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26.11.2021 | 06:07

Barrick Gold, Sierra Grande Minerals, Yamana Gold – Fehlausbruch bei Gold?

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Bildquelle: pixabay.com

Am 5. November schien es, als sei Gold endlich aus seinem aufgebauten Dreieck im Chart ausgebrochen. Seit dem 19. November haben die Bären erstmal wieder das Ruder übernommen. Die Anleger, die sonst auf Gold bei Inflation und andere Absicherungsgeschäfte gesetzt haben, reagieren noch zögerlich. Ein Grund ist die Geldmengenausweitung, die die Angst der Menschen verdrängt. Nahezu alle Notenbanken sehen die Inflation als vorübergehend an. Ein weiterer Grund sind die Kryptowährungen, die auch als Kapitalschutz genutzt werden und somit Konkurrenz darstellen. Sollten die Zinsen steigen, wäre das erstmal ein schlechtes Zeichen für Gold. Bleibt die Inflation, könnte die weltweite Goldnachfrage steigen, wobei die Nachfrage aus Indien und China bereits angezogen hat. Der neu ausgebildete Aufwärtstrend in Gold ist erst unterhalb von 1.721,1 USD auf Tagesbasis gebrochen, sodass aktuell von steigenden Goldpreisen ausgegangen werden kann. Ein Blick auf drei Goldunternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , Sierra Grande Minerals | CA82631L1085 , YAMANA GOLD INC. | CA98462Y1007


Barrick Gold – Warten auf eine Akquisition

Wer kein physisches Gold kaufen möchte, schaut sich bei den Aktien der großen Goldproduzenten um. Einer davon ist Barrick Gold, doch der Kursverlauf dieses Jahres wird viele Anleger enttäuscht haben. Eigentlich läuft es operativ gut für das Unternehmen, wie die letzten Quartalszahlen vom 4. November gezeigt haben. Der Gewinn pro Aktie lag bei 0,20 USD und die Kriegskasse ist für Übernahmen gut gefüllt. Der CEO hat angekündigt, mehr Minen in Nordamerika kaufen zu wollen, doch bisher fehlt die Vollzugsmeldung.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum die Aktie weniger gut als der Vergleichsindex gelaufen ist. Es gibt Gerüchte über eine Übernahme von Great Bear. Eine größere Übernahme könnte eine Initialzündung für die Aktie sein. Auch ein steigender Goldpreis würde der Aktie helfen, da das Unternehmen mit einer Produktion von 1,09 Mio. Unzen Gold und 100 Mio. Pfund Kupfer im Quartal aufwarten kann. Auf der anderen Seite wurde der Wert mit fallendem Goldpreis auch direkt wieder verkauft.

Aktuell notiert die Aktie bei 19,39 USD und konnte Mitte Oktober einen Aufwärtstrend etablieren. Dieser bleibt intakt, solange es keinen Schlusskurs unterhalb von 18,19 USD gibt. Das Unternehmen zahlt dieses Jahr etwa 4% Dividende und es ist erstmal nicht davon auszugehen, dass diese Quote fällt. Ist man als Anleger positiv gestimmt, was den zukünftigen Goldpreis angeht, so kann man auch langfristig zu den aktuellen Kursen nicht viel falsch machen.

Sierra Grande Minerals – Kupfertrend gefunden

Sierra Grande Minerals firmierte bis Juli unter dem Namen Sierra Growth und hat seinen Hauptsitz in Surrey, Kanada. Das Unternehmen ist ein Junior-Explorer, der seinen Fokus auf Gold, Silber, Kupfer und Molybdän hat. Momentan besitzt man drei aussichtsreiche Projekte in Pershing und Nye, Nevada, mit einer Gesamtfläche von mehr als 2.023 Hektar. Umringt sind die Projekte von Tier-1 Minen und Explorationsgrundstücken, sprich großen Vorkommen, die langlebig sind und bei verhältnismäßig geringen Kosten abgebaut werden können.

Bei allen Projekten wurden in diesem Jahr geochemische Bodenproben genommen. Die ersten Ergebnisse zum B&C Springs-Mildred Projekt konnte das Unternehmen am 6. Oktober vermelden. Die zwei anderen Ergebnisse stehen noch aus. Auf der Liegenschaft wurden 544 Proben entnommen, die einen ausgedehnten Kupfertrend zeigen, bis zu 1.190 ppm Kupfergehalt aufweisen und das bei einer Breite von fast 1 km und 4 km Länge. Schon bei früheren Schürfproben wurden auf dem Projektgebiet bis zu 667 g/t Gold, 78,6 g/t Silber sowie Kupfer, Zink und Blei gefunden.

Als nächsten Schritt plant das Unternehmen eine luftgestützte Magnetometer-Untersuchung. Mit den Ergebnissen soll das kommende Bohrprogramm geplant werden. Auch die beiden anderen Projekte Glitra/Sat und Betty East können mit Gold- und Silbervorkommen aufwarten. Seit Juli bewegt sich die Aktie in einer Spanne zwischen 0,06 Kanadischen Dollar (CAD) und 0,14 CAD. Aktuell notiert die Aktie am unteren Ende bei 0,085 CAD. Mit neuen positiven Nachrichten könnte wieder Schwung in die Aktie kommen.

Yamana Gold – operativ läuft es gut

Yamana Gold aus Toronto produziert Gold, Silber und Kupfer in Kanada und Südamerika. Nach dem Goldhoch im Jahr 2020 hing der Himmel voller Geigen, doch mit dem Rückgang des Goldkurses sank auch der Aktienkurs immer weiter. Seit dem jüngsten Ausbruch beim Goldpreis konnte die Aktie aus ihrem Abwärtstrend ausbrechen und konsolidiert aktuell mit dem fallenden Goldpreis. Ein Blick auf das operative Geschäft lässt Potential erahnen.

Die Zahlen des dritten Quartals können sich sehen lassen. Der Umsatz lag bei 452,2 Mio USD und der operative Gewinn legte um 8% auf 154 Mio. USD im Vorjahresvergleich zu. Erfreulich war ebenfalls, dass die Produktionskosten von 1.096 USD auf 1.041 USD gefallen sind. Die Prognose von 1 Mio. Unzen Goldäquivalent wurde bestätigt, so dass es zum Jahresende keine bösen Überraschungen mehr geben sollte.

Langfristig will das Unternehmen die Produktion weiter steigern. Fundamental betrachtet erscheint die Aktie zu billig, da die Marktkapitalisierung bei einem aktuellen Kurs von 5,19 USD etwa 100 Mio. USD unter dem Eigenkapital liegt. Die Dividendenrendite beträgt aktuell etwa 2,9% und versüßt den Anlegern die Wartezeit bis zu steigenden Kursen. Solange die Aktie auf Schlusskursbasis nicht mehr unter 4,83 USD fällt, hat sie weiteres Aufwärtspotential.


Allen drei Unternehmen hilft ein steigender Goldpreis. Barrick Gold ist beliebt bei den Anlegern und hat eine prall gefüllte Kriegskasse, mit deren Hilfe Übernahmen problemlos gestemmt werden können. Sierra Grande Minerals kann erste Ergebnisse vorweisen, steht aber noch am Anfang der Exploration. Positive Nachrichten können die Aktie jederzeit beflügeln. Yamana Gold hat ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von unter 1 und ist damit fundamental betrachet günstig.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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