisse verkündet werden. Und diese hatten es in sich: Jedes der fünf Bohrlöcher durchteufte Gold-Silber-Mineralisierungen, dabei wies das Bohrloch TR21-03 mit einem Gehalt von 5,71 g/t Gold und 40,54 g/t Silber (entsprechend 6,28 g/t Goldäquivalent bei einem Umrechnungsfaktor von 70:1) die höchste Edelmetallkonzentration auf. Auf einer Strecke von 15,4m lag die Konzentration sogar noch höher: 11,89 g/t Au und 62,86 g/t Ag, entsprechend einem Goldäquivalent von 12,79 g/t. Weitere Laborergebnisse werden in Kürze erwartet. Hier können Anleger auf positive Überraschungen hoffen.

ThyssenKrupp – Analysten sehen aktuelle Kursschwäche als ideales Einstiegszenario

Kurstechnisch läuft es aktuell nicht rund beim deutschen Stahlriesen ThyssenKrupp. Eine problematische Verschuldung, die Auswirkungen der Corona-Pandemie und zuletzt auch noch Schwierigkeiten in der Lieferkette als Auswirkungen des Hochwassers im Westen Deutschlands haben den Kurs noch einmal massiv belastet und unter die wichtige Unterstützungsmarke von 7,90 EUR gedrückt. Zwar konnte diese Hürde zuletzt wieder übersprungen werden, dennoch bleibt die Frage, warum der positive Newsflow der letzten Monate (Konzernumbau mit Einstieg in die grüne Stahlproduktion, Förderprogramme des Bundes, Einstieg in den Bau von Groß-Elektrolyseuren für die Wasserstoffproduktion, Aufbau von Wasserstoff-Lieferketten, Entwicklung emissionsarmer Koksofenstampfbatterien, usw.) verpufft.

Vielleicht helfen ja die Zahlen zum 3. Quartal 2020/2021, die am 10. August. präsentiert werden. Die Analysten der Deutschen Bank sind sich beispielsweise sehr sicher, dass die Zahlen äußerst gut ausfallen werden. So erhöhten die Experten ihre EBIT-Schätzungen bis 2023 um bis zu 18% und bekräftigten ihr Kursziel von 17 EUR. Damit liegen sie zwar knapp 23% über der Konsensschätzung von 13,85 EUR, die Kaufempfehlung wird aber unisono geteilt. Auch wir gehen davon aus, dass das Kursdrama angesichts solider Geschäftszahlen und nur geringer Auswirkungen der jüngsten Wetterereignisse auf das Quartalsergebnis nicht mehr lange anhalten wird. Damit ist beim aktuellen Kursniveau ein ideales Einstiegsszenario in einen deutschen Traditionskonzern gegeben.


In welche Aktien soll man denn nun investieren? Endeavour Silver dürfte sicherlich für konservativere Anleger interessant sein. Als etablierter Produzent unterliegt das Geschäft geringeren Schwankungen und orientiert sich hauptsächlich am Gold- und Silberpreis. Aztec Minerals bietet hingegen für risikoaffine Anleger aktuell sicherlich das größte Potenzial. Sollten die weiteren Bohrergebnisse ebenfalls so positiv ausfallen wie die ersten fünf, ist hier mit steigenden Kursen zu rechnen. Die Zukunftsaussichten für ThyssenKrupp schätzen wir aktuell ebenfalls positiv ein.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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