Menü schließen




07.07.2022 | 04:44

Aktien-Casino! Chancen bei Alibaba und Kleos Space, Abverkauf bei Uniper und TeamViewer

  • Satelliten
  • IT-Technologie
  • E-Commerce
  • Gas
Bildquelle: pixabay.com

Keiner hätte wohl gedacht, dass ein kriegerischer Konflikt im Osten Europas zur mittelfristigen Gefährdung des Wohlstands im Westen mutieren kann. Kann er! Die Abhängigkeit von fossiler Energie ist in den europäischen Ökonomien noch viel zu stark, als dass man ohne die regelmäßigen Anlieferungen aus dem Osten auskommen könnte. Im Ergebnis ist seit Ende Februar höchste Nervosität an den Märkten zu spüren, abzulesen an Volatilitäts-Indizes, welche gestern nahe 30 standen. Die Interpretation lautet: Rechnen Sie am Aktienmarkt mit ca. 30% Schwankung innerhalb der nächsten 12 Monate. Niemand hätte etwas dagegen, wenn es ausnahmsweise auch mal nach Oben ausschlagen würde. Nachfolgend ein paar prickelnde Investment-Ideen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900 , UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba – Gute Zahlen schieben die Aktie weiter an

    Derzeit überschlagen sich die Brokerhäuser mit neuen Schätzungen für die chinesische Alibaba Group. Denn zu allem Trotz stieg der Wert seit seinem März-Tief bei rund 66 EUR auf mittlerweile über 116 EUR an. Klar hat die europäische Währung im gleichen Zeitraum etwa 7% abgebaut, das ändert aber nichts an der herausragenden Performance des chinesischen Online-Händlers.

    Gründe könnten der nachlassende regulatorische Druck der Regierung oder der Rückzug der Hauptnotiz nach Hong Kong sein. Chinesische Wachstumstitel fielen an der NASDAQ in 2021 in Ungnade, weil sie sich zu wenig an die US-Bilanzierungsvorschriften hielten, an dieser Stelle aber mittlerweile eingelenkt haben. Alibaba wächst im Umsatz konstant mit 10-15% pro Jahr, der Gewinn stiegt zuletzt sogar um mehr als 20%. Ein Ende der Fahnenstange dürfte somit noch nicht erreicht sein, der Umsatz des Unternehmens für das März-Quartal übertraf sogar die Prognosen der Analysten, dank der Maßnahmen zur Kostenkontrolle und des Wachstums in neuen Geschäftsfeldern.

    Die bewertenden Brokerhäuser sprechen eine eindeutige Sprache. JPM nimmt Alibaba wieder auf die Kaufliste mit Kursziel 135 USD, HSBC folgt mit „Buy“ und 141 USD und die australische Macquarie sieht sogar 145 USD jeweils auf 12 Monate. Die Markttechnik zeigt auch nach oben, wir hatten bereits bei 93 EUR den Daumen gehoben. Setzen sie zur Gewinnsicherung nun einen Stop bei 108 EUR.

    Kleos Space S.A. – Erfolgreiche Refinanzierung des hohen Wachstums

    Geopolitische Instabilität ist für Kleos Space S.A. (KSS) eine positive Komponente für Wachstum, auch wenn sich niemand solche Rahmenbedingungen wirklich wünscht. In der Tat steigt aber derzeit der Bedarf an satellitengestützter Datenanalyse für militärische Zwecke. Das Hochtechnologie-Unternehmen mit geschäftlichem Sitz in Luxemburg bringt Satelliten in den Orbit, um vor allem maritime und landgebundene Funk- und Bewegungsaktivitäten aus der Ferne zu erfassen sowie qualitativ hochwertig und kundengerecht aufzubereiten.

    Der Data-as-a-Service-Spezialist wird mit dem neugeplanten Start auf der Transporter-6 Space-X Mission im Oktober dann über 16 Satelliten im Orbit verfügen. Die Datenausbeute und Qualität wird damit weiter steigen. Zur Refinanzierung seiner Vorhaben hat Kleos nun noch einmal einen Kredit eingeworben. Die besicherte Fazilität hat ein Volumen von 10 Mio. Australische Dollar und wird von PURE Asset Management bereitgestellt.

    Andy Bowyer, CEO von Kleos, kommentierte die Kreditfazilität wie folgt: "Kleos befindet sich in einer Phase des schnellen Wachstums und reagiert damit auf die Marktbedürfnisse nach mehr Situationsbewusstsein. Die zunehmenden globalen Risiken und Konflikte haben zu einer steigenden Nachfrage nach Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungsdaten geführt. Mit jeder neuen Gruppe von Satelliten, die wir betreiben, erhöhen wir unsere Datenerfassungskapazität und die Möglichkeiten zur Umsatzgenerierung.“

    Die KSS-Aktie hat im jüngsten Ausverkauf bei den Wachstumswerten etwas gelitten und ist jetzt wieder bei rund 0,44 AUD oder 0,28 EUR zu haben. Mit aktuell 178 Mio. Aktien beträgt die Marktkapitalisierung 78,3 Mio. AUD. Kleos ist im aktuellen geopolitischen Umfeld eine gute Selektion.

    Uniper – Hauptverlierer bei ausfallenden Gaslieferungen

    Die Bundesregierung hat Angst vor einer möglichen Kettenreaktion im deutsch-russischen Gaskrimi. Durch die Lieferverpflichtungen von Uniper gegenüber seinen Gaskunden gerät der größte Gashändler Deutschlands in eine existenzgefährdende Schieflage. Der Gaspreis steigt unentwegt, gleichzeitig sinken die russischen Anlieferungen. Doch die Verträge mit den Abnehmern sind so einfach nicht zu ändern, denn kurzfristige Erhöhungen sehen die Langfristabkommen mit den Stadtwerken nicht vor.

    Es sieht ganz danach aus, dass die Bundesregierung nach TUI, Lufthansa, Commerzbank und Hypo Real Estate wieder in die Tasche greifen muss, um wirtschaftliche Notstände zu überbrücken. Eine Lösung sieht man zwar auch in der schwimmenden LNG-Versorgung. Zur Anbindung von Deutschlands erstem schwimmenden Tanklager für verflüssigtes Erdgas in Wilhelmshaven hat der Energiekonzern Uniper mittlerweile die Genehmigung erhalten. Weitere solcher Anlagen sind in Planung, aber die Zeit für Uniper drängt erheblich.

    Wie Finanzkreise berichten, könnte der Bund eine Beteiligung von bis zu 25 Prozent eingehen. Als Nennwert je neue Aktie werden tiefe 1,70 EUR genannt, das würde rund 150 Mio. EUR an Eigenkapital liefern. Zudem soll eine stille Beteiligung im Volumen von 3 bis 5 Mrd. EUR im Gespräch sein. Die Aktie hat sich seit Februar geviertelt und ist bei rund 10 EUR nur noch mit 3,8 Mrd. EUR bewertet. Casino!

    TeamViewer – Auch an der 10 EUR-Marke gab es kein Halten

    Auch TeamViewer muss mittlerweile auf der Liste der großen Verlierer geführt werden. Der einstige Profiteuer der Homeoffice-Welle zur Pandemie kam bereits im Oktober 2021 operativ unter die Räder, der 12-Monats-Verlust beträgt mittlerweile 70%. Immer wieder gab es Übernahme-Gerüchte, SAP sollte angeblich Interesse gezeigt haben, doch einen Deal gab es bislang nicht. Die Geschäfte in Russland und Belarus wurden eingestellt, das senkt die zu erwartenden Billing-Erlöse um etwa 9%. Ob andere Regionen den Abfall in den Buchungen auffangen können bleibt zu hoffen, denn immerhin wuchs TeamViewer in den besten Zeiten um über 20% jährlich.

    In den letzten Tagen stiegen nun die Vorstände mit Millionenbeträgen ein, Investmentbanken wie JP Morgen sehen aber große ökonomische Unsicherheiten und senken ihr Kursziel von 18 auf 12 EUR ab. Nach einem Absturz auf 8,89 EUR Anfang der Woche gibt es nun erste Rückkäufe. Die technischen Indikatoren zeigen eine kurzfristige Überverkauftheit an, ein kleines Zuckerl für den mutigen Neu-Investor. Beobachten!


    Die Aktienanlage in Krisenzeiten ist von besonderen Belastungen und Schwankungsintensitäten gezeichnet. Für Neu-Investments braucht es Mut und gute technische Indikatoren. Alibaba und Kleos senden positive Signale, Uniper und TeamViewer sollten auf die engere Watchlist gesetzt werden.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Mario Hose vom 01.08.2022 | 05:55

    Jetzt kaufen? Uniper, HelloFresh, sdm und aifinyo Aktie im Analystencheck

    • Gas
    • Fintech
    • Dienstleistung
    • Sicherheit
    • Technologie

    Während die Erholungsrallye läuft, werfen wir einen Blick auf aktuelle Analystenempfehlungen. Nachdem die Bundesregierung ein Rettungspaket geschnürt hat, sind die Experten bei Uniper skeptisch. Schließlich hängt die Zukunft des Unternehmens am russisch kontrollierten Gas-Hahn. Bei HelloFresh scheint der Schock über die Prognosesenkung verdaut zu sein und die Credit Suisse sieht Potenzial für die Aktie. Für die Smallcaps aifinyo und sdm finden Analysten lobende Worte. Das Fintech und der Sicherheitsdienstleister überzeugen mit einer starken operativen Entwicklung und bieten deutliches Kurspotenzial. Warburg sieht bei einer Aktie sogar über 100% Kurspotenzial.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 27.07.2022 | 05:10

    Lufthansa, Kleos Space, Palantir – Aktien vor dem Abflug

    • Satelliten
    • Luftfahrt
    • künstliche Intelligenz

    Aktuell liegen bei den meisten Anlegern die Nerven blank. Die Unsicherheiten auf geopolitischer und wirtschaftlicher Ebene nehmen dabei eher zu. Ein nicht endender Konflikt in der Ukraine, die Angst vor einer drohenden globalen Rezession sowie Inflationsdaten auf Rekordniveau. Dazu steht angeblich die nächste Welle hinsichtlich der Corona-Pandemie quasi vor der Haustür. Dennoch gibt es nach der scharfen Korrektur der vergangenen Monate interessante Einstiegschancen auf verbilligtem Niveau.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Armin Schulz vom 11.07.2022 | 05:35

    BYD, First Hydrogen, Amazon – Elektrofahrzeuge vor dem Aus?

    • BYD
    • First Hydrogen
    • Amazon
    • Wasserstoff
    • grüner Wasserstoff
    • Elektrofahrzeuge
    • E-Commerce
    • Wasserstoffantrieb
    • Brennstoffzellen

    Neben dem Branchenprimus Tesla haben sich vor allem die chinesischen Autobauer früh mit E-Autos auseinandergesetzt. Seit das Aus des Verbrenners beschlossene Sache ist, gibt es den Kampf um den einen emissionslosen Antrieb. Lange Zeit schien die Elektromobilität das Rennen zu machen, doch nach wie vor sind die Ladezeiten zu lang und die Reichweiten begrenzt. Vor allem im Logistikbereich sind das wichtige Faktoren. Jetzt startet die erste Serienproduktion von Wasserstoffautos in China. Changan Automobile, die 1862 gegründet wurden, gibt für seine Wasserstoff PKWs 700km Reichweite bei einer Tankzeit von wenigen Sekunden an. Ist das der Anfang vom Ende der Elektrofahrzeuge?

    Zum Kommentar