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16.03.2021 | 04:50

Barrick Gold, Blackrock Gold, Berkshire Hathaway – hat Warren Buffett immer recht?

  • Gold
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Gold zahlt keine Zinsen und auch keine Dividenden. Dennoch ist das Edelmetall als Krisenwährung und als Asset begehrt - zur Diversifikation und zum Inflationsschutz. Es ist zu vermuten, dass mit der zunehmenden Popularität von Kryptowährungen auch eine Umschichtung von Gold hin zu Bitcoin & Co. stattgefunden hat. Physische Nachfrage stammt zudem aus der Schmuckindustrie. Ein rasanter Goldpreisanstieg, wie er im letzten Jahr zu beobachten war, lässt die Gewinne von Produzenten sprudeln und die Kurse von Edelmetall-Aktien durch die Bank, insbesondere im Explorer-Bereich, kräftig anziehen. Die momentane Konsolidierung des Goldpreises bietet gute Einstiegsmöglichkeiten, denn die nächste Krise steht schon vor der Haustür.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA09258M1014 , CA0679011084 , US0846707026

Inhaltsverzeichnis:


    BARRICK GOLD CORPORATION – Gold plus

    WKN: 870450 ISIN: CA0679011084 Symbol: ABR
    Mit einem Goldpreis von rund 1.700 USD und damit ein gutes Stück von den Höchstständen des vergangenen Sommers entfernt, verwundert es kaum, dass die Anteilsscheine eines der größten Goldproduzenten der Welt derzeit nicht zu einer Kursrallye ansetzen. Die in Toronto ansässige Gesellschaft ist aktuell am Markt mit 46 Mrd. CAD bewertet. Analysten sind unter dem Strich von den Zukunftsperspektiven des Titels nach wie vor überzeugt und formulieren ein Kursziel von 38 CAD, das ist ein Potenzial von fast 50% zum aktuellen Kursniveau. Vor ein paar Monaten waren die Experten mit einem durchschnittlichen Kursziel von 42 CAD jedoch optimistischer.

    Barrick besitzt viele der global produktivsten Goldareale. Im abgelaufenen Geschäftsjahr produzierte der Konzern 4,76 Mio. Unzen Gold und 457 Mio. Pfund Kupfer. Obwohl die Goldproduktion merklich um 15% gegenüber Vorjahr sank und die Kupferproduktion lediglich um 5% anzog, konnte der Konzern den Umsatz um rund ein Drittel steigern und den Gewinn sogar mehr als verdoppeln. Dieser Umstand belegt zweifelsfrei die große Auswirkung steigender Rohstoffpreise, wie wir dies im letzten Jahr gesehen haben.

    Also profitieren Anleger, die die Barrick-Aktie besitzen in erster Linie von steigenden Notierungen des Edelmetalls. Da der Konzern in einer Reihe von Kupfer-Projekten engagiert ist, ist die Preisentwicklung des Industriemetall ebenso bedeutsam. Marktexperten erwarten im Zuge der steigenden Nachfrage aus dem Bereich der Elektromobilität eine Fortsetzung der Preissteigerung von Kupfer. Wer einen soliden und diversifizierten Player im Rohstoffmarkt sucht, hat ihn gefunden.

    BLACKROCK GOLD CORP – Silber ist das neue Gold

    WKN: A2APHZ ISIN: CA09258M1014 Symbol: AHZ
    Die Explorationsgesellschaft Blackrock Gold meldete gestern, dass man sich in Blackrock Silver umbenennen werde. Damit tragen die Kanadier dem Umstand Rechnung, dass der Rohstofffokus und das eigentliche Potenzial der Projekte im Bereich Silber zu sehen sind. Zudem liegen die beiden Gold- und Silberprojekte, auf die sich Blackrock fokussiert, auch noch im „Silberstaat“. Damit ist der US-Bundesstaat Nevada gemeint, der seinen Namen wegen berühmter Silberentdeckungen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert trägt. Nevada zählt zu den besten Bergbau-Jurisdiktionen weltweit und weist eine hohe Produktion von Gold- und Silber auf. Der Branchenriese Barrick Gold produziert zum Beispiel etwas mehr als die Hälfte des Goldes im „Silberstaat“.

    Die bedeutenden Silberentdeckungen in Nevada umfassten die Comstock Lode und den Tonopah Silber District im Westen Nevadas innerhalb des sog. Walker Lane Trend. Das größere Projekt der Gesellschaft „Tonopah West“ umfasst ein großes Gebiet westlich des Tonopah-Silberbezirks. Ziel von Blackrock Gold ist, die westliche Erweiterung des District nachzuweisen und den Tonopah-Silberbezirk wieder zu einem bedeutenden produzierenden Gebiet zu machen. Dazu werden im Rahmen des laufenden Bohrprogramms 40.000 Meter niedergebracht.** Ziel ist, bis Ende 2021 eine Ressourcenschätzung erstellen zu können.

    Die historischen Produktionsdaten des Tonopah Silber District lassen einen Output von rund 170 Mio. Unzen Silber und eine Goldproduktion von 1,8 Mio. t Gold des ganzen Bezirks in der Vergangenheit vermuten**. Das Verhältnis von nahezu 100:1 belegt, dass es sich bei diesem Territorium um eine Region mit untypisch großem Silberanteil handelt, was man sonst nur in südamerikanischen Ländern beobachtet. Damit ist ein weiterer Grund für die Namensänderung der Gesellschaft gegeben.

    Die Aktie reagierte gestern auf die Unternehmensmeldung mit Kursgewinnen. Wir sind uns sicher, dass Ergebnisse des Bohrprogramms die Aktie weiter anschieben werden. Mit rund 95 Mio. CAD Börsenwert ist die Gesellschaft noch immer ein Fliegengewicht.

    BERKSHIRE HATHAWAY INC – nur kurzzeitig in Goldaktien investiert

    WKN: A0YJQ2 ISIN: US0846707026 Symbol: BRYN
    „Der Markt hat immer recht“ - so lautet eine Börsenweisheit. Hat das Orakel von Omaha auch immer recht? Die Antwortet lautet: sehr oft, aber nicht immer. Der Kopf der Beteiligungsgesellschaft ist unbestritten ein exzellenter, weitsichtiger Investor. Die Liste der schlechten Investments des 90 jährigen Warren Buffett ist nicht lang. In den letzten Jahren überraschte der Value Investor u.a. mit seinem Einstige bei Apple, diese Position hat er aber kürzlich deutlich reduziert. Buffett ist in der Öffentlichkeit eher durch die langfristigen Investments wie Coca Cola oder dem Versicherungsriesen Geico bekannt. Die Beteiligungsgesellschaft hält auch 21,5% an der chinesischen BYD.

    Der Value Investor klagte in den letzten Jahren über mangelnde lukrative Investments. Teilweise fand er diese während der Corona-Krise. Aber nicht in dem Ausmaß, welches man vermuten könnte. Untypisch kaufte er im vergangenen Jahr für rund 25 Mrd. USD eigene Aktien zurück - ein klares Indiz für mangelnde Alternativen.

    Ebenso untypisch war Buffett´s Einstieg im vergangenen Jahr bei Barrick Gold, wenn auch nur in sehr geringem Umfang. Dies wurde in den Medien viel beachtet, da sich der Value Investor normaler Weise nicht in diesem Sektor engagiert. All diejenigen, die dieses Investment als Anfangsposition sahen, werden nun enttäuscht. Denn laut Unternehmen hat Berkshire schon Ende des letzten Jahres die komplette Position wieder veräußert. Also müssen Anleger nun ohne die Weisheit des Orakels von Omaha die Investmententscheidungen im Bereich Gold treffen. Die Beteiligungsgesellschaft mit einer Marktkapitalisierung von 600 Mrd. USD ist jedoch für die meisten Analysten nur noch eine Halteposition. Wir werden sehen, wer recht hat.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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