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14.06.2021 | 05:08

Adler Modemärkte, Barsele Minerals, Curevac – Aufgepasst: Das ABC der Kursraketen!

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Bildquelle: pixabay.com

Nachrichten sind der Treibstoff für Kurse. Es fragt sich nur, in welche Richtung die Kurse gehen und wie lange der Sprit reicht. Mit der Aussicht auf ein Darlehen vom Bund haben die Anteilsscheine des insolventen Textilhändlers Adler Modemärkte seit Mitte Mai ordentlich zugelegt. News gab es in der letzten Woche zudem bei Barsele Minerals und Curevac. Diese Neuigkeiten sollten die Kurse auch noch in den nächsten Tagen bewegen!

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA0688921083 , DE000A1H8MU2 , NL0015436031


ADLER MODEMÄRKTE AG – wie geht es jetzt weiter?

Die Anteilsscheine des insolventen Textileinzelhändlers vervielfachten sich in den letzten vier Wochen. Am 18. Mai gab ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums bekannt, dass Adler Modemärkte ein Darlehen in Höhe von 10 Mio. EUR vom Bund erhalten werde. Anfang Mai hatte sich die Gesellschaft öffentlich über mangelnde Unterstützung der Regierung beklagt.

Adler befindet sich seit Januar in der Insolvenz in Eigenverwaltung. Das 1948 gegründete Unternehmen beschäftigt etwa 3.200 Mitarbeiter und betreibt Filialen an mehr als 140 Standorten. In den letzten Tagen profitierte der Kurs zudem von spekulativen Käufen, die auch andere Pennystocks und insolvente Gesellschaften zu deutlichen Kursgewinnen verholfen. Am Freitag wies die Gesellschaft bei einem Kurs von 1,30 EUR einen Börsenwert von 24 Mio. EUR auf. Das hohe Kursniveau der letzten Tage nutzte die seit 2013 investierte Equinox, um den Anteil am Unternehmen deutlich zu reduzieren.

BARSELE MINERALS CORP – Entscheidung fällt im Sommer

Anfang des Monats gab die Gesellschaft ein Update zum laufenden Bohrprogramm des Barsele-Projekts. Barsele Minerals Corp. konzentriert sich auf die Exploration und Erschließung des Projektes in Nordschweden mit dem Joint-Venture-Partner Agnico Eagle Mines. Barsele hält daran derzeit 45%. **Mitte Mai unterzeichneten Barsele und Agnico Eagle jedoch eine (unverbindliche) Absichtserklärung, wonach Barsele den 55% Anteil vom JV-Partner erwerben kann.

Die Exklusivitätsperiode endet am 30. Juli 2021 und kann unter bestimmten Bedingungen um weitere 31 Tage verlängert werden. Die Vereinbarung sieht umfangreiche Regelungen vor. Im Kern umfasst die Transaktion eine Barzahlung von 45 Mio. USD, die Barsele aber auch teilweise in Aktien und Warrants leisten kann. Barsele beabsichtigt, die Summe über Kredite und eine Kapitalerhöhung aufzubringen. Die Transaktion soll so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Seit Beginn des Jahres wurden eine Reihe von Vorarbeiten durchgeführt.

Insgesamt sieht das Programm eine Bohrleistung von 3.000m und 25 Bohrlöchern vor. Das Explorationsprogramm wird vom Joint-Venture-Partner Agnico Eagle Mines durchgeführt, der zusätzlich alle Projektkosten bis zur Pre-Feasibility übernimmt. Das Barsele-Projekt befindet sich in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm und umfasst 33.500 Hektar. Es ist am westlichen Ende des proterozoischen "Skellefte-Trends" lokalisiert, welcher sich mit der "Gold-Linie" in Nordschweden überschneidet. Zu den aktuellen und früheren Produzenten in der Region gehören Boliden, Kristineberg, Bjorkdal, Svartliden und Storliden. Das goldhaltige Hauptsystem bleibt in alle Richtungen offen. Die Zonen Avan-Central-Skirasen weisen eine Streichlänge von annähernd 3,6 km auf. Bohrungen im Jahr 2020 konzentrierten sich auf die Definition, Verifizierung und Erweiterung der Mineralressourcen innerhalb des "Orogenic Gold"-Systems Avan-Central-Skirasen.

Agnico Eagle wird im Rahmen der o.g. Transaktion zudem die Möglichkeit eingeräumt, bis zur Fertigstellung einer Vormachbarkeitsstudie 15% am Projekt Barsele zu erwerben und bei zukünftigen Kapitalerhöhungen zu partizipieren, so dass der Anteil nicht verwässert wird. Barsele Minerals besitzt eine rasch wachsende Goldlagerstätte mit erheblichem Wachstumspotenzial. Es bleibt zu hoffen, dass der 45 Mio. USD Deal im Sommer über die Bühne geht. Mit einem solch großen und qualitativ hochwertigen Projekt könnte Barsele dann selbst zum Übernahmeziel werden. Derzeit liegt der Börsenwert der Gesellschaft bei einem Kurs von 0,76 CAD bei 98 Mio. CAD. Das ist angesichts des Potenzials von einer Goldressource von mehreren Mio. Unzen aber nicht viel.

CUREVAC NV – große Enttäuschung

Die Aktie des Tübinger Biotechunternehmens Curevac musste in der letzten Woche Federn lassen. Grund war die weitere Verzögerung bei den Zulassungsstudien für den eigenen Covid-19-Impfstoff. Am vergangenen Freitag fiel der Titel auf ein Mehr-Wochen-Tief zurück und notierte zwischenzeitlich bei rund 75 EUR. Zum Wochenende ging die Aktie mit rund 82 EUR aus dem Handel. Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, wird der Impfstoff erst wieder in die Planung für die Impfkampagne aufgenommen, wenn eine Zulassung erfolgt ist.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte Anfang letzter Woche in den Kreisen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Handelsblatt-Informationen zu verstehen gegeben, dass die europäische Arzneimittelbehörde Ema für den Curevac-Impfstoff nicht mit einer Zulassung vor August rechne. Somit könnte der Curevac-Impfstoff in der laufenden Impfkampagne gar keine Rolle mehr spielen. Aber die neuesten Entwicklungen bei Johnson & Johnson zeigen, dass es mit der Planbarkeit eben sehr schwierig ist. In einem US-Werk in Baltimore wurden zahlreiche Mängel des Impfstoffs entdeckt, wodurch Millionen Einheiten unbrauchbar sind. Dies wird nach Einschätzung des Bundesgesundheitsministeriums dazu führen, dass bis Ende Juni etwa 6,5 Mio. Corona-Impfdosen weniger nach Deutschland geliefert werden als geplant.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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