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25.10.2021 | 05:40

BP, Saturn Oil + Gas, Royal Dutch Shell – Ölaktien starten durch

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Bildquelle: pixabay.com

Wer aktuell sein Auto regelmäßig betanken muss, ist natürlich nicht begeistert. Benzinpreise an den Tankstellen zogen teilweise auf über 2 EUR an. Grund dafür ist der weiter steigende Ölpreis und ein Ende dieses Trends ist aktuell nicht absehbar. Martijn Rats, Analyst bei Morgan Stanley, erhöhte seine Prognose für das erste Quartal 2022 auf 95 USD und sieht den Ölpreis langfristig bei 70 USD pro Barrel (WTI). Auch sorgt das fallende Angebot durch zurückgefahrene Investitionen für steigende Preise. Durch politische Weichenstellungen für immer mehr Klimaschutz wurden Investitionen zur Erschließung von neuen Ölquellen signifikant zurückgefahren. 2014 waren es noch 740 Mrd. USD, sechs Jahre später sind es nur noch 350 Mrd. USD. Die Ölproduzenten profitieren von dieser Entwicklung aktuell stark, daher sehen wir uns drei Unternehmen näher an.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , ROYAL DUTCH SHELL A EO-07 | GB00B03MLX29


BP – Hohe Margen beschleunigen Transformation

BP bemüht sich verstärkt den Konzernumbau hin zu Erneuerbaren Energien und einer besseren Klimabilanz zu schaffen. Die hohen Öl- und Gaspreise helfen dabei natürlich enorm. Auch der Gaspreis ist in der letzten Zeit extrem gestiegen. Einen langfristigen Abnahmevertrag konnte der Konzern am 20. Oktober mit Shenzhen Sino Benny LPG unterzeichnen. Ab 2023 soll BP pro Jahr bis zu 300.000 Tonnen Gas nach Shenzen liefern.

Vor der New Yorker Küste wird in Kooperation mit Equinor ein Windpark umgesetzt. Insgesamt sollen so 2,1 Gigawatt Windkraft aufgebaut werden. Auch mit Lanxess wurde zuletzt eine Kooperation geschlossen mit dem Ziel, nachhaltigere Kunststoffe zu produzieren. Auf Basis von biologisch basierten Rohstoffen, sollen Kunststoffe für die Automobil-, Elektro und Konsumgüterindustrie hergestellt werden. Dieses Investment ist zukunftsträchtig und könnte die CO2-Bilanz des Konzerns langfristig deutlich verbessern.

Durch die stark gestiegenen Rohstoffpreise ist die Bewertung des Unternehmens nach wie vor günstig. Das sieht auch der Konzern selbst so und hat zuletzt 5,6 Mio. Aktien zurückgekauft. Neben den guten Unternehmensnachrichten sicherlich ein Grund, warum die Aktie zuletzt bis auf 4,34 EUR angestiegen ist. Trotzdem liegt die Dividendenrendite noch bei über 4%. Mit den Gewinnen kann die Transformation weiterhin schneller vorangetrieben werden.

Saturn Oil & Gas – Reverse-Split lockt neue Investoren

Die spektakuläre Übernahme von einer 6.700 Barrel Leichtöl Produktion hat Saturn Oil & Gas (Saturn) in eine ganze neue Ausgangslage versetzt. Zunächst wurden per Kapitalerhöhung rund 270 Mio. neue Aktien + Warrants ausgegeben. Ein Reverse-Split im Verhältnis 20:1 senkte diese Anzahl nun auf rund 25 Mio. Aktien. Ein wichtiger Schritt für das Unternehmen, das bis dahin als Pennystock galt. Da der Kurs oberhalb von 4 Kanadischen Dollar (CAD) notiert, liegt die Marktkapitalisierung jetzt bei mehr als 100 Mio. CAD. Beides relevante Fakten, die ein Investment von größeren Fonds nun möglich machen sollten.

Dazu passt, dass Beacon Securities das Coverage aufgenommen hat. In der Studie hat man das Unternehmen mit einer Peer Group von 13 Unternehmen verglichen und konnte feststellen, dass Saturn im aktuellen Vergleich deutlich unterbewertet ist. Bis Ende 2022 soll die Produktion auf 8.000 Barrel Öl pro Tag ansteigen, dabei greift man auf 400 vorhandene Bohrlöcher zurück, die überarbeitet werden können. Die Schulden sollen im ersten Quartal 2023 abgetragen sein. Für 2022 erwarten die Analysten einen Free-Cash-Flow von 44 Mio. CAD. Als Kursziel gaben die Analysten 10,15 CAD aus. Download Beacon Research Report

In seiner Unternehmenspräsentation am 14. Oktober auf dem International Investment Forum bestätigte CEO John Jeffrey, dass es das vorrangige Ziel des Unternehmens ist, seine Schulden zu begleichen. Im Anschluss an den Schuldenabbau stellte er für die Zeit danach eine Dividende in Aussicht. Die Aktie notiert aktuell bei 4,14 CAD und bietet auch auf diesem Level nach wie vor ein Verdoppelungspotential. Als interessierter Anleger sollte man sich die Zahlen des dritten Quartals Ende November genau anschauen. Dann weiß man in etwa, wie die Zahlen in den kommenden Quartalen aussehen werden.

Royal Dutch Shell – Amsterdamer Urteil belastet noch immer

Royal Dutch Shell (Shell) hat nach dem Amsterdamer Urteil und der Aufgabe, seinen CO2-Ausstoß deutlich zu verringern, die momentan größte Aufgabe unter den Öl-Multis zu bewältigen. Am 24. September wurde öffentlich, dass das Unternehmen sein Permian-Geschäft an ConocoPhillips für 9,5 Mrd. USD verkauft hat. Damit lag der Verkaufspreis 30% über dem Buchwert. Dieses Geld kann Shell gut gebrauchen, um einerseits Schulden zu tilgen, und andererseits die Sparte der Erneuerbaren Energien zu vergrößern, um so seine CO2-Bilanz aufzupolieren.

Der Konzern ist schon länger ein großer Player im Bereich von Windparks und ist damit auf der ganzen Welt vertreten. Es gibt Meldungen, dass Shell sich an den Versteigerungen von sieben großen Grundstücken beteiligen wird, auf denen Windparks vorgesehen sind. Diese Geschäfte sind für das Unternehmen wichtig, um ihr Image zu verbessern und so langfristig neue Investoren anzulocken. Die Nachhaltigkeit bei den Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen, ist für immer mehr Fonds Vorschrift.

Die Aktie konnte über 20% im letzten Monat zulegen. Das liegt auch an dem Verkauf über Buchwert. Aktuell ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis knapp über 1, vor einem Monat lag es sogar unter 1. Geht man davon aus, dass alle Assets von Shell einen Mehrwert von 30% haben, hat die Aktie noch weiteres Aufwärtspotential. Die Dividendenrendite liegt bei knapp unter 4%, wurde zuletzt aber auch um 4% gesteigert. Wird die Dividende weiter gesteigert, könnte die Aktie langfristig interessant sein.


Bleibt der Ölpreis hoch, geht es allen drei Unternehmen blendend. BP befindet sich im Umbau, profitiert aktuell aber auch stark vom Gaspreis. Saturn Oil & Gas ist von allen Unternehmen am niedrigsten bewertet. Kurzfristig liegt hier das größte Potential. Royal Dutch Shell steigert die Dividendenrendite, hat es aber von allen Ölmultis momentan am schwersten.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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