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08.06.2021 | 05:08

BYD, GSP Resource, Varta – Megatrend Kupfer - wie geht es jetzt weiter?

  • Kupfer
  • Elektromobilität
Bildquelle: pixabay.com

Elektromobilität verzeichnet starke Zuwachsraten. Die International Copper Association prognostiziert einen enormen Anstieg der Nachfrage nach Kupfer in den nächsten 10 Jahren, maßgeblich getrieben durch E-Fahrzeuge, aber auch durch Industrie oder Technologie. Kupfer, Lithium & Co machen den Siegeszug der Elektrifizierung erst möglich. Wir stellen spannende Aktien zum Megatrend vor.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA36249G1090 , US05606L1008 , DE000A0TGJ55


BYD CO LTD - Attacke

BYD (Build Your Dreams) ist einer der führenden Batterie- und Akkuhersteller der Welt. Mit elektrisch angetriebenen Linien- und Reisebussen sind die Chinesen seit einiger Zeit in Europa aktiv und melden kontinuierlich Großaufträge. Nun hat der Konzern den europäischen Markt für Elektroautos ins Visier genommen und greift zunächst in Norwegen an. Seit mehreren Jahren dominieren hier E-Autos die Verkäufe bei neuen PKWs, das skandinavische Land ist zudem weltweit Vorreiter in Sachen Umwelt- und Klimaschutz.

Laut Presseberichten ist die erste Charge von 100 Einheiten des neuen vollelektrischen SUVs Tang kürzlich aus Shanghai verschifft worden und soll gegen Ende des Sommers bei den Händlern in Norwegen eintreffen. Das Modell soll umgerechnet zu rund 72.400 USD angeboten werden. BYD ist mit dem Markteintritt nun Nio und XPeng auf den Fersen.

Mit dem E-Van T3 planen die Chinesen laut Presseberichten den Einstieg in Australien. Dazu habe die Gesellschaft Vertriebsabkommen geschlossen. Mit einem Kampfpreis von weniger als 35.000 USD soll das Modell auf den Markt kommen. Wir sind gespannt. Die Umtriebigkeit von BYD erfreut sicherlich auch den Großaktionär Warren Buffett, der vor langer Zeit den richtigen Riecher hatte und investierte.

GSP RESOURCE CORP – enormer Hebel

GSP Resource ist ein kanadisches Mineralexplorations- und Entwicklungsunternehmen, das sich auf Projekte im Südwesten von British Columbia konzentriert. Derzeit ist die Gesellschaft mit einem Börsenwert von lediglich 8 Mio. CAD noch ein Börsenwinzling. Das Management bringt viel Erfahrung mit und hat in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass es merkliche Wertsteigerungen für Aktionäre erzielen konnte.

GSP Resource besitzt eine Option auf den vollständigen Erwerb des Kupfer-Gold-Silber-Projekts Alwin in British Columbia. Das Alwin-Minenprojekt umfasst die in der Vergangenheit produzierende Kupfermine Alwin und befindet sich unmittelbar westlich des Porphyr-Kupfer-Molybdän-Silber-Erzkörpers Highland Valley des Rohstoffriesen Teck Resources, wo eine Tagebau-Mine betrieben wird. Gerade Kupferprojekte bzw. Kupferaktien sind angesichts des Preisanstiegs des Industriemetalls derzeit bei Anlegern beliebt.

Nun meldete die Gesellschaft, man habe ein voll finanziertes Sommerbohrprogramm auf dem Alwin-Projekt gestartet. Das Bohrprogramm hat einen Umfang von mindestens 1.500m Diamantbohrungen und soll die tieferliegenden Ziele innerhalb des Projekts erkunden. Die Bohrlöcher sollen eine Länge zwischen 250m und 350m erreichen. Mit den geplanten Bohrungen sollen sowohl schmale, hochgradig mineralisierte Bereiche der Lagerstätte, aber auch Bereiche, in denen bis dato noch kein Abbau stattgefunden hat, untersucht werden.

Das Alwin-Projekt weist eine beachtliche Größe und eine vorteilhafte historische Produktion auf. Die 575 Hektar große Liegenschaft weist einen historischen Untertagebaubetrieb auf, der auf einer Länge von 500m bis in eine Tiefe von 300m und auf einer Breite von 200m erschlossen wurde und zwischen 1916 und 1981 rund 233.100 Tonnen Material gefördert hat. Daraus wurden 3.786 Tonnen Kupfer, 2.729kg Silber und 46,2kg Gold produziert! Der durchschnittliche Erzgehalt betrug 1,5% Kupfer. Interessant ist, dass Gold- und Silbergehalte in der Tiefe innerhalb der einzelnen Mineralisierungszonen zunahmen. Zudem beherbergt das Projekt neben der Hauptzielzone der Alwin Mine noch eine Reihe von unvollständig explorierten Zielen mit einer porphyrischen Kupfer- und Molybdänmineralisierung sowohl nördlich als auch westlich der Abbaubereiche. Somit ist genügend Raum für Wachstum vorhanden. Positive Bohrergebnisse könnten jederzeit für ein Kursfeuerwerk gut sein.

VARTA AG – die Ruhe vor dem Sturm?

So richtig kommt die Aktie nicht von der Stelle in den letzten Wochen. Aktuell ist das Unternehmen mit Kursen von 128 EUR rund 5,2 Mrd. EUR wert. Im Durchschnitt halten die Analysten die Aktie jedoch für ausgereizt, denn es existieren eine Reihe von Fragezeichen in Bezug auf den weiteren Erfolg. Es ist zu befürchten, dass die Wachstumsgeschwindigkeit deutlich abflachen wird. Dies war schon vor einigen Monaten dem Ausblick zu entnehmen, den Varta zum laufenden Geschäftsjahr gab.

Um die Bewertung zu rechtfertigen, muss der MDAX-Konzern jedoch stark dynamisches Wachstum zeigen. Dies erhoffen sich die Süddeutschen neben dem Brot-und-Buttergeschäft mit Lithium-Ionen-Akkus für zum Beispiel für kabellose Kopfhörer aus dem Bereich Elektromobilität. Im März kündigte Varta den Einstieg in die Produktion von Batterien für Elektroautos an. Neuartige Zellen sollen zum Ende des Jahres am Stammsitz in Ellwangen auf einer Pilotlinie produziert werden. Die neue Batterie könnte vor allem bei Fahrzeugen im Premiumsegment zum Einsatz kommen, einen ersten Kunden aus der Autoindustrie hat das Unternehmen bereits an Land gezogen, ein Name wurde jedoch nicht genannt. Dieses Wachstumsfeld bietet Phantasie aber auch Risiken, da der Konzern gegen etablierte Player aus Asien und Tesla antritt. Zudem scheint die Wettbewerbsintensität im Kerngeschäft auch rauer zu werden. Es bleibt spannend.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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