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07.10.2022 | 05:10

BYD, Altech Advanced Materials, Nio – Kampf um die Batterie der Zukunft

  • Elekromobilität
  • Batterie
Bildquelle: pixabay.com

Die Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie bei der Transformation des Verkehrssektors. Allein 2021 hat sich die Zahl der Neuzulassungen als auch der Marktanteil der mit Batterie betriebenen Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Dabei spielt neben der Ladeinfrastruktur die Effizienz eine entscheidende Rolle für die Verbreitung der E-Automobile. BYD ist mit seiner Blade-Batterie derzeit führend. Jedoch trat in den vergangenen Monaten ein Newcomer an den Markt, der mit einer neuartigen Technologie den Batteriemarkt aufmischen könnte.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

Inhaltsverzeichnis:


    Altech Advanced Materials – Drei Eisen im Feuer

    Das Papier des in Heidelberg niedergelassenen Unternehmens zählte in den letzten Monaten zu den Börsensternchen am Aktienmarkt, und dies nicht ohne fundamentale Hintergründe. Mit den drei bearbeitenden Geschäftsfeldern trifft Altech Advanced Materials den Nerv der Zeit. Dabei könnte die Beschichtungstechnologie Silumina Anodes zum neuen Standard in der Batterietechnologie für die Elektromobilität emporsteigen. Am Joint Venture, das an der hochinnovativen Entwicklung arbeitet, besitzt das deutsche Unternehmen 25%, die restlichen 75% besitzt die australische Altech Chemicals. Bei der neuartigen Methode werden Batterien mit einer speziellen Nanobeschichtung aus hochreinem Aluminiumoxid und einer Anreicherung von Silizium versehen, was die Ablagerung von Lithiumteilchen an den Elektroden verhindern soll und den Kapazitätsverlust deutlich minimiert. Produziert werden soll das Anodenverbundmaterial in einem eigenen Werk in Schwarze Pumpe in der Nähe von Cottbus. Bei Vollauslastung sollen dort 10.000t pro Jahr produziert werden.

    Für Aufsehen sorgte vor Wochen die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS, dem führenden Batterieinstitut in Deutschland, an dem Altech Advanced Materials mit 18,75% beteiligt ist. Laut Vorstand Uwe Ahrens besitzt die Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterie CERENERGY das Potenzial, der Netzbatteriespeicher der Zukunft zu werden. Die Vorteile gegenüber Lithium-Ionen-Batterien sind dabei einleuchtend. CERENERGY-Batterien sind nicht brennbar und deshalb feuer- und explosionssicher, haben eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren und funktionieren in extrem kalten und heißen Klimazonen. Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel. Zudem werden weder Lithium, Kobalt, Graphit noch Kupfer benötigt. Die Batterie funktioniert damit unabhängig von kritischen Lieferengpässen und Preissteigerungen der Rohstoffe. Produziert werden soll ebenfalls in Schwarze Pumpe.

    Um die Wertschöpfungskette abzurunden, besitzen die Heidelberger zudem einen Optionsvertrag mit Altech Chemicals Limited und Atech Chemicals Australia PTY, welcher es der Gesellschaft erlaubt, bis zu 49% der Anteile an dem Alumina Projekt der Altech Australia zu erwerben. Altech hat eine bankfähige Machbarkeitsstudie für die Errichtung und den Betrieb einer hochreinen Aluminiumoxid-Anlage mit 4.000t Jahreskapazität im Industriekomplex Tanjung Langsat in Malaysia erstellt. In dieser Anlage wird hochreines Aluminiumoxid direkt aus Kaolin hergestellt, das aus der zu 100% unternehmenseigenen Kaolinlagerstätte bei Meckering in Westaustralien stammt.

    Altech Advanced Materials besitzt ohne Zweifel das Potenzial, einer der wichtigen Player am Batteriemarkt der Elektromobilität zu werden. Bis zur Umsetzung der Pläne hin zur Produktion dürften jedoch noch mehrere Jahre vergehen. Anleger, die die Rallye in den vergangenen Wochen verpasst haben, könnten eine zweite Chance erhalten, denn aktuell läuft eine Kapitalerhöhung mit vorheriger Kapitalherabsetzung. Das Bezugsangebot finden Sie hier.

    In einem ausführlichen Interview erklärt Vorstand Uwe Ahrens die drei Geschäftsfelder und zeigt die Zukunftschancen des Unternehmens auf.

    BYD – Von Rekord zu Rekord

    Das dynamische Wachstum des chinesischen Marktführers bei Elektroautomobilen, BYD, geht ungebremst weiter. Dabei wurde der Monat September mit dem Absatz von 201.259 New Energy Vehicles abgeschlossen, den siebten Monat in Folge mit einem Rekordabsatz und zum ersten Mal über 200.000 Einheiten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg von 183%. Gegenüber dem Vormonat konnte sich das in Shenzhen niedergelassene Unternehmen um 15% steigern.

    Einen Rückschlag musste BYD im Zusammenhang mit dem Börsengang der Chip-Einheit BYD Semiconductor hinnehmen. Die Prüfung der Notierung von BYD Semiconductor an der SZSE ChiNext wurde wegen abgelaufener Finanzinformationen gestoppt. Insgesamt besitzt das Mutterunternehmen 65,76% an der Halbleitersparte. Wann der IPO stattfinden kann, ist derzeit noch nicht bekannt.

    Aus charttechnischer Perspektive kämpft die Aktie mit dem seit Mai gebildeten Aufwärtstrend. Ein nachhaltiges Unterschreiten der Marke von 24,02 USD würde ein neues Verkaufssignal auslösen und könnte den Titel in Richtung der nächsten Unterstützungszone bei 21,42 USD führen.

    Nio – Starkes drittes Quartal

    Deutlich hinter dem Platzhirschen BYD rangiert das Elektroautomobilunternehmen Nio. Im September beliefen sich die Auslieferungen auf 10.878 Fahrzeuge, was einer Steigerung von 2,35% gegenüber August 2022 entspricht. Im dritten Quartal lieferte NIO 31.607 Fahrzeuge aus, was einen neuen Rekord in einem einzelnen Quartal gleichkommt. Dies entspricht einer Steigerung von 29,33% gegenüber dem Vorjahr und 26,13% gegenüber dem zweiten Quartal.

    Eine Premiere feierte das Unternehmen dagegen in Deutschland. In Zusmarshausen wurde die erste Batterietausch-Station in der Bundesrepublik eröffnet. Ob weitere folgen, steht derzeit in den Sternen. Die aktuelle Energiekrise verzögere NIOs Expansion in Europa, wie Nio-CEO William Li der Financial Times erklärte. Man liege hinter dem Plan, nicht nur wegen der hohen Energiekosten, sondern auch wegen ausstehender Genehmigungen, die länger dauern als geplant. In Norwegen sind bereits zwei Wechselstationen in Betrieb, zwei weitere sollen folgen. Insgesamt sind bis 2025 weltweit mehr als 4.000 „Battery Swap Stations“ geplant.


    Der Kampf um die beste Batterie für die Elektromobilität ist in vollem Gang. Altech Advanced Materials besitzt dabei enormes Potenzial, der Weg bis zur Produktion ist jedoch noch weit. BYD konnte mit den Absatzzahlen für den Monat September weiter glänzen. Bei NIO verzögert sich die Errichtung weiterer Batterieaustausch-Stationen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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    Die Elektromobilität gilt als Schlüsseltechnologie bei der Transformation des Verkehrssektors. Allein 2021 hat sich die Zahl der Neuzulassungen als auch der Marktanteil der mit Batterie betriebenen Fahrzeuge mehr als verdoppelt. Dabei spielt neben der Ladeinfrastruktur die Effizienz eine entscheidende Rolle für die Verbreitung der E-Automobile. Ein Hindernis für das rasante Wachstum dürfte aufgrund der hohen Nachfrage zudem der Mangel am existenziellen Rohstoff Lithium für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien werden. Mit einer neuartigen Technologie steht gerade ein deutsches Unternehmen vor dem Start einer Revolution. Denn der Hauptbestandteil der neuartigen Batterie ist normales Kochsalz, das in extrem großen Mengen zur Verfügung steht und regional stark diversifiziert produziert wird.

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    Kommentar von Stefan Feulner vom 11.08.2022 | 05:10

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