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05.12.2022 | 04:44

Debakel für die E-Mobilität? BYD, Varta, Almonty Industries, Nordex – Abschied aus der Wüste von Katar!

  • E-Mobilität
  • Seltene Metalle
  • Alternative Energien
  • GreenTech
Bildquelle: pixabay.com

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erlebt das nächste WM-Debakel und lockt noch weniger interessierte Menschen an den Fernseher als noch beim ersten AdHoc-Ausscheiden vor vier Jahren. Auch im dritten Vorrundenspiel bleiben die TV-Zahlen vergleichsweise niedrig. Den Zuschauerrekord in 2022 behalten so die DFB-Frauen, das ist doch schön. Für die E-Mobilität könnte es bald einen deutlichen Dämpfer in 2023 geben, denn wenn der Strompreis weiter steigt und die Verfügbarkeit sinkt, könnten Ladesäulen auch mal vom Netz genommen werden müssen. Laut ADAC plant die Schweiz zur Verhinderung von Blackout-Gefahren ein Tempolimit von 100 und Fahrverbote für nicht notwendige private Fahrten mit E-Mobilen. Entschieden wird im Nationalrat am 12. Dezember. Die Börse setzt aber weiter auf Tesla & Co – wer sind die Profiteure?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    BYD nach der Bodenbildung, folgt nun der Turnaround?

    Trotz eines Megadeals mit Sixt und dem Eintritt auf die europäischen Automobilmärkte erlebt die BYD-Aktie im Herbst 2022 die größte Korrektur seit drei Jahren. Erstmals in den Anlegerfokus rückte Build your Dreams im Jahr 2008, als mit Berkshire Hathaway die Beteiligungsgesellschaft des Börsengurus Warren Buffett in den chinesischen Hersteller von Elektrofahrzeugen und Batterien investierte. Doch angesichts zunehmender Spannungen zwischen Washington und Peking, rieten viele Analysten zuletzt zur Vorsicht. Berkshire besaß in der Spitze fast 25% an BYD, durch starke Verkäufe sank der Anteil zuletzt auf unter 16%. Die Investment-Holding realisiert damit über 1 Mrd. USD an Gewinn.

    Wenig hilfreich für die Stimmung ist auch die aktuelle Firmen-Presse, denn der Vize-Präsident des Technologie-Konzerns Lian Yubo hat auf dem China Auto Forum eingeräumt, dass der Sektor New Energy Vehicles (NEV) derzeit mit einer Reihe von Schwierigkeiten kämpft. Neben der wachsenden Konkurrenz zählen dazu auch die Knappheiten bei Lithium. Dennoch gibt man sich optimistisch, denn BYD hat genug innovative Technologien im Köcher, um neue Produkte auf den Markt bringen zu können. Ist das schon der Hinweis auf eine Abkehr von Lithium?

    Noch sieht es gut aus: Der Absatz von NEV und Hybrid-Fahrzeugen stieg im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um ganze 87% auf 680.000 Stück. Marktführer bleibt BYD, der engste Konkurrent Tesla hatte auf dem chinesischen Markt kürzlich die Preise gesenkt, um die Verkaufszahlen angesichts des Angebotdrucks und der schwächelnden Konjunktur weiter anzukurbeln. Die BYD-Aktie hat nach einem Tief bei 20,80 EUR erst mal gedreht und nimmt wieder die 25 EUR-Marke ins Visier. Behalten sie den Wert als Langfristanlage im Auge.

    In der Elektromobilität spielt die Verfügbarkeit von Strom eine große Rolle. Foto: pixabay.com

    Almonty Industries – Ein rundum wichtiges Projekt

    Greentech-Produzenten sind in großem Umfang abhängig von der Verfügbarkeit von kritischen Metallen. Für die Härtung von Stahl braucht es z.B. Wolfram, eines der hitzebeständigsten Metalle auf diesem Planeten. Mit dem Hauptlieferant China hat die Welt so seine Probleme, denn nach allen politischen Drohgebärden Richtung Westen könnte das Reich der Mitte auch mal an eine Rationierung der Exporte denken. Seit Beginn der Russland-Invasion in der Ukraine weiß die Welt, dass Frieden nicht bei jedem Staatsführer zur obersten Priorität zählt.

    Der kanadische Explorer und Produzent Almonty Industries (AII) hat sich mit seinen drei Standorten in Spanien, Portugal und Südkorea bereits voll auf diesen engen Wolfram-Markt konzentriert. Wenige wissen, dass in der E-Mobilität neben Lithium, Graphit und Kupfer heute schon ca. 1,4kg Wolfram in jedem Fahrzeug verbaut wird. Das könnte sich mit der Einführung von wolframbasierten Kathodenbeschichtungen in LI-Ionen-Batterien sogar noch auf etwa 2,5kg erweitern.

    Mit der laufenden Erschließung der firmeneigenen Sangdong-Mine in Südkorea könnte sich die Weltversorgung um etwa 5% in eine freundlichere Jurisdiktion verlagern. Wegen der für den Westen strategischen Wichtigkeit ist auch die deutsche KfW in die Finanzierung des Vorhabens involviert. Mitte November wurden weitere 9,82 Mio. USD aus der 75,1 Mio. USD starken Kreditfazilität in Anspruch genommen. Neben der Reaktivierung der Mine ist auch der Bau einer vertikal integrierten Nano-Wolframoxid-Verarbeitungsanlage beabsichtigt. Wolfram soll bereits in der zweiten Jahreshälfte 2023 gefördert werden, Abnahmepartner ist die österreichische Plansee GTP zu einer Mindestpreisgarantie von 235 USD pro metrischer Tonne (MTU). CEO Lewis Black ist davon überzeugt, dass der Preis langfristig über sehr viel mehr Potenzial verfügt und Almonty wird die südkoreanische Industrie im Batteriemarkt bestens mit dem seltenen Metall versorgen. Aktuell liegt der Preis bereits bei rund 350 USD pro MTU mit steigender Tendenz.

    Der aktuelle Kurs der Almonty-Aktie in Kanada beträgt niedrige 0,70 CAD, konnte sich aber von den Tiefs um 0,57 CAD wieder deutlich erholen. First Berlin votiert in einer aktuellen Studie mit „Kaufen“ und Kursziel von 1,70 CAD auf 12 bis 24 Monate. Setzen sie auch bei Almonty auf eine Rückkehr der Minenwerte in 2023, denn das Jahr 2022 war trotz Knappheit von Kurskorrekturen geprägt.

    CEO Lewis Black stellt sich am 07.12.2022/16:00 CET anlässlich des 5. IIF - International Investment Forum den Fragen der Anleger. Die Teilnahme am virtuellen Event ist kostenlos. Hier geht´s zur Anmeldung.

    Varta und Nordex – GreenTech braucht kritische Metalle

    Um nicht von China abgehängt zu werden, bedarf es in Europa großer Anstrengungen, sowohl von öffentlicher als auch von privater Seite, um das Thema GreenTech schnell weiter zu entwickeln. Wichtig erscheint die Ressourcen-Sicherheit, welche über Vertragsbeziehungen mit strategischen Partnern festgezurrt werden sollte. Sowohl der Batterie- als auch der alternative Strom-Erzeugermarkt hängt signifikant von wichtigen Metallen und Seltenen Erden ab.

    Varta investiert seit Jahren sehr viel in die Forschung und hatte in den letzten Monaten seine Bemühungen im Bereich V4-Drive intensiviert. Durch das aktuelle Umfeld der Rohstoffknappheit und der hohen Beschaffungspreise haben sich die ökonomischen Rahmenbedingungen aber zuletzt sehr negativ auf die Zahlen der Ellwanger ausgewirkt. Zwar soll die Serienfertigung der V4-Drive Batterie demnächst anlaufen und Porsche als ersten Großkunden beliefern, weitere Investitionen wird der Konzern aber erst durchführen, wenn sich die Nachfrage im Sektor auf mehrere Abnehmer verteilt.

    Bei Nordex sieht es auf der Ertragsseite ähnlich schlimm aus, wie bei dem Batteriehersteller, denn die verzögerte Übergabe der neuen Windanlagen drückt auf die Marge, ebenso die starke Inflationierung bei den Inputkosten von Material bis zu den Lohnkosten. Aktuell hat man volle Orderbücher und könnte dreimal so viel ausliefern, wenn der Zugang zu Ressourcen durchgängig bestehen würde. Ende November hat Nordex weitere 85 MW Aufträge aus Belgien und Polen erhalten. Der Aktienkurs konnte die 7,30 EUR aus der Oktober-Korrektur schnell überwinden und notiert jetzt wieder über 12 EUR. So schnell kommen 67% Plus auf die Rendite-Uhr! Warten sie hier lieber die nächste Korrektur ab.

    Nordex und Varta werden am 7. Dezember beim virtuellen 5. International Investment Forum präsentieren. Die Teilnehme ist für Investoren kostenlos.


    Neben der E-Mobilität ist die Energiewende der entscheidende Treiber für die Innovationen im Bereich GreenTech. BYD ist ein chinesischer Standardwert mit hoher Wachstumsdynamik, Varta und Nordex kämpfen mit größten Schwierigkeiten um eine positive Marge. Almonty Industries wird vermutlich in 2023 so richtig auftrumpfen, bis dahin sollte man investiert sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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