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25.04.2022 | 05:45

BP, Saturn Oil + Gas, Shell – Öl-Aktien im Fokus nach der Frankreich-Wahl

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Bildquelle: pixabay.com

Die EU will die Russland-Sanktionen wohl weiter verschärfen. Öl- und Kohle-Importe sollen gestoppt werden. Laut Annalena Baerbock soll es bis Ende des Jahres soweit sein. Doch bleibt es dabei? Aktuell konnte man sich noch nicht zu einem sofortigen Importstopp durchringen, auch um die Wahl in Frankreich nicht zu gefährden. JPMorgan sieht den Ölpreis bei 185 USD wenn die EU sofort ihre Importe einstellt. Ist die Wahl erstmal vorbei, könnte das vollständige Einfuhrverbot kommen. Frankreichs Finanzminister LeMaire sagte zuletzt, dass ein EU Verbot für russisches Öl in Arbeit ist. Wir sehen uns drei Profiteure von steigenden Ölpreisen an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , BP PLC DZ/1 DL-_25 | DE0008618737 , Shell PLC | GB00BP6MXD84

Inhaltsverzeichnis:


    BP – Warten auf die Zahlen am 3. Mai

    Ein Ölpreis von mehr als 100 USD sollte den Öl-Multis wie BP Rekordergebnisse bescheren. Doch die Aktie kommt im Vergleich mit den anderen großen Playern nicht so gut weg. Das liegt vor allem an der Aufgabe der Rosneft-Beteiligung, an der BP mit fast 20% beteiligt war. Es ist momentan unklar, wieviel Geld der Konzern durch den Verkauf in Zukunft verlieren wird. Die Beteiligung besitzt einen Wert von geschätzten 14-25 Mrd. USD. Aus den Geschäftszahlen 2021 geht hervor, dass die russische Beteiligung für ein Fünftel des Gesamtgewinns verantwortlich war. Am 3. Mai ist der Tag der Wahrheit und die Aktionäre werden erfahren, wieviel Mrd. abgeschrieben werden müssen.

    Es wird ein Umsatz von 55,9 Mrd. USD erwartet bei einem Gewinn von 1,37 USD je Aktie. Bei der Vorstellung der letzten Quartalszahlen konnte das Unternehmen die Analystenschätzungen beim Gewinn um 200 Mio. USD übertreffen und kündigte ein Aktienrückkaufprogramm über 4 Mrd. USD an. Zusätzlich spielt bei BP die Transformation hin zu einem klimaneutralen Unternehmen eine wichtige Rolle. Ende März kündigte der Konzern an, in den kommenden zehn Jahren rund 1,3 Mrd. USD in Elektrotanksäulen zu investieren und hat einen Vertrag zur Lieferung von Ladegeräten mit dem australischen Unternehmen Tritium geschlossen.

    Egal was bei den Zahlen Anfang Mai herauskommt, der gestiegene Ölpreis wird mindestens einen Teil der Verluste auffangen. Die Analysten zeichnen ein gemischtes Bild. Während JPMorgan das Kursziel auf 500 Pence angehoben hat, senkte die Deutsche Bank ihr Kursziel auf 450 Pence. Die Aktie notierte zum Xetraschluss bei 4,686 EUR. Bleibt die Dividende gleich wie im 4. Quartal, gibt es im Jahr rund 0,20 EUR Dividende, oder 4,2% beim aktuellen Kurs. Aktuell ist die Aktie im Aufwärtstrend, solange 4,34 EUR auf Schlusskursbasis nicht unterschritten werden.

    Saturn Oil & Gas – laut vier Studien klar unterbewertet

    Deutlich kleiner als BP ist der kanadische Öl- und Gas-Produzent Saturn Oil & Gas. Trotzdem bieten sich hier größere Chancen als beim Öl-Multi. Nachdem im vergangenen Jahr eine Produktion von 6.700 Barrel Leichtöl pro Tag übernommen werde konnte, folgte in diesem Jahr eine weitere Übernahme von 240 Barrel je Tag. Beim IIF Industry Talk ließ CEO John Jeffrey durchblicken, dass für 2022 eine durchschnittliche Produktion von 8.000 Barrel pro Tag geplant ist. Der hohe Ölpreis wird dabei helfen, die Schulden des Unternehmens bis zum dritten Quartal 2023 zu tilgen. Im Anschluss sollen die Aktionäre in Form von Dividenden, Aktienrückkäufen oder neuen wertsteigernden Akquisitionen profitieren.

    Am 12. April gab das Unternehmen seinen unabhängigen Reservenbericht bekannt. Im Vorjahresvergleich wuchsen die geprüften und wahrscheinlichen Reserven um 668% auf 50,7 Mio. Barrel. Damit kann Saturn im schlechtesten Fall 8,7 Jahre und im besten Fall 19,2 Jahre produzieren, selbst wenn keine weiteren Akquisitionen getätigt werden. Der April war geprägt von vier Unternehmensanalysen aus verschiedenen Analystenhäusern. Den Start machte GBC gefolgt von Beacon Securities, Velocity Trade Capital und Echelon Capital Markets. Alle Studien sehen Saturn als klar unterbewertet im Vergleich zur Peer Group. Die Kursziele liegen zwischen 7,00 Kanadischen Dollar (CAD) und 13,12 CAD.

    Weitere Informationen finden sich in der upgedateten Analyse auf researchanalyst.com. Als nächstes stehen die Jahreszahlen und die Zahlen zum ersten Quartal an. Gerade letztere können einen genaueren Aufschluss darüber geben, wie sich das Unternehmen bei dem hohen Ölpreis entwickelt. Vielleicht kann CEO John Jeffrey die Zahlen bei dem am 19. Mai stattfindenden International Investment Forum präsentieren. Die Anmeldung ist hier schon jetzt kostenlos möglich. Mit den Studien der Analysten schaffte es die Aktie ihren Seitwärtstrend zwischen 2,70 CAD und 3,08 CAD nach oben zu verlassen und stieg bis auf 3,56 CAD. Im Anschluss fiel die Aktie wieder und notiert aktuell bei 3,09 CAD. Der gebildete Aufwärtstrend bleibt intakt, solange die 2,82 CAD nicht auf Schlusskursbasis unterschritten werden.

    Shell – diversifiziert aufgestellt

    Shell hat seinen Konkurrenten BP in diesem Jahr deutlich outperformt. Das liegt daran, dass Shell in Russland nicht so stark engagiert war. Laut Unternehmensangaben drohen lediglich Abschreibungen zwischen 4 und 5 Mrd. USD aufgrund des Rückzugs aus dem Russlandgeschäft. Zusätzlich hat sich der Konzern früh auf Windkraft fokussiert, um seine Transformation zu einem nachhaltigen Unternehmen umzusetzen. Jetzt wo viele Regierungen noch schneller auf fossile Brennstoffe verzichten wollen und auf Erneuerbare Energien setzen, zahlt sich dieser Schritt für den Öl-Multi aus.

    Am 7. April gab der Konzern einen Ausblick auf die Zahlen des ersten Quartals. Die Produktion liegt zwischen 860.000 und 910.000 Barrel Öläquivalent, verflüssigtes Erdgas liegt zwischen 7,7 und 8,3 Mio. Tonnen. Erstmals wird der Bereich Erneuerbare Energien separat ausgewiesen. Das zeigt, dass die Transformation langsam Formen annimmt. Am 20. April hat Shell seinen Fortschrittsbericht zur Energiewende veröffentlicht. Bis Ende 2021 hat der Konzern seine Emissionen um 18% im Vergleich zu 2016 reduziert. Die Investitionen in kohlenstoffarme Kraftstoffe, Solar- und Windenergie oder Wasserstoff sind dabei hauptverantwortlich.

    Der Lohn für die Anstrengungen ist ein stark steigender Aktienkurs. Aktuell notiert die Aktie bei 26,07 EUR. Durch den hohen Ölpreis und die nun immer wichtiger werdenden Assets im Bereich der Erneuerbaren Energien ist der Konzern diversifiziert aufgestellt für die kommenden Jahre. Hinzu kommt natürlich das große Aktienrückkaufprogramm über 8,5 Mrd. USD. Als Anleger, der noch nicht investiert ist, sollte man auf einen deutlichen Rücksetzer warten, bevor man einsteigt. Die Dividendenrendite liegt auch nur noch bei rund 2,8%.


    Die hohen Öl- und Gaspreise helfen allen Produzenten. Während bei BP aufgrund des großen Investments in Russland eine gewisse Unsicherheit herrscht, sieht es bei Saturn Oil & Gas wesentlich besser aus. Kanada ist krisensicherer für Öl- und Gasproduzenten. Zudem ist in dem Wert das größte Potential vorhanden. Shell ist besser aufgestellt als der große Konkurrent BP, dafür ist das Potential sowohl beim Kurs als auch bei der Dividende geringer.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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