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14.09.2022 | 13:51

BYD, Altech Advanced Materials, Varta – Durchbruch am Batteriemarkt

  • Elektromobilität
  • Batterie
  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie bei der Transformation des Verkehrssektors. Allein 2021 hat sich die Zahl der Neuzulassungen als auch der Marktanteil der mit Batterie betriebenen Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Dabei spielt neben der Ladeinfrastruktur die Effizienz eine entscheidende Rolle für die Verbreitung der E-Automobile. Ein Hindernis für das rasante Wachstum dürfte aufgrund der hohen Nachfrage zudem der Mangel am existenziellen Rohstoff Lithium für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien werden. Mit einer neuartigen Technologie steht gerade ein deutsches Unternehmen vor dem Start einer Revolution. Denn der Hauptbestandteil der neuartigen Batterie ist normales Kochsalz, das in extrem großen Mengen zur Verfügung steht und regional stark diversifiziert produziert wird.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , BYD CO. LTD ADR/2 YC 1 | US05606L1008

Inhaltsverzeichnis:


    Altech Advanced Materials – Die Super-Batterie der Zukunft

    „Deutschland fehlt es an Innovationen, das frühere Qualitätssiegel „Made in Germany“ gibt es nicht mehr!“, so die aktuelle Meinung in der Gesellschaft. Doch weit gefehlt, gerade in einem der Zukunftsthemen, der Entwicklung und Produktion von Batterien für die Elektromobilität, zeigt Deutschland seine frühere Stahlkraft. Einer der Hauptprotagonisten eines zukunftsträchtigen Joint-Ventures ist Altech Advanced Materials, welches gerade einmal einen Börsenwert in Höhe von 8,59 Mio. EUR besitzt. Mit 25% sind die Heidelberger an der neu gegründeten Altech Energy Holdings GmbH beteiligt, drei Viertel hält das börsennotierte australische Unternehmen Altech Chemicals Ltd. Das Gemeinschaftsunternehmen wiederum gründet mit dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS, dem führenden Batterieinstitut in Deutschland, die neue Altech Battery GmbH. Ziel dieser ist es, eine Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterie (SAS) unter dem Produktnamen CERENERGY zu produzieren und zu vertreiben.

    Jahrelange Forschungsarbeit

    Dabei besitzen die SAS-CERENERGY-Batterien enorme Vorteile gegenüber den herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterien und könnten die aktuelle Technologie nach Darstellungen zukünftig ersetzen. CERENERGY-Batterien sollen nicht brennbar und deshalb feuer- und explosionssicher sein, haben eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren und funktionieren in extrem kalten und heiβen Klimazonen. Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel. Zudem werden weder Lithium, Kobalt, Graphit noch Kupfer benötigt, damit funktionieren sie unabhängig von kritischen Lieferengpässen und Preissteigerungen der Rohstoffe. Die Herstellungskosten der CERENERGY-Batterien dürften laut Fraunhofer zudem rund 40% niedriger sein, als die von vergleichbaren Lithium-Ionen-Batterien.

    Die zu kommerzialisierende SAS-Technologie wurde in den letzten acht Jahren vom Fraunhofer IKTS entwickelt. Dabei wurde die Energiekapazität deutlich erhöht und niedrigere Produktionskosten ermöglicht. SAS-Batterien wurden in Bezug auf ihre Kapazität bereits erfolgreich in stationären Batteriemodulen getestet. Aktuell befinden sich die SAS-Batterien des IKTS in der letzten Phase der Produktprüfung und sind bereit für die Vermarktung.

    Der Plan des Gemeinschaftsunternehmens sieht vor, eine Produktionsstätte am zukünftigen Altech-Standort in Schwarze Pumpe in Sachsen zu errichten. Dabei soll das Werk anfangs in einer ersten Produktionslinie eine jährliche Kapazität von 100-MWh erreichen. Das Joint Venture hat mit dem Planungsprozess für die detaillierte Machbarkeitsstudie begonnen, die für den Kommerzialisierungsprozess und dessen Finanzierung erforderlich ist. Langfristig ist der Bau weiterer Linien bis hin zu einer Gigawatt-Batterieanlage geplant.

    Das Potenzial von Altech Advanced Materials konnte man bereits vor der Gründung des neuen Joint-Ventures mit dem Fraunhofer-Institut erkennen. Mit dem patentierten Beschichtungsverfahren Silumina Anode haben die Heidelberger bereits ein heißes Eisen im Feuer. Auch an dieser Technologie ist Altech Advanced Materials mit 25% beteiligt, den großen Rest besitzt die an der Australischen Börse ATX gelistete, 148,80 Mio. AUD schwere, Altech Chemicals Ltd. Eine vorbereitende Wirtschaftlichkeitsanalyse, welche das Unternehmen bereits im April veröffentlichte, bescheinigt dem geplanten Produktionsvorhaben eine hohe Wirtschaftlichkeit. Die Analyse errechnet für das Produktionswerk der Altech Industries Germany GmbH einen Wert (Nettobarwert bei einem Abzinsungssatz von 8%) von 420 Mio. EUR. Ein Viertel davon beträgt 105 Mio. EUR. Demgegenüber steht ein Börsenwert von 8,59 Mio. EUR.

    Uwe Ahrens, Vorstandsmitglied der Altech Advanced Material, präsentiert das hochinteressante Unternehmen anlässlich des 4.IIF - International Investment Forum am 27.09.2022. Die Anmeldung zum virtuellen Event ist kostenfrei.

    BYD – Weiter nach dem Buffett-Schock

    Die Erfolgsgeschichte der BYD-Aktie wurde durch den Verkauf von Unternehmensanteilen durch die Investorenlegende Warren Buffett jäh gestoppt. Nach dem Erklimmen neuer Höchststände bei 43,61 USD sackte der Kurs in der Folge um mehr als 38% auf 28,50 USD ab. Hier verlaufen jedoch markante Unterstützungszonen, die Anleger zu einer neuen Einstiegschance nutzen könnten.

    Fundamental läuft es beim chinesischen Marktführer weiter wie am Schnürchen. Im Oktober soll laut Hunan Today eine Chipfabrik in der zentralchinesischen Stadt Changsha eröffnet werden. Das Werk wird jährlich bis zu 500.000 Automobilchips auf Basis eines 8-Zoll-Wafers produzieren und soll einen Umsatz von 800 Millionen RMB und einen Gewinn von bis zu 40 Millionen RMB pro Jahr erwirtschaften. Mit dem Bau des 140 Mio. USD teuren Projekts wurde im April 2020 begonnen, die ersten Testläufe für die Produktion wurden in diesem Monat gestartet.


    Das Wachstum der Elektromobilität ist ungebremst, der Kampf um die effizientesten Batterien voll entbrannt. Mit dem Joint Venture von Altech Advanced Materials, Altech Chemicals Ltd. sowie dem Fraunhofer Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS entsteht ein neuer Player, der eine Revolution in der Beschaffenheit neuer Batterien für die Elektroautomobilindustrie einläuten könnte. Nach dem Abverkauf erscheint zudem der chinesische Elektroautobauer BYD interessant.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Diversifikation reduziert Risiken. Dies gilt nicht nur bei der Geldanlage, sondern auch bei Unternehmen. So verkauft BYD nicht nur Autos, sondern auch Batterien, Nutzfahrzeuge und mehr. Dabei steht derzeit klar die Autosparte im Fokus, aber auch in den anderen Bereichen gibt der chinesische Konzern kräftig Gas, etwa bei der Expansion in Ausland. Mit über 200 Beteiligen im Rohstoffsektor ist auch Globex Mining breit gestreut und inzwischen entspricht allein der Kassenbestand gut der Hälfte der Marktkapitalisierung. Dazu gibt es positive News aus den Projekten. Varta versucht mit dem Einstieg in die Batterieproduktion die Diversifikation. Dabei kommt das Unternehmen jedoch nicht voran. Vielleicht gibt es auf einer Investorenkonferenz in der kommenden Woche Neuigkeiten.

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