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11.08.2022 | 05:55

Alarm bei Plug Power, Problem für Nordex ist gut für Alpha Copper

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Bildquelle: pixabay.com

Es ist der Sommer der Aktien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Der Angriff Russlands auf die Ukraine, hohe Öl- und Gaspreise und der Klimawandel sind nur einige Argumente, warum Anleger die Branche so elektrisiert. Allerdings werden auch viele Vorschusslorbeeren verteilt. So wie bei Plug Power. Denn wenn ein Unternehmen mehr Verlust als Umsatz macht, klingeln eigentlich die Alarmglocken. Doch die Plug Power Aktie steckt dies erstaunlich gut weg. Nordex leidet laut Analysten weiterhin unter hohen Einkaufspreisen und eine drohende Kupferknappheit wird die Probleme nicht reduzieren. Von knappem Kupfer sollte Alpha Copper profitieren. Bohrprogramme geben der Aktie Rückenwind.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: ALPHA COPPER CORP | CA02074D1087 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

Inhaltsverzeichnis:


    Alpha Copper: Zu wenig Kupfer für die Energiewende?

    Hersteller von Windrädern, Solaranlagen oder auch Elektroautos sollte die Studie von S&P Global beunruhigen. Demnach weisen die Experten auf eine drohende Kupferknappheit hin. Diese könnte die Energiewende bedrohen. Denn Kupfer ist für die Erzeugung und Nutzung von erneuerbarer Energie dringend notwendig. Zur Einordnung: Für ein Windrad bzw. eine Solaranlage mit einer Leistung von jeweils einem Megawatt werden zwischen 5 und 8 Tonnen Kupfer benötigt. Und in Elektroautos befindet sich 2,5 bis 3-mal mehr Kupfer als in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Gemäß S&P Global soll sich bis 2035 der weltweite jährliche Kupferbedarf auf 50 Mio. Tonnen fast verdoppeln. Das Problem: Selbst im Best-Case-Szenario – mit höherer Auslastung der Minen und mehr Recycling – werde das Angebot in den 2030er Jahren die Nachfrage nicht decken können.

    Davon sollte Alpha Copper profitieren können. Der kanadische Explorer verfügt über zwei aussichtsreiche Projekte in British Columbia. Beim Indata-Projekt ist Mitte Juni der Startschuss für ein 5.000m umfassendes Bohrprogramm erfolgt. Gebohrt werden soll insbesondere in der Zone Lake, da dort die Explorationsarbeiten am weitesten fortgeschritten sind. Insgesamt umfasst die Liegenschaft 3.189 Hektar und beinhaltet 16 Mineralienclaims. Alpha Copper hält eine Option, auf den Kauf von 60% der Liegenschaft. Das zweite Projekt kann das kanadische Unternehmen sogar vollständig übernehmen. Das Okeover-Projekt umfasst 4.613 Hektar und beinhaltet elf Claims. Historische Daten weisen auf 86,8 Mio. Tonnen mit 0,31% Kupfer und 0,014% Molybdän hin. Auch hier wurde kürzlich mit einem Bohrprogramm über 2.000m begonnen. Mit den Ergebnissen soll 2023 ein Bericht nach NI 43-101 Standard erstellt werden. Mit dem Start der Bohrprogramme ist die Aktie angesprungen. Sie konnte sich in den vergangenen Wochen von ihren Tiefstständen bei 0,20 EUR absetzen und notiert bei 0,35 EUR. Bei einem stabilen Kupferpreis könnte es weiter nach oben gehen und die längerfristigen Aussichten sind gemäß S&P Global glänzend.

    Nordex: Kosten bleiben das Problem

    Etwas erholt zeigte sich in den vergangenen Tagen auch die Aktie von Nordex. Dies dürfte jedoch eher an dem durch das Klimapaket in den USA befeuerten Branchensentiment liegen. Denn bei Nordex selbst überwiegen weiterhin die Probleme: Geringe Größte im Vergleich zu Wettbewerbern und hohe Produktionskosten. Ob auch Nordex von dem Boom in den USA operativ profitieren wird, ist fraglich. Die Analysten von Jefferies sehen zumindest ein Potenzial von 13 EUR für die Aktie – sie notiert derzeit knapp über 10 EUR. Der Umsatz im zweiten Quartal dürfte höher ausfallen, als in den ersten drei Monaten. Hohe Produktionskosten und ein Cybervorfall sollten sich allerdings negativ auf den Ertrag auswirken. Ob sich die Rentabilität – wie von den Analysten erwartet – im zweiten Halbjahr wirklich verbessern wird, darf zumindest bezweifelt werden. Und das Beispiel Kupfer zeigt, dass Nordex auch langfristig mit hohen Produktionskosten zu kämpfen haben dürfte.

    Plug Power: Verlust höher als Umsatz, egal

    Hohe Kosten machen auch Plug Power zu schaffen. So hat der Liebling vieler Anleger im zweiten Quartal 2022 mehr Verlust als Umsatz erwirtschaftet. Die Erlöse stiegen von 125 Mio. USD im Vorjahresquartal auf 151 Mio. USD – überschaubares Wachstum für ein mit 14 Mrd. USD bewertetes Unternehmen. Analysten hatten durchschnittlich mit 163 Mio. USD gerechnet. Und auch beim Ergebnis enttäuschte Plug Power. So stieg der Verlust von 99,6 Mio. USD auf 173 Mio. USD bzw. 0,30 USD je Aktie. Analysten hatten lediglich einen Verlust von 0,20 USD je Aktie erwartet. Nach eigenen Angaben leidet Plug Power unter den gestiegenen Kosten für Wasserstoffmoleküle in Verbindung mit den historisch hohen Erdgaspreisen und den anhaltenden Unterbrechungen bei den Lieferanten. Dies werde sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Zumindest wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 900 bis 925 Mio. USD bestätigt. Die Konsensschätzung der Analysten liegt bei 915 Mio. USD. Insgesamt sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg, seine Ziele bis 2025 zu erfüllen. Die Aussichten im Elektrolyseurgeschäft seien robust und die politische Förderung gebe zusätzlichen Rückenwind. Darauf scheinen auch Anleger zu vertrauen, so notierte die Aktie gestern Nachmittag sogar im Plus.


    Die Zukunftsperspektiven der Erneuerbaren Energien stimmen. Daher scheinen Anleger Plug Power zu vertrauen, dass der Umsatz nachhaltig gesteigert werden kann und in Zukunft auch profitabel gewirtschaftet werden kann. Dass dies auch Nordex gelingen wird, darf durchaus bezweifelt werden. Von der steigenden Nachfrage nach Kupfer sollte die Aktie von Alpha Copper – positive Bohrergebnisse vorausgesetzt – profitieren.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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