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12.01.2023 | 04:50

Aktien zum Durchstarten: Nel, Plug Power, BASF, Almonty Industries

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Bildquelle: BASF SE

Die Neujahrsrally läuft! So hat die Nel-Aktie seit Silvester rund 20% an Wert gewonnen. Rückenwind gab es durch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck inklusive Großauftrag aus Deutschland. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial. Dies gilt auch für BASF. Beim Chemieriesen sieht ein US-Analyst die Chance auf gute 30% Kursgewinn. BASF sollte vom aktuell stark rückläufigen Gaspreis profitieren. Auch der Agrar-Boom spiele dem Dax-Konzern in die Karten. Vom Boom der Elektromobilität will Almonty Industries in Zukunft noch stärker profieren. Dafür will der Konzern zu einem der führenden Wolfram Produzenten aufsteigen. Im laufenden Jahr 2023 soll die Mega-Mine in Südkorea in Betrieb genommen werden. Die Finanzierung durch die deutsche KfW ist gesichert und Analysten sehen über 100% Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries überzeugt Analysten: Wann springt die Aktie an?

    Die Aktie von Almonty Industries hat noch nicht an der Neujahrsrally teilgenommen – noch. Denn das Unternehmen will im laufenden Jahr Geschichte schreiben: In Südkorea soll die größte Wolfram-Mine außerhalb Chinas in Betrieb genommen werden. Die Kanadier sind bereits in Spanien und Portugal operativ tätig und haben den Umsatz in den ersten neun Monaten 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 14,8 Mio. CAD auf 18,1 Mio. CAD gesteigert. Mit der neuen Mine Sangdong soll sich er Umsatz innerhalb weniger Jahre auf über 100 Mio. CAD vervielfachen, so Analysten. Damit hat das Sangdong-Projekt das Potenzial, eine Neubewertung der Aktie einzuleiten.

    Zum Ende des vergangenen Jahres haben sich die Analysten von First Berlin positiv zu Almonty geäußert (Studie zum Download). Die Analysten sehen Almonty auf Kurs, um das Flaggschiffprojekt Sangdong in der zweiten Hälfte diesen Jahres in Betrieb zu nehmen. Damit sollen dann die Umsätze in wenigen Jahren deutlich steigen: nach 32 Mio. CAD im laufenden Jahr sollen es 2025 bereits 104,32 Mio. CAD sein. Zudem verweisen die Analysten auf die lange Lebensdauer der Mine bis zum Jahr 2073. Dabei seien die Kosten der Sangdong-Mine mit 248 USD/t im Vergleich zu konkurrierenden Projekten mit einem ähnlichen Wolframgehalt weniger als halb so hoch. Damit dürfte die Wolfram-Mine in Südkorea für Almonty sprichwörtlich zur Goldgrube werden. Denn der Absatz dürfte gesichert sein: Wolfram wird unter anderem in Batterien und Halbleitern verwendet und stammt heute ganz überwiegend aus China und Russland. Daher werden Wolfram-Quellen aus politisch „stabilen“ Ländern händeringend gesucht. Und die Analysten von First Berlin verweisen auf einen zusätzlichen Trigger für die Almonty-Aktie: Bei Sangdong verfügt Almonty auch noch über eine Molybdänlagerstätte. Die erste JORC-konforme Ressourcenschätzung liege bei abgeleiteten 21,48 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 0,26% MoS2 auf der Grundlage eines Cutoff-Gehalts von 0,19%. Der In-situ-Wert der Ressource liege bei über 2 Mrd. USD. Daher empfehlen die Analysten die Almonty-Aktie mit einem Kursziel von 1,70 CAD zum Kauf. Derzeit notiert die Aktie – sie wird auch in Deutschland gehandelt – bei 0,72 CAD. Übrigens ist auch die deutsche Sphene Capital von der Aktie von Almonty Industries überzeugt. Dort liegt das Kursziel bei 1,67 CAD.

    Aktien von Nel und Plug Power geben Gas

    Wie schnell sich das Sentiment bei einer Aktie drehen kann, hat Nel in den vergangenen Jahren gezeigt. Nach einem enttäuschenden Jahr 2022 ging es in den ersten Tagen des neuen Jahres um rund 20% nach oben. Auslöser des Kurssprungs war ein Großauftrag und der Besuch des Bundeswirtschaftsministers. Robert Habeck hat gemeinsam mit norwegischen Politkern die Elektrolyseur-Fertigungsstätte von Nel besucht. Wasserstoff soll im künftigen Energiemix Deutschlands eine wichtige Rolle spielen. Einen Beitrag dazu will das Unternehmen HH2E leisten. So will man bis 2030 eine installierte Leistung von 4 GW in Deutschland erreichen. In einem ersten Schritt wollen HH2E und Nel bei der Entwicklung von grünem Wasserstoff in Deutschland zusammenarbeiten und eine FEED-Studie erstellen. Ist die Studie zufriedenstellen, soll es zu einem Kaufvertrag kommen. Demnach soll Nel Elektrolyseure mit einer Gesamtleistung von 120 MW an den Partner liefern. Das Auftragsvolumen würde bei über 30 Mio. EUR liegen.

    Alexander Voigt, Mitgründer und Vorstand von HH2E: „Unser ursprünglicher Plan, bis 2030 in Deutschland 4 GW grüne Wasserstoffproduktionskapazität aufzubauen, wird in rasantem Tempo umgesetzt und ist in greifbare Nähe gerückt. Eine der Voraussetzungen für das Erreichen unserer Wachstumsziele ist die Verfügbarkeit von hochwertigen Elektrolyseuren in Europa, wie Nel sie liefern wird." Geht es nach den Analysten von Jefferies, können sich Anleger bei Nel auf weitere Kursgewinne freuen. Die Analysten hatten kurz vor Weihnachten ihr Kursziel für die Aktie von 19 auf 20 NOK erhöht. Der Auftragsbestand Ende 2022 würde bereits weitestgehend die Umsatzschätzungen für 2023 abdecken. Weitere Aufträge könnten also zu einer Anhebung der Schätzungen führen.

    Von den positiven News rund um Nel konnte der gesamte Wasserstoff-Sektor profitieren. So konnte auch die Aktie von Plug Power innerhalb weniger Tage zweistellig zulegen und notiert derzeit immerhin wieder bei rund 15 USD. In der laufenden Woche konnten die US-Amerikaner die gute Stimmung mit einem Auftrag unterfüttern. So hat TC Energy zwei Wasserstoffverflüssiger bei Plug Power bestellt. Die Produktionskapazität liegt bei 30 Tonnen pro Tag. Aufgrund eines Wasserstoffkühlkreislaufes sollen die Anlagen besonders energieeffizient sein.

    Nel automatisiert mehr und mehr die Produktion. Quelle: Nel ASA

    BASF: Bernstein sieht deutliches Kurspotenzial

    Die Aktie von BASF ist in den vergangenen Tagen wieder über die Marke von 50 EUR gesprungen. Ein Grund dürfte die Entspannung beim Gaspreis sein. Befürchtungen, dass Gas im Laufe des Winters in Deutschland knapp werden könnte, sind weitestgehend verflogen. Entsprechend gefallen ist der Gaspreis. Zudem hatten die Analysten von Bernstein Research ihr Rating „Outperform“ für die Aktie des DAX-Konzerns erneuert. Das Kursziel liegt bei 67 EUR. Das Umfeld in der Chemiebranche sei zwar weiterhin nicht euphorisch, verbessere sich aber spürbar. Konjunkturelle Unsicherheiten seien bereits eingepreist. Auf der anderen Seite gebe es positive Impulse: Die Öffnung Chinas, nachlassende Inflation und sinkende Rohstoff- und Energiekosten. Auch der Agrar-Boom dürfte anhalten. Jefferies und die UBS sind allerdings weniger optimistisch. Jefferies hat ein Kursziel von 49 EUR und die UBS sieht die BASF-Aktie sogar nur bei 40 EUR fair bewertet.


    Der Start in das Jahr 2023 ist gelungen. Zu den Gewinnern gehören unter anderem Nel und Plug Power. Allerdings gilt für beide, dass nicht nur der Auftragseingang zählt, sondern endlich die operative Entwicklung Fahrt aufnehmen muss. Sonst sind die Bewertungen kaum zu rechtfertigen. Sollte der Gaspreis nachhaltig niedrig bleiben und sich die Weltwirtschaft robuster zeigen, als viele erwarten, dürfte BASF zu den Gewinnern 2023 zählen. Zu diesen sollte auch die Almonty-Aktie gehören, wenn das Unternehmen die Wolfram-Miene in Südkorea tatsächlich in Betrieb nimmt. Dann wäre eine Neubewertung alles andere als unwahrscheinlich. Daher könnte es ratsam sein, bereits auf dem aktuellen Niveau einen Fuß in die Tür zustellen – bevor es zu spät ist.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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