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31.05.2021 | 05:08

BYD, Kodiak Copper, Xiaomi – Kupfer: Kaufen oder Kasse machen?

  • Kupfer
  • Elektromobilität
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Bildquelle: pixabay.com

Die Nachfrage nach Kupfer wird kontinuierlich steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngst erschienene Studie der International Copper Association (ICA). Die ICA prognostiziert, dass bis 2030 mehr als 250.000 Tonnen Kupfer pro Jahr als Teil der Wicklungen in elektrischen Fahrmotoren verwendet werden. Aber auch in vielen anderen Industriezweigen ist Kupfer gefragt. Eine das Angebot übersteigende Nachfrage oder Lieferengpässe können den Rohstoff jederzeit über Nacht teurer werden lassen. Aus diesem Grund werfen wir heute einen Blick auf einen angehenden Kupferproduzenten. In der Betrachtung dürfen natürlich große Nachfrager wie BYD oder Xiaomi nicht fehlen. In unserem alltäglichen Begleiter, dem Smartphone, sind immerhin 15% Kupfer enthalten. Lassen Sie sich von drei spannenden Investmentideen überraschen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


BYD CO LTD – alter Schwede

Der chinesische Hersteller BYD (Build Your Dreams) ist einer der führenden Batterie- und Akkuhersteller der Welt. Mit elektrisch angetriebenen Linien- und Reisebussen ist BYD seit einiger Zeit in Europa aktiv und meldet kontinuierlich Großaufträge. Vor wenigen Tagen wurde ein solcher aus Schweden mit insgesamt 79 rein elektrisch betriebenen Bussen gemeldet. Die Auslieferung der Fahrzeuge soll noch Ende des Jahres beginnen. Kürzlich hatte der Konzern bekannt gegeben, noch in diesem Jahr in den europäischen Markt für Elektroautos einsteigen zu wollen. Der Start erfolgt nach Unternehmensaussage in Norwegen, da das Land in Hinblick auf Marktreife und Landeinfrastruktur der am weitesten fortgeschrittene Markt in Europa sei.

Laut Medienberichten soll der Konzern mit dem BYD Tang, einem elektrisch angetrieben SUV, den Eröffnungsschachzug machen. Die Limousine Han, welche im Juni in China mit einer neuen Batterietechnologie an den Start geht, soll ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt in Europa eingeführt werden.

Nachdem viele Analysten von den veröffentlichten Q1-Zahlen nicht so begeistert waren, halten die Experten den Titel in Summe für angemessen bewertet. Wer, wie Großaktionär Warren Buffett, an den langfristigen Erfolg der Expansionsstrategie der Chinesen glaubt, der nutzt die Phase der Skepsis für den Einstieg. BYD bringt aktuell 14,3 Mrd. USD auf die Börsenwaage und weist ein moderates 2022er KGV von 16 auf.

KODIAK COPPER CORP – Kaufen

Die Aktie des kanadischen Kupferexplorers Kodiak Copper hat sich im Zuge des starken Kupferpreisanstiegs in den letzten Monaten vervielfacht. Die Aufwärtsbewegung stoppte bei rund 3,30 CAD im letzten Jahr. Aktuell ist die Aktie für 1,96 CAD zu haben, die Gesellschaft ist mit 93 Mio. CAD bewertet. Natürlich hat der Kupferpreis die Aktie der Kanadier beflügelt, im Kern waren es aber positive Projekt-Entwicklungen. Und es bewahrheitete sich einmal mehr, dass Anleger gut beraten sind, beim Aufspüren von erfolgreichen Investments auf die Lenker der Gesellschaften und deren Erfolgsgeschichten zu schauen. In Bezug auf Kodiak können wir nur festhalten: Chris Taylor hat erneut geliefert. Taylor ist seit der Goldentdeckung mit Great Bear Resources international bekannt. Die Aktie vervielfachte sich innerhalb weniger Jahre von wenigen Cent auf über 10 CAD. Taylor ist Chairman bei Kodiak.

Ein riesiger Kupfer-Fund im Gold-Projekt MPD ließ die Anteilsscheine im letzten Jahre haussieren. Auch die Branchengröße Teck Resources stieg bei Kodiak ein, offenbar begeistert von Ergebnissen. Seit März 2021 läuft nun ein vollständig finanziertes Bohrprogramm über 30.000m auf MPD, was in naher Zukunft für einen kontinuierlichen Nachrichtenfluss sorgen sollte. Das Kupfer-Gold-Porphyr-Projekt MPD befindet sich im Süden von British Columbia. Nicht vergessen sollten Anleger jedoch das Kupfer-Molybdän-Silber-Porphyr-Projekt Mohave von Kodiak in Arizona. Dieses Projekt liegt in unmittelbarer Nähe zu der Weltklasse-Mine Bagdad, die sich im Besitz von Freeport-McMoRan befindet.

XIAOMI CORPORATION – Nummer 3 im weltweiten Handymarkt, aber da geht noch mehr

Das chinesische Unternehmen hat seit seiner Gründung im Jahr 2010 ein beeindruckendes Wachstum unter Beweis gestellt, welches sich angesichts jüngster Meldungen weiter dynamisch fortsetzen dürfte. Der chinesische Elektronik-Hersteller gehört mittlerweile zu den größten Smartphone-Herstellern der Welt. Vor wenigen Tagen wurde gemeldet, dass der Technologiekonzern von der schwarzen Liste gestrichen ist, auf die die Trump-Regierung eine Reihe von Unternehmen aus der Volksrepublik gesetzt hatte. Die USA warfen diesen Unternehmen Nähe zum chinesischen Militär und Geheimdiensten vor. Diese Einschätzung wurde nun von einem US-Gericht gekippt, womit das Halten, der Kauf- und Verkauf von Xiaomi-Aktien für US-Bürger wieder erlaubt ist.

Die kürzlich vorgelegten Quartalszahlen beeindrucken. Xiaomi ist nach wie vor die Nummer 3 der Welt hinter den Größen Apple und Samsung.** Aber Xiaomi ist mehr als nur ein Handyhersteller. Um als Technologiekonzern international erfolgreich tätig zu sein, ist es oft wirtschaftlich und ökonomisch sinnvoll, ein ganzes „Ökosystem“ für Kunden anzubieten. Dies bringt für Kunden den Vorteil der „Usability“, d.h. Geräte und Software können einfacher miteinander „kommunizieren“. Für den Konzern erhöht es die Kundenbindung und das Cross Selling enorm. Nicht ohne Grund hat sich Xiaomi als oberste Maxime Kundenzufriedenheit auf die Fahnen geschrieben. Somit spielen auch Hardware (z.B. Notebooks) oder andere Devices (z.B. Smart Watches) eine bedeutsame Rolle, die durch eine eigene Internet of Things (IoT)-Plattform verbunden sind. Der Bereich Smart Home ist für Xiaomi ebenfalls ein Wachstumsfeld. Nach Unternehmensangaben betreibt das Unternehmen die weltweit führende AIoT-Plattform (AI+IoT) für Verbraucher mit 351,1 Mio. intelligenten Geräten, die mit der eigenen Plattform verbunden sind – hier sind Smartphones und Laptops noch gar nicht eingerechnet**! Der Begriff AI steht für Artificial Intelligence bzw. künstliche Intelligenz. Teil der AI ist auch, dass eine Software oder ein System lernt, aufgrund von vergangenen Entscheidungen, zukünftige Entscheidungen vorherzusagen.

Im ersten Quartal 2021 erreichten sowohl der Gesamtumsatz als auch der bereinigte Nettogewinn Rekordwerte. Die AIoT-Plattform ermöglicht eine schnelle und weltweite Skalierung. Insgesamt stieg der Konzernumsatz um 55% auf 75 Mrd. USD. Der Nettogewinn wuchs rund dreimal so stark um 164% auf rund 950 Mio. USD. Die Daten lagen über den Schätzungen der Analysten, was zu einigen Hochstufungen der Aktie führte. Derzeit ist das Unternehmen bei 28,60 HKD je Aktie mit einer Marktkapitalisierung von 92 Mrd. USD bewertet. Dies entspricht gerade einmal dem rund 1,5fachen des erwarteten 2022er Umsatzes. Auch das 2022er KGV von 25 ist für die Gesellschaft angesichts der Zukunftsperspektiven nicht zu hoch. Die Chinesen haben noch viel vor: im März 2021 kündigte der Konzern den Einstieg in das Geschäft mit intelligenten Elektrofahrzeugen an. Momentan verfolgen 35 Analysten die Aktie und billigen den Anteilsscheinen im Durschnitt ein Potenzial von rund 13% zu. Da die Veröffentlichung der Quartalsdaten erst wenige Tage her ist, nutzen Anleger die Zeit für Käufe, bis die Hochstufungen bzw. neuen Kaufurteile der Analysten eintrudeln.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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