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16.02.2021 | 04:50

Akasol, Kleos Space, Palantir – Das ist das Gold der Zukunft!

  • KI
Bildquelle: pixabay.com

Daten sind unbestritten das Gold der Zukunft. Unter Data Mining versteht man die systematische Anwendung computergestützter Verfahren, um in vorhandenen Datenbeständen Muster, Trends oder Zusammenhänge zu finden. Unternehmen, deren Geschäftsmodelle darauf basieren, wachsen gerade exponentiell. Am Beispiel Palantir sieht man die Dynamik in der Kundengewinnung. Neben den etablierten Playern gibt es vielversprechende, kleinere Anbieter mit enormen Potenzial.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Stefan Feulner
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Kleos Space – Aktie mit Riesenhebel!

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Der Börsenwert vom US-Datenanalysespezialisten Palantir liegt aktuell bei 45,5 Mrd. EUR. Zwar sind die US-Amerikaner in den schwarzen Zahlen, die Gewinne sind jedoch noch vernachlässigbar klein. Was wichtiger bei Unternehmen wie Palantir ist, ist zum einen das Wachstum, zum anderen das Kundenklientel. Hier tummeln sich sowohl im öffentlichen Sektor als auch in der Privatwirtschaft die Crème de la crème. Die CIA, die NSA und das FBI finden sich auf der Kundenliste. Zudem arbeitet Palantir mit rund 100 Unternehmenskunden zusammen. Einer der Großkunden ist etwa die Bank JP Morgen Chase. In diese Richtung will auch das australische Unternehmen Kleos Space.

Die Marktkapitalisierung des Spezialisten für „neue Raumfahrt“- Technologie, der seine Zentrale in Luxemburg unterhält, liegt aktuell bei rund 60 Mio. EUR. Das Modell von Kleos Space ist es, Nanosatelliten ins All zu schießen, mit dem Ziel, die Erde nach Radiofrequenzsignalen für die Geolokalisierung zu scannen. Das Unternehmen ist ein Pionier in der Anwendung der RF-Technologie aus dem Weltraum. Die hochsensiblen Daten, die die Australier generieren, sollen Kunden im Abo- Modell angeboten werden. Die Daten dienen der Identifikation von unzulässigen Aktivitäten auf den Weltmeeren, wie zum Beispiel bei Drogen-, Waffen- und Menschenschmuggel.

Interessierte Kunden sind neben Behörden natürlich auch das Militär oder der Grenzschutz. Kleos Space könnte in der Tat eine ähnliche Entwicklung nehmen wie der „big brother“ Palantir. Die Aktie ist neben der Heimatbörse in Sydney auch in Deutschland handelbar. Der Kurs liegt bei 0,39 EUR. Die Analysten von First Berlin Equity Research gaben am 3. Februar ein Update zu Kleos Space mit dem Urteil „Kaufen“ und einem Kursziel von 1,15 AUD, umgerechnet 0,74 EUR heraus.

Akasol – Darfs ein bisschen mehr sein?

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Mit 124,50 EUR notiert der Kurs der Akasol-Aktie über dem ausgerufenen Übernahmepreis von 120,00 EUR. Der Käufer der Hessen soll der US-Automobilzulieferer BorgWarner werden. Akasol wurde im Jahre 2008 gegründet und produziert Lithium-Ionen-Batteriesysteme für Busse, Bahnen, Lastwagen, Industriefahrzeuge und Schiffe. Die Kunden des noch defizitären, aber stark wachsenden Unternehmens sind unter anderem Daimler, Alstom und Volvo.

Insgesamt soll der Deal für 730 Mio. EUR über die Bühne gehen, was einem Kurs je Aktie von 120 EUR entspricht. Die Kaufofferte liegt damit in Viertel über dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen drei Monate. Da Akasol-Gründer und Konzernchef Sven Schulz, der rund 47% der Anteile hält, und andere Gründer ihre Aktien verkaufen werden, hat sich der US-Konzern bereits 59% der Akasol-Papiere gesichert. Damit ist die von BorgWarner gesetzte Mindestannahmeschwelle von 50% plus eine Aktie schon erreicht. Laut Unternehmemsangaben haben sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat bereits zugestimmt.

Palantir – es geht um die Wurst

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Palantir Technologies ist ein privat geführter US-amerikanischer Anbieter von Software und Dienstleistungen, der sich auf die Analyse großer Datenmengen, sogenannte Big Data spezialisiert. Zu den ersten Kunden des 2004 gegründeten Unternehmens gehörte der Geheimdienst der USA, die CIA. Seitdem hat Palantir seinen Kundenstamm unter staatlichen und lokalen Behörden vergrößert und ist außerdem für Wirtschaftsunternehmen in der Finanz- und Pharmabranche tätig. Umstritten ist die Geschäftstätigkeit der Firma, weil sie Unmengen von Daten speichert und verknüpft. Nun blickt man am Dienstag gespannt auf die Q4-Zahlen des von Starinvestor Peter Thiel finanzierten Unternehmens. Es wird mit einem Gewinn von 0,02 USD je Aktie und einem Umsatz von 301 Mio. USD gerechnet. Das wäre das dritte Quartal in Folge für das Startup mit positiven Zahlen.

Nebenbei plant Palantir in Altendorf im Kanton Schwyz in der Schweiz seinen Europa-Standort. Dies hat nun der Chaos Computer Club kritisiert. Im Interview mit dem SRF sagte Hernani Marques, Sprecher des CCC Schweiz, dass das «lasche» Schweizer Datenschutzgesetz ein Grund für die Ansiedlung hierzulande sei. Die Geldbußen bei Datenschutzverletzungen seien im Vergleich zur EU zu niedrig, in der Schweiz könne man „recht günstig Daten“ verlieren.

Die Ansiedelung einer Firma wie Palantir würde zudem dem Ruf des Technologie-Standorts Schweiz schaden. Als Standort für Privatsphäre-freundliche Lösungen könne die Schweiz viel mehr gewinnen als den «Hilfssheriff der USA» zu spielen, so Marques. Palantir wurde vor allem durch seine enge Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden und -Geheimdiensten bekannt.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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Kommentar von Stefan Feulner vom 14.09.2021 | 05:10

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Geht es nach der Meinung hochrangiger Manager der größten Chiphersteller wie Intel oder Nvidia, ist ein Ende der Halbleiterkrise vor Ende 2022 nicht in Sicht. Neben der steigenden Nachfrage nach Unterhaltungselektronik, Computern und Zubehör seit Beginn der Corona-Krise macht der Branche zusätzlich der stark wachsende Bedarf aus der zunehmend auf Elektronik setzenden Automobilindustrie zu schaffen. Durch Markttreiber, wie Künstliche Intelligenz, 5G und Internet of Things wird die Nachfrage in den nächsten Jahren noch zusätzlich befeuert.

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