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16.02.2023 | 04:44

Achtung! Klima- und Tech-Rally 3.0 läuft weiter – Sind Alibaba, PayPal, Alpina Holdings und TUI in der Champions League?

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Bildquelle: pixabay.com

Noch ist das Jahr gerademal 6 Wochen alt und schon lassen sich am Aktienmarkt wieder große Gewinner ausmachen. Die Korrektur der Tech-Titel in 2022 veranlasste viele Anleger in 2023 eine neue Wette zu eröffnen und sie hatten in der Breite recht. Tesla plus 100%, Alibaba plus 80% und Infineon immerhin 50% höher. Der Börsengang von Ionos kann bislang nicht überzeugen, das was nicht ist kann bekanntlich noch werden, denn teuer ist die Aktie nicht. Wir gehen auf die Suche nach den nächsten Gipfelstürmern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALPINA HOLDINGS LIMITED | SGXE21011833 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

Inhaltsverzeichnis:


    Alibaba versus PayPal – Asien vor US-Tech?

    Seit dem Jahreswechsel gehen Wachstumswerte wieder steil nordwärts. Besonders gefragt sind Titel aus dem GreenTech-Sektor. So konnten sich Nordex und Siemens Energy an die Spitze der Welle setzen, asiatische Techtitel wie Alibaba oder Tencent scheinen einen Teil ihrer Erholungs-Rally schon wieder hinter sich gebracht zu haben. Sie waren die großen Verlierer des Jahres 2022, legten aber von den Tiefs bereits wieder mehr als 50% zu. Eine Begründung findet sich schnell: Asiatische Börsen leiden nicht so stark unter der aktuellen Teuerung und dem damit verbundenen Zinsanstieg, denn deren Ökonomien stehen nach der Corona-Schlappe der letzten Jahre nun wieder im Rampenlicht der Investoren. Seit November konnte der Hang Seng-Index immerhin 55% zulegen, die US-Technologiebörse NASDAQ brachte es im selben Zeitraum nur auf plus 17%.

    Beispielhaft ist ein fundamentaler Vergleich zwischen dem Online-Riesen Alibaba und dem Bezahldienst PayPal. Alibaba erzielt in 2023e Umsätze von rund 129 Mrd. EUR und handelt mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,9. Das Unternehmen wächst konstant mit 12 bis 15% pro Jahr und hat aktuell ein KGV von 12. PayPal schraubte seine Wachstumserwartungen schon zweimal zurück, konnte aber mit dem letzten Bericht für das Schlussquartal überzeugen. Auch diese Aktie ist mit einem 2023er Kurs-Umsatz-Verhältnis von 2,6 und KGV von 13 nicht zu teuer. Garniert werden die guten Kennziffern mit freundlichen Aussichten für das laufende Jahr, in dem PayPal weiterhin ein respektables Wachstum anstrebt. Die Konsumkrise scheint sich bisher nicht so stark bemerkbar zu machen und wenn es nach dem Management geht, wird das auch so bleiben. Beide Aktien sind mit 96,2 EUR respektive 71,8 EUR derzeit sehr attraktiv bewertet.

    Alpina Holdings Ltd – Eine Boomregion wertet weiter auf

    In Asien boomen nicht nur die Industrie-Unternehmen, auch die Immobilien bekommen den Vermögenszuwachs der breiten Mittelschicht zu spüren. Seit Jahren wachsen die Metropolen mit konstanten Raten, in Sonderzonen wie Hongkong oder Singapur noch etwas stärker, denn hier ist Bauland richtig knapp. Der Stadtstaat Singapur ist Vorreiter in der Digitalisierung, die Stadt ist modern und bietet jungen Menschen gute Perspektiven, einer der asiatischen Metropolen mit der höchsten westlichen Ausprägung. Bei einer überschaubaren Größe von nur 725 Quadratkilometern ist die Bevölkerungsdichte mit 5,8 Mio. Einwohnern recht hoch. Kein Wunder, dass die Immobilienpreise seit Jahren steigen und das BIP auf eine Region von fast 400 Mrd. USD gehievt haben.

    Die ortsansässige Alpina Holdings Limited ist ein renommiertes Immobilien- und Baudienstleistungs-Unternehmen mit einer 17-jährigen Erfolgsgeschichte. Das Geschäftsmodell umfasst integrierte Gebäudedienstleistungen (IBS), mechanische und elektrische (M&E) Ingenieurdienstleistungen sowie Umbau- und Ergänzungsarbeiten (A&A) für Projekte des öffentlichen und privaten Sektors. Mit einem Umsatz von 52 Mio. SGD und einem Gewinn von 9,3 Mio. SGD stellte das Jahr 2021 eine Ausnahmejahr in der Entwicklung dar. Viele Projekte wurden fertiggestellt und abgerechnet. Vorsorglich hat das Management kürzlich darauf hingewiesen, dass die Zahlen für 2022 niedriger ausfallen werden, aber dennoch mit etwa 4,5 Mio. SGD Gewinn abgeschlossen wird. Firmen-Policy ist die Ausschüttung von 50% des erzielten Gewinnes an die Aktionäre, für 2021 lieferte dies eine Dividenden-Rendite von über 7%.

    Die Aktie ist seit Mitte Dezember auch Deutschland handelbar, die Umsätze sind noch gering, aber der Bekanntheitsrad steigt. Die 184,34 Mio. ausstehenden Alpina-Aktien werden mehrheitlich von CEO Siong Yong Low (45,5%) und dem Executive Director Yoon On Tai (37,2%) gehalten. Aktuell bringt das Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 32,2 Mio. SGD auf die Waage. Die gute operative Marge von über 20% und eine weiterhin hohe Ausschüttungsquote führen zu geringen Schwankungen im Kurs und belohnt den langfristigen Investor.

    Alle besprochenen Werte liegen im 2-Jahresvergleich noch im Minus. Das zeigt die starke Korrektur in 2022, die noch nicht aufgeholt wurde. Quelle: Refinitiv Eikon vom 15.02.2023

    TUI – Ist das die letzte Kapitalerhöhung?

    Mit Blick auf den Kursverlauf der TUI-Aktie fragt sich der geneigte Betrachter, ob sich der sichtbare Krisenmodus auch mal lösen wird. Aktionäre brauchen seit Jahren ein dickes Fell. Der Beinahe-Pleite zur Corona-Pandemie, die nur mit Staatshilfen abgewendet werden konnte, folgen nun die Unwägbarkeiten des Ukraine-Konflikts. Durch die erhebliche Kostenbelastung der Haushaltsbudgets ist Reisen für viele Bürger zum Luxus geworden, letztlich wird sich das Reiseaufkommen an diese Situation schmerzlich anpassen. Wegen des dauerhaft inflatorischen Umfelds sind speziell Fernreisen und Hotelübernachtungen gegenüber 2019 heute um gut 50% verteuert. Allmählich scheint es auch, dass die Reisebranche sich im Hinblick auf die Klimawende einer neuen Zeitrechnung unterlegen muss. Zwar fliegen Klimaschützer auch gerne in die Ferne, dennoch verliert die Flugreise deutlich an gesellschaftlichem Stellenwert.

    Gestern meldete der Reisekonzern mit 3,8 Mrd. EUR Umsatz im ersten Quartal Rekordzahlen mit Vor-Corona-Charakter. Der generierte Umsatz entspricht einem Plus von 37% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und auch das saisonale Minus beim operativen Ergebnis konnte auf 153 Mio. EUR. fast halbiert werden. Mit insgesamt 8,7 Millionen Buchungen für die Wintersaison 2022/2023 und dem kommenden Sommer 2023 sieht TUI-Vorstand Sebastian Ebel eine „ermutigende Buchungsentwicklung“. Die Preise liegen im Schnitt 8% über Vorjahr, das hält aber nur wenige Menschen ab, ihren langersehnten Urlaub nachzuholen.

    Wichtigstes Ziel des Konzerns ist der weitere Abbau von Schulden. Bereits im vergangenen Geschäftsjahr hatte TUI begonnen, erste Staatshilfen aus Pandemie-Zeiten zurückzuzahlen. Nun sollen die Gelder aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds vollständig zurückgeführt werden. Mit einer erneuten milliardenschweren Kapitalerhöhung will TUI mit allen Mitteln die Nettoverschuldung senken und seine Zinskosten reduzieren. Der Kurs hat die 2 EUR-Marke wieder ins Visier genommen, das ist ein satter 80%-Anstieg seit den Oktober-Tiefs. Spekulativ!


    Die Börse ist gut gelaunt in das neue Jahr gestartet. Seit September ist der Schwankungs-Indikator VDAX von knapp 30 auf unter 20 gefallen. Das zeugt von ruhigem Fahrwasser, das wohldiversifizierten Portfolios eine Wertsteigerung beschert. Die Mischung zwischen Branchen und Regionen senkt das Risiko deutlich.


    Interessenskonflikt

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    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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