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03.03.2022 | 05:22

Cardiol, BioNTech, Novartis - Inventur bei drei High-Flyern

  • Pharma
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  • Covid-19
Bildquelle: pixabay.com

Gute Nachrichten ereilen uns diesmal von Cardiol Therapeutics. Sowohl die US amerikanische FDA als auch Zulassungsbehörden in Brasilien und Mexiko geben grünes Licht zur Inklusion von bereits gegen Covid19-geimpften Patienten in der LANCER-Studie. Die Öffnung hinsichtlich dieser Patientengruppe erhöht die Wahrscheinlichkeit eines zügigen Abschlusses der Studie. Die Pandemie kann erst vorbei sein, wenn global zusammen gegen das Virus gekämpft wird. So wird BioNTech in Ruanda ein Werk bauen. Und Novartis als erfahrener Big Pharma Riese verdeutlicht durch die Quartalszahlen, wie wertvoll die Pharmabranche insgesamt als Investment sein kann.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , NOVARTIS NAM. SF 0_50 | CH0012005267 , CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006

Inhaltsverzeichnis:


    Cardiol - LANCER-Studie bekommt Patienten-Zuwachs

    Cardiol Therapeutics ist eine LifeScience-Firma, die sich auf die Forschung und Entwicklung von entzündungshemmenden Therapien zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen konzentriert. Bevor pharmazeutische Medikamente die Zulassung und damit den Weg in den Handel erhalten, bedarf es verschiedener klinischer Studien, um die Wirkungsweise der Therapeutika genau zu erforschen und zu dokumentieren. Ein weiterer Meilenstein ist für Cardiol Therapeutics nun erreicht in der Phase II/III des zukünftigen Produkts auf Cannabidiol-Basis. Cannabidiol, auch CBD genannt, ist ein Wirkstoff aus der weiblichen Hanf-Pflanze, der 1940 bereits entdeckt wurde. Sowohl die US-amerikanische FDA als auch Zulassungsbehörden in Brasilien und Mexiko geben Cardiol nun grünes Licht zur Aufnahme von auch gegen Covid geimpften Patienten als Teilnehmer der großangelegten LANCER-Studie.

    Die LANCER-Studie soll die Wirksamkeit und Sicherheit von CardiolRx™ als kardiopulmonale Schutztherapie zur Verringerung der Sterblichkeit und größerer kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten untersuchen, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert werden und eine Vorgeschichte oder Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Im Klartext bedeutet das ebenfalls, dass Myokarditis-Patienten damit auch behandelt werden können.

    Durch das Einschließen der geimpften Patientenkohorte erwartet das Unternehmen, bis zum Ende des ersten Halbjahres 2022 mehr als 50% der Patienten zu rekrutieren. Die vollständige Patientenrekrutierung wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2022 abgeschlossen sein. Für Investoren sind dies sehr gute Nachrichten, da die Geschwindigkeit für den Abschluss der Studie erhöht wird.

    "Angesichts der überzeugenden Beweise für die entzündungshemmenden Schutzeigenschaften von Cannabidiol glauben wir, dass CardiolRx™ das Potenzial hat, eine Reihe von kardiopulmonalen Komplikationen im Zusammenhang mit der COVID-19-Infektion zu reduzieren. Das Interesse an der LANCER-Studie ist nach wie vor groß, und Cardiol aktiviert weiterhin neue klinische Forschungsstandorte, um die Patientenrekrutierung zu beschleunigen", erklärte Dr. Andrew Hamer, Chief Medical Officer von Cardiol Therapeutics. "Die wiederholten Wellen von COVID-19-Ausbrüchen in Verbindung mit einer uneinheitlichen Impfstoff- und Auffrischungsimpfung unterstreichen den Bedarf an Therapeutika für Hochrisikopatientengruppen, insbesondere für Patienten mit erheblichen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren. Trotz der Herausforderungen, die sich aus den laufenden Änderungen des Behandlungsstandards ergeben, sind wir zuversichtlich, dass die kürzlich genehmigten Protokolländerungen dazu beitragen werden, dass unsere Ziele für die Aufnahme von LANCER-Patienten erreicht werden."

    Ob mit oder ohne Impfung gegen Covid_19: das Risiko und die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken, ist seit dem Auftauchen des Coronavirus deutlich gestiegen. Umso wertvoller ist daher die Forschung von Cardiol Therapeutics mit einem in der Natur vorkommenden Wirkstoff.

    BioNTech - Produktionswerk in Ruanda

    Eine globale Pandemie benötigt globale Maßnahmen, um die Lage zu entschärfen. So kündigt BioNTech an, auch im afrikanischen Ruanda in den kommenden 24 Monaten das Vakzin produzieren zu lassen. "Die lokale Herstellung von Impfstoffen ist ein Erfolg in Ruanda und in Afrika, sie erfordert starke und nachhaltige Partnerschaften zwischen allen Beteiligten, einschließlich der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der pharmazeutischen Industrie", sagte Gesundheitsminister Dr. Daniel Ngamije im Rahmen einer Gesundheitsveranstaltung an der Universität Gikondo in der Stadt Kigali.

    Aus Investoren-Perspektive tut sich einiges bei dieser Firma. So kündigte die Europäische Medizin-Agentur EMA diese Woche an, dass BioNTech/Pfizer ebenfalls für Kinder ab 12 Jahren nun offiziell zugelassen ist. Das Vakzin im Einsatz als 'Corminaty' ist in der EU bereits als Erstbehandlung mit zwei Dosen bei Jugendlichen sowie bei Erwachsenen und Kindern ab fünf Jahren zugelassen. Eine Auffrischungsdosis, umgangssprachlich als Booster bezeichnet, ist derzeit ab 18 Jahren erlaubt.

    Die Empfehlung der EMA stützt sich auf Daten aus einer Studie aus Israel über eine Auffrischungsdosis des Impfstoffs bei Jugendlichen ab 16 Jahren. Noch ist diese Empfehlung kein Freifahrtschein zum Durchimpfen der Kinder in der EU. Um Booster in dieser Altersgruppe anzubieten, müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden. Zum Beispiel das Risiko von Nebenwirkungen wie an einer Myokarditis zu erkranken. Ruanda hat mit seinen über 13 Mio. Einwohnern derzeit ​​129.516 Corona-Infizierte, 1.457 Todesfälle bei einer Impfquote von 56%.

    Svenja Schulze, die deutsche Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bezeichnete die geplante Investition von BioNTech in Ruanda als einen Schritt zur Verwirklichung von Impfstoffgerechtigkeit. "Covid-19 war ein Weckruf, dass die Welt nicht in Ordnung ist, solange Afrika nicht in Ordnung ist. Wir können komplexe Herausforderungen wie diese Pandemie nur mithilfe von globaler Solidarität, Innovation und Zusammenarbeit zwischen Partnern meistern", sagte sie und fügte hinzu: "Gleicher Zugang zu Impfstoffen ist der Weg aus dieser Pandemie." Schulze spricht sich ausdrücklich für Investitionen wie die von BioNTech aus. Impfstoffspenden und finanzielle Unterstützung für Afrika seien kein nachhaltiger Weg zur Bekämpfung der Pandemie. Ein eigenes Werk zur Impfstoffproduktion hingegen schon.

    Novartis - Produktionsstandort in Irland wechselt den Besitzer

    Der Schweizer Big-Pharma Player Novartis hingegen trennt sich von einem seiner Produktionsstandorte in Irland. Das Unternehmen gab Dienstag bekannt, dass es dem Verkauf des Werks in Ringaskiddy an den britischen Auftragshersteller Sterling Pharma Solutions zugestimmt hat. Das Werk stellt Inhaltsstoffe für eine Reihe von Arzneimitteln in den Bereichen Onkologie, Atemwege, Herz-Kreislauf, Dermatologie, Zentralnervensystem und Transplantation her. Über die Summe des Transfers hüllt man sich in Schweigen.

    Anders verhält es sich mit den Quartalszahlen aus Q4. Der Nettoumsatz belief sich im vierten Quartal auf USD 13,2 Mrd. (+4%, +6% kWk) und profitierte von einem Volumenwachstum von 11%, davon 1% aufgrund der Umgliederung der Auftragsfertigung von den übrigen Erträgen zum Umsatz. Dazu CEO Vas Narasinham: “Novartis hat mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich abgeschlossen, Margenexpansion und einem starken Free Cashflow. Unsere marktspezifischen Wachstumstreiber entwickeln sich in allen geografischen Regionen weiterhin gut, was unser Vertrauen in unsere mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten stärkt. Unsere Prioritäten bei der Kapitalallokation bleiben ausgewogen, da wir weiterhin in Innovationen investieren und gleichzeitig eine Kapitalrückgabe an unsere Aktionäre initiieren".

    Das stärkste Wachstum verzeichnete ein Therapeutikum gegen Herzinsuffizienz mit satten 34%. In Umsatzzahlen ausgedrückt sind das 949 Mil. US-Dollar. Eine Herzinsuffizienz entsteht, wenn der Herzmuskel nicht mehr in der Lage ist, genügend mit Sauerstoff angereichertes Blut durch den Körper zu pumpen. Dies führt zu Beschwerden wie Luftnot und geschwollene Beine. Auf der psychologischen Ebene fällt es den meist älteren Patienten schwer, zu akzeptieren, mit dem Symptom der Herzinsuffzienz zu leben, da sie es oft mit Versagen und Schwäche verbinden.

    Das zweite Produkt aus dem Hause Novartis ist ein Medikament gegen Schuppenflechte, das mit 13% Umsatzwachstum zu Buche schlägt. Vornehmlich durch Verkäufe in Europa, China und den USA. Interessant hierbei: es handelt sich ein Medikament, was den Patienten gespritzt wird. Auch hier lässt sich nur vermuten, dass der Leidensdruck einer exzemartigen Hauterkrankung um ein Vielfaches höher sein muss als eine wöchentliche Spritze zur Linderung der Symptome.

    Ein Blick in die PhaseIV-klinischen Studien des Unternehmens zeigt die sowohl fokussierte Strategie zur Therapie von seltenen Erkrankungen als auch die bewährten Blockbuster. So befinden sich u.a. ein Wirkstoff zur Linderung von Sichelzellenanämie darunter genauso wie Wirkstoffe zur Behandlung von Asthma, Multipler Sklerose und ebenfalls Herzinsuffizienz.


    Die Entwicklungen pharmazeutischer Medikamente vom Molekül bis zur Verschreibung als Wirkstoff durch den Arzt unterliegen strengen Regularien. In klinischen Studien werden sorgfältig Wirkungsweise und Verlauf an verschiedenen Patientenkohorten gestestet, bevor ein Produkt für den Handel zugelassen wird. Das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekommt durch das Corona Virus neuen Auftrieb. So häufen sich die Fälle von Herzmuskelentzündungen wie Myocarditis. Mit dem Produkt von Cardiol Therapeutics bahnt sich ein Medikament mit einem naturmedizinischen Wirkstoff seinen Weg in den Massenmarkt. Für langfristig orientierte Anleger ein garantiert spannendes Investment. Auch ist die Pipeline bei BioNTech und Novartis ist gut gefüllt, um Menschen weltweit zu helfen. Sei es durch neue Arbeitsplätze wie in Ruanda oder durch Blockbuster gegen Asthma, Psoriaris und Herzinsuffizienz.


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    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

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