Menü schließen




01.11.2021 | 04:44

Barrick Gold, Newmont, Central African Gold, Gazprom – Gold wird zum Feuerball!

  • Edelmetalle
  • Gas
  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Die Entwicklung von Gold folgt in den letzten 25 Jahren dem Inflationstrend in unseren Ökonomien. Vor der Jahrtausendwende stand die Unze noch unter 200 USD. Durch die Immobilienblase nach dem Dotcom-Boom und die verheerenden Auswirkungen der US-Subprimekrise, erreichte das Edelmetall im Jahr 2011 mit 1.950 USD seinen vorläufigen Höhepunkt. Damals versuchte die EZB mit Notkrediten den Zusammenbruch Griechenlands zu verhindern. Mit einem Einsatz von 336 Mrd. EUR gelang dieses europäische Rettungs-Experiment vorläufig. Der Goldpreis hat dann allerdings in den Folgejahren bis 2015 wieder bis auf 1.120 USD an Wert verloren. Im letzten Jahr gab es dann einen neuen Anlauf in Richtung Norden. Im Mai erreichte das Edelmetall 2.050 USD – ein Plus von 600 USD seit Beginn der Corona-Krise. Wie geht es nun weiter?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066 , CENTRAL AFRICAN GOLD INC. | CA1523761098 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – Newmont zieht die Branche nach unten

    Ein großer Branchenvertreter mit jährlich 200 Tonnen Produktion und 14 aktiven Minen ist der kanadische Bergbauriese Barrick Gold mit Sitz in Toronto. Die Geschäftsaktivitäten des Edelmetallförderers umfassen die Produktion und den Verkauf von Gold und Kupfer, sowie kapazitätserneuernde Explorationstätigkeiten. Zur Optimierung der operativen Aufstellung gehören natürlich auch regelmäßige Minenerschließungen. Rund 90% der Umsätze in 2021 entfallen auf das Edelmetall Gold, 8% auf das Industriemetall Kupfer.

    Letzte Woche trat der Kurs von Barrick Gold den Rückwärtsgang an, das hätten sich viele wohl anders vorgestellt. Der zweitgrößte Goldproduzent der Welt hat derzeit leider keinen guten Lauf an der Börse. Schuld für die Schwäche innerhalb aller Goldaktien waren aber die Zahlen für das dritte Quartal der Nummer Eins: Newmont Mining. Diese fielen alles andere als gut aus, denn der bereinigte Gewinn für das dritte Quartal lag nur bei 0,60 USD und damit 0,13 USD niedriger als die Konsensschätzung der Analysten. Unter Anwendung von US-GAAP fiel sogar ein kleiner Verlust von 0,01 USD je Aktie an. Newmont hat zudem seine Prognose auf eine Förderung von 6 Millionen Unzen deutlich gesenkt.

    Nun sind die Erwartungen für die kommenden Zahlen von Barrick Gold ebenfalls verhalten. Die Kanadier werden am kommenden Donnerstag, den 4. November, berichten. Der Kurs ging mit 15,90 EUR schon mal auf Tauchstation und verlor nun binnen fünf Monaten ganze 23%. Analytisch handelt die Barrick Aktie nun bei einem 2022er KGV von 13. Von den aktuell 24 Analysten empfehlen 16 den Einstieg. Charttechnisch blicken wir derzeit auf die Linie 15,50 EUR, denn mit einem Fall unter diese Marke droht Ungemach. Daher weiter nur von der Seitenlinie aus beobachten!

    Central African Gold – Absage für das Zani Kodo Projekt

    Die Demokratische Republik Kongo (DRC) in Zentralafrika ist seit Jahren ein begehrter Standort für die Rohstoff-Industrie. Die frühere Kolonie Belgiens unter dem Namen Zaire wird heute verkürzt als Kongo bezeichnet und ist gemessen an der Fläche hinter Algerien der zweitgrößte Staat Afrikas. Das Land wird vom Äquator durchzogen, es herrscht durchwegs ein tropisches Klima. Die Hauptstadt Kinshasa gilt mit über 13 Millionen Einwohnern als drittgrößte Stadt Afrikas. Trotz seines Rohstoffreichtums zählt der Staat wegen jahrzehntelanger Korruption und Kriege, heute zu den ärmsten Ländern der Welt.

    Ein zukünftiger Arbeitgeber entsteht gerade unter dem Namen Central African Gold (CAGR). Es handelt sich dabei um ein Unternehmen, das sich auf den Erwerb, die Exploration und die Erschließung von Kobalt- und Kupfermineralgebieten in der DRC fokussiert hat. Das über sieben Jahre gewachsene Konzessions-Portfolio beinhaltet aussichtsreiche Kupfer-, Nickel-, Zinn-, Kobalt- sowie Goldprojekte. Schon seit der Gründung verfolgt CAGR eine nachhaltige Unternehmens-Politik in Hinblick auf die Verfolgung von die Klimazielen und sozialer Unternehmensführung.

    Aktuell hat das Team um CEO Yves Kabongo nach Abschluss der vorläufigen Due-Diligence-Prüfung die im September angekündigte Vereinbarung über den Erwerb einer Beteiligung am Goldprojekt Zani-Kodo in der Provinz Ituri beendet. Das Unternehmen wird sich auf seine bestehenden Projekte konzentrieren und neue Expansionsmöglichkeiten prüfen. Die Umsetzung eines Programms zur Abscheidung von Kohlendioxid zur Erlangung von Emissionsgutschriften wird den angestrebten Bergbaubetrieb dabei sukzessive ergänzen.

    Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 11 Mio. CAD ist die Gesellschaft angesichts guter Projekte noch nicht zu teuer. Als künftiger Multi-Metall-Lieferant ist die CAGR-Aktie eine gute Beimischung für risikobewusste Rohstoff-Investoren.

    Gazprom - Kurskorrektur von 10% lockt neue Investoren an

    Ein weiteres, top aufgestelltes Rohstoff-Unternehmen aus dem Energie-Sektor ist die Gazprom PJSC. Das Unternehmen ist der weltgrößte Gas- und Öllieferant sowie der wichtigste Kontraktpartner für fossile Energielieferungen nach Europa. Seit Beginn des Jahres haben sich die deutschen Energiepreise in Ölprodukten um 50 bis 70% sowie in Gasprodukten um 200 bis 500% verteuert.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat nun zur Entspannung der aktuellen Energiekrise in Europa für November eine weitere Erhöhung der Gaslieferungen angeordnet. Er wies den Staatskonzern Gazprom Mitte letzter Woche an, die Lieferungen speziell nach Deutschland und Österreich signifikant zu erhöhen, sobald die unterirdischen Speicher in Russland aufgefüllt sind. Der Start für die neuen Angebotsmengen soll in der zweiten Novemberwoche sein. Russische Staatsmedien feierten Putin zwar bereits als Retter Europas, das Zugeständnis erfolgt aber auf Basis von stark erhöhten Gaspreisen, die gegenüber Jahresbeginn immer noch gut 150% gestiegen sind.

    Ein Megadeal für Gazprom, da man die neuen Fördermengen natürlich zu wesentlich höheren Preisen vertraglich fixieren kann. Grund für die Irrationalitäten im Preisgefüge sind die politischen Diskussionen über die Pipeline Nordstream 2, das russische Druckmittel scheint zu wirken. Die Aktie von Gazprom fiel prompt in eine Korrekturbewegung und verlor ganze 10% in 5 nur Handels-Tagen. Mit einer Dividenden-Rendite von 5,5% und einem KGV von 8 ist der Energieriese einer der günstigsten Rohstoffwerte auf dem Kurszettel. Mittelfristige Investoren dürften schon bald wieder zugreifen.


    Keine gute Episode für Edelmetalle, schon wieder steht Gold unter charttechnischem Druck. Für Barrick und Newmont sind das wirklich schwierige Zeiten, bei Central African Gold hat man zur Diversifikation hingegen die begehrten Industrie-Metalle mit an Bord.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 06.05.2024 | 05:10

    Canopy Growth, Globex Mining und Rock Tech Lithium mit starken Signalen

    • Rohstoffe
    • Edelmetalle
    • Cannabis

    Nachdem sich die Edelmetalle Gold und Silber nach einer Rally eine Verschnaufpause gönnen, rücken andere Märkte in das Zentrum des Anlegerinteresses. Neben Kupfer, dass aufgrund der Angebotsknappheit mittelfristig neue Höchststände erreichen dürfte, arbeitet das für die Elektromobilität elementare Industriemetall Lithium weiter an der Bodenbildung. Das Highlight der vergangenen Woche in Sachen Volatilität setzten jedoch Cannabisaktien, die in den kommenden Wochen weiter in den Blickpunkt rücken dürften.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 29.04.2024 | 06:00

    Shell, Saturn Oil + Gas, BP – Ölpreis bald bei 100 USD? Öl trotzt US-Inflation

    • Shell
    • Saturn Oil + Gas
    • BP
    • Öl
    • WTI
    • Brent
    • Gas
    • Erneuerbare Energien
    • Windkraft
    • Solarenergie

    Am vergangenen Freitag konnte der Ölpreis zulegen, trotz der Belastung durch die aktuellen Inflationsdaten aus den USA. Diese Zahlen haben die Hoffnungen auf zügige Zinssenkungen durch die FED, normalerweise ein Katalysator für steigende Ölnachfrage, gedämpft. Die angespannten Beziehungen im Nahen Osten tragen weiter zur Unsicherheit bei. Einige Analysten, darunter jene von J.P. Morgan, spekulieren sogar auf einen potenziellen Anstieg des Brent-Ölpreises auf bis zu 100 USD, auch getrieben durch Russlands überraschende Ankündigung weiterer Produktionskürzungen. Steigt der Ölpreis auf 100 USD würden die Gewinne bei den Ölunternehmen sprudeln. Daher sehen wir uns heute drei Firmen an.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 17.04.2024 | 06:00

    Barrick Gold, Globex Mining, BP – Rohstoffe Im Rampenlicht: Superzyklus gestartet?

    • Barrick Gold
    • Globex Mining
    • BP
    • Gold
    • Kupfer
    • Basismetalle
    • Edelmetalle
    • Spezialmetalle
    • Mineralien
    • Öl
    • Gas
    • Erneuerbare Energien

    Die globale Nachfrage nach Rohstoffen erreicht neue Höhen, auch angetrieben von geopolitischen Spannungen, die zunehmen. Exemplarisch dafür ist der Austausch von Angriffen zwischen dem Iran und Israel. Dieser Konflikt, tief verwurzelt in religiösen und politischen Differenzen, eskaliert weiter und könnte weitreichende Folgen für die internationale Stabilität und Rohstoffmärkte haben. Mit diesem neuesten Anstieg des Nahostkonflikts rücken Sicherheitsaspekte im globalen Wettstreit um wichtige Ressourcen wie Gold, Silber und Kupfer ins Zentrum des Interesses. Hier zeigt sich China rohstoffhungrig. Aber auch der Ölpreis hat zuletzt schon zugelegt. Schon lange ist von einem Rohstoff-Superzyklus die Rede. Vielleicht hat er nun endgültig begonnen. Wo sollte man jetzt investieren?

    Zum Kommentar