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20.10.2022 | 05:05

Aktien: Porsche macht es wie Tesla – Varta ist nicht dabei und Infinity Stone Ventures?

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Bildquelle: pixabay.com

E-Auto Spezialisten wie BYD und Tesla haben sie schon lange: Eigene Gigafactories. Deutsche Autobauer haben die eigene Batterieproduktion lange vernachlässigt. Dies überrascht, denn mit der Elektromobilität wird der Energiespeicher zum Herzstück jedes Autos. Hierzulande gibt jetzt Porsche Gas und beschleunigt den Aufbau seiner Batterieproduktion. Dies könnte zum Vorbild für den gesamten VW-Konzern werden. Der deutsche Batteriehoffnungsträger Varta ist bei dem Projekt leider mal wieder nicht dabei. Das Unternehmen scheint bei der Partnersuche nicht voranzukommen. Egal wer die Batterien baut, Unternehmen wie Infinity Stone Ventures profitieren. Der Spezialist für kritische Rohstoffe gibt bei seinen Projekten derzeit kräftig Gas und der positive Newsflow sollte sich fortsetzen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: Infinity Stone Ventures Corp | CA45675G1037 , PORSCHE AG | DE000PAG9113 , TESLA INC. DL -_001 | US88160R1014 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    Porsche auf den Spuren von BYD und Tesla

    Porsche macht endlich Ernst bei der Batterieproduktion. Statt der ursprünglich geplanten Kapazität von nur 100 Megawattstunden pro Jahr soll die Batterie-Fabrik in Reutlingen auf eine Gigawattstunde erweitert werden. Damit können dann ab 2025 nicht rund 1.000, sondern 10.000 Fahrzeuge pro Jahr Akkus ausgerüstet werden. Dabei soll es sich um Hochleistungsbatterien der nächsten Generation handeln. Für die Umsetzung der Pläne investieren die Zuffenbausener kräftig. In das Werk in Reutlingen wurden bereits 60 Mio. EUR gesteckt. Bund und Länder geben weitere 60 Mio. EUR im Rahmen eines Förderprogramms. Um sich modernste Technologie zu sichern, hat sich Porsche mit 100 Mio. USD an der Group14 Technologies beteiligt. Das US-Unternehmen soll führend im Bereich der Silizium-Kohlenstoff-Technologie für Lithium-Ionen-Batterien sein und arbeitet an einem echten „Gamechanger“. Ziel ist es, durch neues, siliziumhaltiges Anodenmaterial die Leistungsfähigkeit einer Batterie um 50% zu erhöhen. Die Vorteile wären zahlreich: schnelleres Laden, mehr Reichweite und auch bessere Energierückgewinnung beim Bremsen. Wie eng die Bande sind, zeigt die Anwesenheit von Group14-Chef Rick Luebbe bei der Grundsteinlegung. „Group14 hat sich zum Ziel gesetzt, die Leistung heutiger Lithium-Ionen zu verbessern, um die globale Energiewende zu beschleunigen“, sagte Group14-Chef Rick Luebbe. Von der neuen Technologie könnte der gesamte VW-Konzern profitieren. So hatte man sich bereits als erster deutscher Automobilkonzern dazu entschlossen, die Batterieproduktion als Schlüsseltechnologie künftig selber zu übernehmen. Dafür wird VW in den kommenden Jahren einen zweistelligen Milliardenbetrag investieren.

    Auch andere Autobauer und Batterieproduzenten wollen ihre Produktionskapazitäten weiter ausbauen. So will unter anderem der chinesische Marktführer CATL eine weitere Zellfabrik in Europa errichten. Neben dem Werk in Erfurt soll der zweite Standort in Debrecen in Ungarn entstehen. Abnehmer der Batterien soll unter anderem Mercedes sein.

    Infinity Stone: Kritische Rohstoffe für die Elektromobilität

    Klar wird: Weltweit werden mehr und mehr Batterien produziert werden. Entsprechend wird der Bedarf an Rohstoffen für die Akkus rasant zulegen. Davon will Infinity Stone Ventures (ISV) profitieren. Das kanadische Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, ein One-Stop-Shop Lieferant für kritische Energiemetalle zu sein – Fokus liegt derzeit auf Batteriemetallen. So beziehen sich die sieben aktuellen Projekte von ISV auf Lithium, Graphit, Kupfer, Kobalt, Nickel und Mangan. Im aktuellen geopolitischen Umfeld wichtig: Alle Projekte befinden sich in Kanada.

    Bei der Entwicklung der Projekte gibt das Unternehmen Gas. Auf dem Graphitprojekt Rockstone in Ontario bereitet man derzeit das Herbstbohrprogramm vor. Die nötige Explorationsgenehmigung habe man inzwischen erhalten, teilte Infinity Stone mit. So können in der ersten Novemberwoche die Bohrungen auf einer Länge von etwa 600m beginnen. Damit soll die Ausdehnung und die Tiefe der Graphitmineralisierung bestimmt werden. Auf dem Graphitgrundstück Rockstone gibt es achtzehn weitere bohrbereite EM-Ziele. Alle Rockstone-Bohrziele haben das Potenzial, auch eine Kupfer/Zink-Mineralisierung vom VMS-Typ zu beherbergen. "Wir freuen uns, den nächsten Schritt bei der Weiterentwicklung des Rockstone-Graphitprojekts bekannt zu geben. Rockstone ist ein Kernprojekt des Unternehmens und hebt sich aufgrund seines Gehalts und seiner historischen Arbeiten von anderen Naturgraphitprojekten in Kanada und auf der ganzen Welt ab", sagte ISV-CEO Zayn Kalyan. "Mit dem Herbstbohrprogramm wollen wir die historischen Bohrungen erweitern und hoffen, dass das Programm das Potenzial für eine bedeutende Graphitressource in einem zunehmend angespannten Graphitmarkt, der keine unmittelbaren Anzeichen für eine Lockerung aufweist, bestätigen wird.“ Graphit ist ein wichtiges Mineral für die Herstellung von Batteriezellen. Ein Tesla Model S 100D enthalt beispielsweise 120 kg Graphit.

    Varta: Wieder kein Partner

    Mit Blick auf die Pläne von Porsche kann festgestellt werden: Varta ist wieder nicht dabei. Das Unternehmen kommt bei seiner Expansion in Batterieproduktion für Elektroautos einfach nicht voran, oder kommuniziert es zumindest nicht. Die Massenproduktion soll 2024 starten, aktuell läuft eine Testproduktion von 10.000 Rundzellen pro Woche. Schon seit gut einem Jahr befindet man sich in Gesprächen mit Partnern und Kunden. Konkretes ist bisher Fehlanzeige. Auch der Rebound der Varta-Aktie nach dem kräftigen Absturz bis auf 28 EUR ist schnell verpufft. Derzeit notiert die Aktie knapp über 30 EUR. Auch die Experten von researchanalyst.com sind zurückhaltend: Anleger sollten ihre Beobachtungsposition inne halten, bis sich das fundamentale Szenario für rohstofflastige Produzenten in Deutschland zum Besseren entwickelt oder Varta in einigen wichtigen Sektoren neue Erfolge vorweisen kann (zur Studie).


    Immer mehr Autobauer setzen auf eine eigene Batterieproduktion. Dies macht Sinn, denn schließlich ist der Akku das Herz jedes E-Autos. Ob Porsche mit seiner Expansion erfolgreich ist, wird sich zeigen. Doch egal ob Spezialisten wie CATL oder Autobauer selber die Akkus produzieren, Rohstoffunternehmen wie Infinity Stone Ventures werden immer profitieren. Wann Varta-Aktionäre wieder von einem nachhaltig steigenden Kurs profitieren können, ist derzeit leider nicht absehbar.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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