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16.09.2020 | 05:50

Blackrock Gold, Continental, Siemens: Spin-Out als Kurstreiber

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Bei wachsenden und großen Unternehmen kann es im Rahmen der Entwicklung zu der Entscheidung kommen, dass ein Teil des operativen Geschäftes in die Eigenständigkeit überführt wird. Ein sogenannter Spin-Off oder Spin-Out kann verschiedene Vorteile haben. Zum einen können kapitalintensive Geschäftsbereiche in der Eigenständigkeit separat den Kapitalmarkt im Rahmen einer Börsennotiz anzapfen und darüber hinaus kann die Ursprungsgesellschaft bei der Gelegenheit auch Anteile versilbern. Am Kapitalmarkt können Spin-Off Gerüchte und Meldungen für großes Interesse bei den Investoren sorgen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Mario Hose


CONTINENTAL AG - Mobilität steht vor großen Herausforderungen

WKN: 543900 ISIN: DE0005439004 Symbol: CON
Die Continental AG ist hinter Bosch der zweitgrößte deutsche Automobilzulieferer. Im Zusammenhang mit dem Wandel in der Automobilindustrie hat der Konzern seinen Bereich für Antriebsarten im Oktober 2019 in eine eigenständige Gesellschaft mit dem Namen Vitesco Technologies GmbH gebündelt. Zuvor wurde der Bereich für Antriebsarten bei Continental unter dem Namen Powertrain (engl. Antriebsstrang) geführt. Die politisch motivierte Einführung der Elektromobilität wird zwar durch Steuergelder auf der Käuferseite unterstützt, aber derzeit herrscht bei der Allgemeinheit noch Desinteresse für Elektrofahrzeuge.

Laut einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, aus Juni 2020, kann in Deutschland aufgrund des Energiemix derzeit kein Elektroauto mit modernen Dieselmotoren mithalten. Der CO2-Ausstoß bei einem Dieselmotor beträgt rund 173g CO2 pro km und bei einem Elektroauto sind es 300 g CO2 pro km. Der Grund dafür liegt auf der Hand, denn solange in Deutschland der Strom nicht rund um die Uhr aus CO2 neutralen Quellen wie Sonne, Wind, Wasser und Kernenergie kommt, bedeutet jede zusätzliche Belastung des Stromnetzes die zusätzliche Verfeuerung von Gas oder Kohle - also mehr CO2 für die Atmosphäre.

Vitesco Technologies deckt zwar alle Antriebsarten ab, aber der Spagat zwischen Wunsch der Politik und den Bedürfnissen der Kunden, sorgt derzeit für reichlich Verunsicherung und schreckt auch Investoren ab. Es wirkt wie ein klassisches Dilemma und möglicherweise wird dadurch der Gang an die Börse nicht möglich sein. Als Alternative kämme dann ein Verkauf in Frage. Für die 40.000 Mitarbeiter des Unternehmens ist der aktuelle Zustand wahrscheinlich alles andere als beruhigend.

SIEMENS AG - Energiewende birgt Risiken

WKN: 723610 ISIN: DE0007236101 Symbol: SIE
Der Siemens Konzern ist erfahren, was das Thema Spin-Offs angeht, wie die Bespiele Osram und Infineon zeigen. Nun plant das Unternehmen die Tochter Siemens Energy an die Börse zu bringen und sich einem Problemfeld schrittweise zu entziehen. Ähnlich wie bei der Mobilität werden im Zusammenhang mit Klimaveränderungen auf politischer Ebene Entscheidungen bei der Energieversorgung getroffen, die Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Aus diesem Grund ist es für den Siemens Konzern attraktiver, sich auf andere Bereiche zu konzentrieren und die Verantwortung für den Bereich Energie Technologien über den Kapitalmarkt zu verteilen.

Siemens Energy AG ist mit mehr als 90.000 Mitarbeitern kein kleiner Laden und aus diesem Grund ist das Management mit den verantwortungsvollen Aufgaben, die mit der neuen Eigenständigkeit einhergehen, gefordert. Am 28. September 2020 sollen die Korken auf dem Börsenparkett knallen. Es bleibt spannend, wie die Investoren den Wert der Aktie einschätzen werden. 45% der Siemens Energy Aktien sollen an die Siemens Aktionäre übertragen werden. Die Loyalität steht dann auf dem Prüfstand.

BLACKROCK GOLD CORP - Wertschöpfung durch Spin-Out

WKN: A2APHZ ISIN: CA09258M1014 Symbol: AHZ
Am gestrigen Handelstag hat das kanadische Explorationsunternehmen Blackrock Gold die Prüfung eines Spin-Outs eines Gebietes angekündigt, um sich zukünftig mehr den Hauptgebieten widmen zu können. Das Unternehmen erkundet seine Gebiete im US-Bundesstaat Nevada und konnte zuletzt mehrere Entdeckungen vorweisen. Der Kapitalmarkt hat die Entwicklung mit einem steigenden Aktienkurs gewürdigt und in diesem Zusammenhang strebt das Unternehmen nun an, die zukünftigen Aktivitäten konzentrierter zu ordnen.

Andrew Pollard, CEO von Blackrock Gold, erklärte dazu: „Da Gold sich momentan nahe seines Allzeithochs bewegt und unser Konzessionsgebiet Tonopah West bei uns im Vordergrund steht, sehen wir dies als das perfekte Szenario um die Wertschöpfung für unsere Investoren durch ein Spin-Out unseres früheren Referenz-Konzessionsgebiets Silver Cloud in ein separates, auf Entwicklung fokussiertes börsennotiertes Unternehmen, zu erhöhen. Wir sind nicht der Ansicht, dass der Markt den Wert der Summe unserer Teile vollständig abbildet, und sehen dies als ideale Lösung, um sicherzustellen, dass beide Projekte die Aufmerksamkeit und Bewertung erhalten, die sie verdienen; dazu erhält jedes Projekt spezielle Teams. (…)“

Wie es in der Meldung weiter heißt, sollen nach der Prüfung möglicherweise die Blackrock-Aktionäre für drei Stammaktien von Blackrock jeweils eine Aktie der Spin-Out Gesellschaft erhalten. Den Aktionären wird durch diesen Schritt die Möglichkeit geboten, sich an der Gründung eines neuen Explorationsunternehmens mit Fokus auf den Norden Nevadas zu beteiligen und im Erfolgsfall davon zu profitieren.


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Autor: Mario Hose Autor: Mario Hose

Mario Hose

Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.


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