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30.03.2021 | 05:20

Barrick Gold, Desert Gold Ventures, Sibanye Stillwater – absolut verkannt: riesige Kurschancen!

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Bildquelle: pixabay.com

Goldaktien bieten aktuell ein sehr attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Im Verlauf der Pandemie griff sogar der Starinvestor Warren Buffett zwischenzeitlich beim zweitgrößten Goldproduzenten der Welt, Barrick, zu. Mining-Gesellschaften konnten im vergangenen Geschäftsjahr durch die Bank Rekordgewinne einfahren, die sie zur Entschuldung aber nun vermehrt auch zur Expansion nutzen in Form von Investitionen in bestehende aber auch neue Projekte, teilweise auch in Form von Übernahmen oder strategischen Beteiligungen. Hier könnte Sibanye-Stillwater mit einer Fusion auf sich aufmerksam machen. Das KGV der Aktie liegt unter 4, zudem forciert die Gesellschaft auch den Einstieg in neue Bereiche wie z.B. Batteriemetalle. Auch Desert Gold Ventures ist ein Titel, in dem viel Potenzial lauert, insbesondere wenn der Goldpreis wieder anzieht. Somit sollten sich Anleger noch an der Schönwetter-Börse eindecken, bevor die nächsten Wolken aufziehen.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


BARRICK GOLD - viel trockenes Pulver für die nächste Überraschung

WKN: 870450 ISIN: CA0679011084 Symbol: ABR
Barrick besitzt viele der global produktivsten Goldareale. Am 19. März veröffentlichte der Konzern den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Im Zuge von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen konnten die Kanadier trotz einer lediglich moderat höheren Produktion den Gewinn mehr als verdoppeln. Im Rahmen der Veröffentlichung beschrieb CEO Mark Briston eindrucksvoll den Weg, den das Unternehmen in den letzten Jahren beschritten hat. Noch 2013 lastete auf dem Konzern eine Nettoverschuldung von mehr als 13 Mrd. USD. Heute existiert keine Nettoverschuldung mehr, Barrick verfügt über Barmittel von 5,2 Mrd. USD und über eine Kreditfazilität von 3 Mrd. USD. Dies eröffnet dem Konzern auch in Zukunft viele Optionen zu wachsen, auch anorganisch.

Ebenfalls diesen Monat gab die Gesellschaft eine Einschätzung zur strategischen Bedeutung der Projekte in Nevada ab. Barrick gründete 2019 ein Joint Venture mit weltgrößten Goldproduzenten Newmont, die Nevada Gold Mines, und kombinierte damit bedeutende Goldminen im Norden Nevadas. Barrick hält an NGM 61,5%. Das Joint Venture besitzt den größten Goldbergbaukomplex der Welt und soll in diesem Jahr zwischen 3,4 und 3,7 Mio. Unzen Gold produzieren, das Gros des Outputs von Barrick. Aber das Potenzial dieser ressourcenreichen Region ist noch lange nicht erschöpft und dürfte Aktionäre noch viele Jahre glücklich machen.

Die Aussichten von Barrick sind weiterhin gut und haben sich sogar in den letzten beiden Jahren deutlich verbessert. Anleger profitieren bei der Aktie des mit 44,4 Mrd. CAD bewerteten Börsenschwergewichts nicht nur von steigenden Notierungen des Edelmetallpreises, sondern auch von der starken Position des Konzerns im Bereich Kupfer. Die Finanzkraft ist zudem ein Pluspunkt, der eine Bewertungsprämie rechtfertigt. Aktuell notiert das Papier mit einem 2021 KGV von 15. Analysten trauen dem Titel weiterhin ein Aufwärtspotenzial von 50% zu.

DESERT GOLD VENTURES - verkannt und unterbewertet

WKN: A14X09 ISIN: CA25039N4084 Symbol: QXR2
Auch wenn viele Anleger den aktuellen Goldpreis mit knapp über 1.700 USD als enttäuschend empfinden, so ist das jetzige Niveau im mehrjährigen Rückblick gar nicht so schlecht. Auch die Logik eines sich verteuernden Edelmetallpreises ist angesichts der Politik der Notenbanken weitreichend bekannt. Welche Auswirkungen ein anziehender Goldpreis haben kann, zeigten die Gewinnausweise vieler, auch sehr großer Produzenten im abgelaufenen Geschäftsjahr. Gewinnverdopplungen oder Gewinnvervielfachungen waren hier eher die Regel als die Ausnahme. Aber auch bei noch nicht produzierenden Gesellschaften hat der Anstieg der Rohstoffpreise starke Auswirkungen. In der Regel sind die Kursauswirkungen bei solchen Gesellschaften sogar noch stärker.

Eine Gesellschaft, die in die Gruppe gehört und die Anleger genauer unter die Lupe nehmen sollten ist Desert Gold Ventures. Die kanadische Goldexplorations- und Entwicklungsgesellschaft konzentriert sich auf Vorkommen im afrikanischen Staat Mali. Mali ist der viertgrößte Goldproduzent des schwarzen Kontinents, somit ist es kein Wunder, dass viele Majors im Staat und auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Desert Gold tätig sind. Das Portfolio der Kanadier umfasst schwerpunktmäßig zwei Goldexplorationsgenehmigungen mit großen Landflächen. Hierbei handelt es sich um das SMSZ-Projekt und das Djimbala-Projekt in West-Mali. Das Djimbala Gold Projekt hat eine Größe von 100qkm und befindet sich in der Nähe von mehreren produzierenden Minen.

Kürzlich gab der Joint-Venture-Partner von Desert Gold bekannt, das Bohrprogramm auf dem Konzessionsgebiet Djimbala abgeschlossen zu haben. Alle Proben wurden zur Untersuchung an das Labor geliefert,die Ergebnisse stehen noch aus. Insgesamt hat Desert Gold für das laufende Jahr ein 20.000 m umfassenden Bohrprogramm vollständig finanziert und bereits gestartet. Ziel ist es im vierten Quartal eine Ressourcenschätzung zu veröffentlichen. Dies würde der Aktie sicherlich bei guten Ergebnissen einen deutlichen Kursschub verleihen. Aktuell ist Desert Gold lediglich mit 23 Mio. CAD bewertet.

SIBANYE STILLWATER - Fusion im Goldbereich oder doch eher Diversifikation?

WKN: A2PWVQ ISIN: ZAE000259701 Symbol: 47V
Sibanye-Stillwater ist der größte Goldproduzent Afrikas und gehört weltweit zu den TOP 3 der Platin- und Palladiumproduzenten. CEO Neal Froneman ist sehr umtriebig und hat das Ziel aus, im laufenden Jahr noch einen „Gold-Deal“ abzuschließen. Deshalb werden am Markt mehrere Szenarien durchgespielt. Die Analysten von RMB Morgan Stanley untersuchen mehrere mögliche Szenarien, darunter auch eine Dreierfusion von Sibanye-Stillwater mit Gold Fields und AngloGold Ashanti.

Zum Ablauf der Transaktion gibt es mehrere Varianten. Letztendlich wird es der Preis entscheiden, den Sibanye bereit ist zu zahlen. Gold Fields und AngloGold Ashanti notieren bereits im Vergleich zur Peer Group mit einer Prämie. Diese müsste für deren Anteilseigner sicherlich noch deutlich steigen. Denn auch wenn wie üblich Synergien durch Kosteneinsparungen entstünden und Minenprodukten zusammengelegt und somit die Lebensdauer der Projekte deutlich steigen würde, ist die andere Seite der Medaille eine wesentlich komplexere Unternehmensstruktur. Ein Zusammenschluss zu dritt würde zu einer Gruppe mit 30 Betriebsstätten in 12 Ländern führen.

Unabhängig vom „Gold-Deal“ stellt sich Sibanye breiter auf. Ende Februar meldeten die Südafrikaner den Einstieg in den Batteriemetall-Sektor durch eine Partnerschaft mit und eine Investition in Keliber. Die Finnen zählen zu den führenden europäischen Lithium-Unternehmen. Sinbanye erwarb im ersten Schritt 30% der Europäer, welchen rund 40 Mio. EUR zufließen. Auch beim Thema Nachhaltigkeit tut sich einiges. Sibanye-Stillwater und Johnson Matthey, ein weltweit führendes Unternehmen für nachhaltige Technologien, gaben Mitte März eine strategische Partnerschaft zur Identifizierung und Entwicklung von Lösungen für die Dekarbonisierung und die effizientere Nutzung von kritischen Metallen bekannt.

Der Einstieg und vielleicht schnelle Ausbau des Fußabdrucks bei Batteriemetallen bzw. strategischen Metallen ist sicherlich ein neues und spannendes Kapitel. Momentan ist jedoch der Kern der Equity Story geprägt von der starken Position in der Edelmetallproduktion. Die Gesellschaft hat im letzten Jahr einen Gewinn von rund 1,8 Mrd. USD erzielt und ist derzeit mit 13,3 Mrd. USD bewertet. Analysten prognostizieren im laufenden Jahr eine Gewinnverdopplung. Damit sinkt das 2021er KGV auf lächerliche 3,5 und die Dividendenrendite steigt auf satte 9%. Durchschnittlich bescheinigen Experten dem Papier ein weiteres Aufwärtspotenzial von 25%. Die Aktie ist für uns ein klarer Kauf.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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