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20.04.2021 | 05:15

BioNTech, SunMirror, Steinhoff – Hammer News!

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Bildquelle: pixabay.com

Kurz vor der Ziellinie wird es dann doch nochmal schwer. Das Gefühl dürften viele Sportler und diejenigen kennen, die auf den letzten Metern vor einer Deadline richtig „beißen“ müssen. Aber auch das alltägliche Leben in der Corona-Pandemie wird gefühlt anstrengender. Nun könnte mit der Ankündigung von Biontech, ab Ende Mai die wöchentlichen Impfdosenlieferungen auf rund 5,1 Mio. Einheiten zu verdoppeln, der Durchbruch gelungen sein, um in den nächsten wenigen Monaten eine Herdenimmunität in Deutschland zu erreichen. Das sind nicht nur gute Neuigkeiten für die Aktionäre der Gesellschaft, sondern für alle. Außerdem stellen wir Ihnen nachfolgend zwei weitere Unternehmen vor, deren Anteilseigner sehr zufrieden sein dürften. Lassen Sie sich überraschen!

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CH0396131929 , US09075V1026 , NL0011375019


BIONTECH - milliardenschwere Deals voraus

WKN: A2PSR2 ISIN: US09075V1026 Symbol: 22UA
Es gibt gleich mehrere gute Neuigkeiten für Aktionäre des Mainzer Biotech-Unternehmens. Die Europäische Union bezieht weitere 100 Mio. Dosen des Covid-19-Impfstoffs Comirnaty in diesem Jahr durch eine entsprechende Optionsvereinbarung. Damit erhält die EU nun insgesamt 600 Mio. Impfstoffdosen, davon alleine in diesem Quartal 250 Mio. 600 Mio. Einheiten würden theoretisch ausreichen, um den Großteil der europäischen Bevölkerung zu impfen. Mittlerweile werden aber Stimmen laut, dass man die Impfung nicht wie bislang zweimal, sondern dreimal durchführen solle.

Für Deutschland bedeutet das, dass zugesagte Lieferungen für Q4 bereits im laufenden Quartal eintreffen und so das Land über zusätzlich rund 10 Mio. Impfdosen pro Quartal verfügt. Damit kann die Lücke, die durch unzureichende oder fehlende Mengen von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson entsteht, nahezu geschlossen werden. Aktuell sind 6,6% aller Deutschen vollständig geimpft, 19,8% sind 1mal geimpft. Laut WHO tritt eine Herdenimmunität ein, wenn 60 bis 70% der Bevölkerung geimpft sind. Für diese Zielerreichung ist nun der Biontech-Impfstoff das wichtigste Element. Von aktuell 2,5 Mio. Impfdosen pro Woche wird die Liefermenge ab nächster Woche auf 3,4 Mio. Dosen und ab Ende Mai auf 5,1 Mio. Dosen ausgeweitet.

In der längerfristigen Perspektive sind die laufenden Gespräche mit der EU interessant, worüber die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst informierte. Vereinbart werden soll die Lieferung von 1,8 Mrd. Biontech-Impfdosen für den Zeitraum zwischen Ende 2021 bis 2023. Diese sollen für Auffrischungen sowie für die Impfungen von Kindern verwendet werden. Teil der Vereinbarungen soll eine vollständige Herstellung in der EU sein, nicht nur des Impfstoffs, sondern auch aller wesentlicher Bestandteile. Die im Raum stehende Auftragsgröße ist ein Vielfaches der bis Ende des Jahres ausgelieferten Menge. Sollte ein solcher Deal gelingen, dürfte die Aktie weiter zulegen.

SUNMIRROR – gut diversifizierte Rohstoff-Holding

WKN: A2JCKK ISIN: CH0396131929 Symbol: ROR
SunMirror beteiligt sich als Holdinggesellschaft an aussichtsreichen Rohstoffprojekten und Gesellschaften. Dabei hat SunMirror zwei Schwerpunkte gelegt: Gold und kritische Rohstoffe. Laut der EU umfasst die Liste kritischer Rohstoffe 30 Elemente, bei denen die wirtschaftliche Bedeutung des jeweiligen Rohstoffs innerhalb der EU und das damit zusammenhängende Versorgungsrisiko hoch ist.

SunMirror verfügt über ein Portfolio von Bergbau- und Explorationsunternehmen mit Schürf- und Bergbaurechten für u.a. Gold, Lithium, Nickel, Zinn und Eisenerz. Das Portfolio umfasst drei Liegenschaften in West-Australien: das Moolyella-Projekt (Lithium, Zinn), das Kingston Keith-Projekt (Gold und Nickel) sowie das Cape Lambert-Projekt (Eisenerz). Nicht nur qualitativ hochwertige Projekte gehören zum Erfolgsrezept aufstrebender Gesellschaften, sondern auch die Fähigkeit sich ausreichend zu refinanzieren.

Jüngst konnte SunMirror die erfolgreiche Begebung einer Wandelanleihe im Volumen von 10 Mio. USD bekannt geben. Die Wandelanleihe mit Wandlungsrecht berechtigt zum Erwerb von insgesamt 133.305 Inhaberaktien mit einem Nennwert von 1,00 CHF, der Wandlungspreis beträgt 70 CHF pro Aktie. Die Wandelanleihe läuft bis zum 30. Mai 2022. Die Anteilsscheine der Schweizer notieren an der österreichischen Börse (Direct Market Vienna) und in Deutschland. Bei einem aktuellen Kurs von 163 EUR ist die Gesellschaft mit 326 Mio. EUR bewertet. Auch wenn das Portfolio viele Chancen beinhaltet, ist das ein stolzer Preis für eine Explorationsgesellschaft. Interessierte Anleger sollten sich der geringen Liquidität des Titels bewusst sein.

STEINHOFF – baldiger IPO der Tochtergesellschaft Pepco?

WKN: A14XB9 ISIN: NL0011375019 Symbol: SNH
Die Vergangenheit lastet immer noch auf dem Unternehmen. Die Krise findet ihren Ursprung im Jahr 2017. Der deutsch-südafrikanische Handelskonzern war lange Zeit die vermeintliche Nummer 2 in der europäischen Möbelbranche und in Deutschland für die Möbelkette Poco bekannt. Dann flogen Luftbuchungen auf und ein riesiger Bilanzskandal offenbarte sich. Damit die Lichter nicht ganz beim Konzern, der über mehrere Tochtergesellschaften verfügt, ausgehen, rettete sich die Holding mit zwei Schutzschirmverfahren und verhandelt seit längerer Zeit mit Gläubigern über eine Zukunft.

Bereits vor einigen Wochen skizzierte CEO De Klerk konkrete Pläne, die nicht nur ein Überleben des Konzerns, sondern auch wieder Wachstum ermöglichen würden. Die europäischen Aktivitäten, die in der Gruppe Pepco zusammengefasst sind, und sich vollständig im Besitz von Steinhoff befinden, sollten bis Ende des laufenden Halbjahres um 25% bis 30% reduziert werden. Zudem sollte die australische Tochtergesellschaft Fantastic Furniture bis Ende des Jahres gelistet werden. Zudem sollten Anteile an der südafrikanischen Gruppe Pepkor, an der Steinhoff momentan 68% hält, dazu dienen die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen.

Ende letzter Woche wurde es nun konkreter. Steinhoff meldete einen Beschluss, nachdem nun die erforderlichen Zustimmungen der Gläubiger beantragt werden sollen. Mit dem Ziel, ein Listing der Pepco-Gruppe sowie die Platzierung der von Steinhoff gehaltenen Aktien zu ermöglichen. Wenn die Gläubiger zustimmen, wird der Steinhoff-Aktie definitiv neues Leben eingehaucht.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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