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28.07.2021 | 05:25

BP, Saturn Oil + Gas, Gazprom – Öl-Unternehmen bieten große Chancen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Ölpreis geriet Mitte Juli nach einem OPEC Treffen unter Druck. Ab August wird die Fördermenge um 400.000 Barrel pro Tag erhöht. Diese Regelung soll erst einmal bis September 2022 gelten. Ab Mai 2022 wollen sowohl die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Irak, Saudi Arabien als auch Russland ihre Produktionskapazitäten erhöhen, was eine Mehrproduktion von etwa 1,6 Mio. Barrel pro Tag bedeuten würde. Der Crude Oil Preis brach daraufhin um rund 10 USD auf 65 USD ein. Der Abwärtstrend wurde aber bereits am 20. Juli durchbrochen und der Preis kletterte seitdem wieder auf 72 USD. Wir beleuchten daher heute drei Unternehmen, die Öl produzieren.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , SATURN OIL+GAS O.N. | CA80412L1076 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078


BP – befindet sich in der Transformation

BP ist eines der größten Ölunternehmen weltweit und kämpft wie alle Unternehmen der Branche mit der Nachhaltigkeit. 2010 ereignete sich die Deepwater Horizon Katastrophe, unter der BP lange zu leiden hatte. Umweltbewusstsein spielt heutzutage eine immer größere Rolle und man hat zuletzt an dem Urteil gegen Shell in Amsterdam gesehen, dass alle großen Ölfirmen sich verändern müssen, um nicht als Umweltverschmutzer wahrgenommen zu werden. Diesen Transformationsprozess hat BP eingeleitet, indem vermehrt in erneuerbare Energien, Erdgas und Wasserstoff investiert werden soll.

Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Dabei sollen die betrieblichen Emissionen um 40-50% und die Öl- und Gasproduktion um über 40 % gesenkt werden. Das Tankstellennetz baut BP um, und es entstehen mehr elektrische Ladestationen. Da ein E-Auto deutlich länger lädt als ein Verbrenner tankt, hat man die Thorntons-Kette übernommen, um den Kunden, die nun länger an der Tankstelle verweilen müssen, ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten. Aktuell profitiert BP von dem hohen Ölpreis. Die Gefahr liegt in Entscheidungen der OPEC, die jederzeit die Produktion hochfahren können.

Das Unternehmen will an seiner vergleichsweise geringen Dividendenausschüttung festhalten und im Gegenzug lieber Aktien zurückkaufen und zusätzlich seine Schulden senken. Die Aktie hat ihr Tief im letzten Jahr Ende Oktober markiert. Seitdem ging es von 2,10 EUR bis auf 3,94 EUR nach oben. Am 19. Juli wurde allerdings der Aufwärtstrend gebrochen. Dividendenjäger können hier eine erste Position eröffnen und mit etwa 5% Dividende rechnen. Die nächste Unterstützung liegt bei 2,85 EUR.

Saturn Oil & Gas – einmalige Chance

Seit dem 13. Mai hat Saturn Oil & Gas eine Transformation durchgemacht. An diesem Tag wurde die Übernahme einer Produktion von 6.700 Barrel pro Tag angekündigt. Die nötigen Schritte wurden erfolgreich bis zum 7. Juni abgeschlossen. Unter anderem wurde eine Privatplatzierung über 32,2 Mio. Kanadischen Dollar (CAD) zu 0,12 CAD durchgeführt. Mit Ausgabe der gut 268 Mio. neuen Aktien kam Druck auf die Aktie und es ging von 0,215 CAD wieder bis auf 0,12 CAD zurück. Einige Arbitrageure wollten wohl nur den Warrant mitnehmen.

Das Unternehmen besitzt aktuell eine tägliche Nettofördermenge von 7.000 Barrel Öläquivalent pro Tag, das aus 95% Öl und 5% Gas besteht. Teile der Produktion sind bereits abgesichert, um schnellstmöglich die Schulden des Unternehmens komplett zu tilgen. In einem aktuellen Interview sagte CEO John Jeffrey, dass es das erklärte Ziel sei, die Produktion bis Ende 2022 auf 8.000 Barrel pro Tag zu steigern. Die Reserven schätzt das Management auf über 50 Mio. Barrel, so dass aktuell Reserven für etwa 20 Jahre vorhanden sind.

Der Nettoinventarwert wird auf 294 Mio. CAD geschätzt. Dabei sind bereits sämtliche Verbindlichkeiten abgezogen. Somit liegt der faire Wert der Aktie bei etwa 0,59 CAD. In der Studie von GBC wurde das Kursziel mit 0,46 CAD angegeben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei einem Aktienkurs von aktuell 0,12 CAD bei 1. Ein solcher Wert ist eine einmalige Chance. Vergleichsunternehmen liegen, wenn sie günstig bewertet sind, bei einem KGV von 10 bis 30. Das zeigt das enorme Potential der Aktie. Wer etwas Geduld mitbringt, wird mit einem Investment viel Spaß haben.

Gazprom – Nordstream 2 hat grünes Licht

Angela Merkel und Joe Biden haben offiziell grünes Licht für Nordstream 2 gegeben. Für Gazprom eine sehr gute Nachricht, da so die Abhängigkeit von der Ukraine entfällt. Nachdem in Deutschland die letzten Atomreaktoren und nach und nach die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, dürfte der Bedarf an Gas steigen. Durch die Pipeline „Kraft Sibiriens“ wurde auch der asiatische Markt erschlossen. Da viele Abnahmeverträge an den Ölpreis gekoppelt sind, kann man hier hohe Gewinne erwarten.

Doch nicht nur Gas bringt Gewinne für den Konzern, sondern auch das Öl. 2020 wurden 41,6 Mio. Barrel Erdöl gefördert. Seit dem letzten Treffen der OPEC ist klar, dass Russland ab Mai 2022 die Produktionskapazitäten ausweiten darf. Davon wird auch Gazprom profitieren. Die Tochter Gazprom Neft ist federführend bei der Öl-Förderung und deren Hauptaufgabe ist es, das Unternehmen so aufzustellen, dass man für andere Firmen tätig werden kann, wenn die Ölreserven aufgebraucht sind.

Das einzige Risiko, was für das Unternehmen gefährlich werden könnte, sind die Klimaziele der EU. Trotzdem muss der Energiehunger gestillt werden und die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Nachfrage in Europa nach Erdgas deutlich gestiegen ist. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt 4,6% und ist Corona-bedingt niedriger ausgefallen, als in den Vorjahren. Der Aufwärtstrend der Aktie ist intakt. Erst ein Schlusskurs unter 6,13 EUR würde das Chartbild eintrüben.


Auch wenn Öl momentan nicht hipp und angesagt ist, so wird es die fossile Brennstoffindustrie noch lange geben. BP muss die Transformation hin zu einem Energiedienstleister schaffen. Da sind andere Öl-Multis schon weiter. Saturn Oil & Gas ist extrem unterbewertet. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 1 ist eine einmalige Chance. Gazprom ist durch seine Pipelines und den Ausstieg Deutschlands aus Atom- und Kohlekraft gut aufgestellt.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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