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01.12.2022 | 04:44

Wer baut die beste Batterie? Varta, Altech Advanced Materials, SFC Energy, IBU-TEC – der Einstieg lockt!

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  • Batterietechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Vor drei Jahren stellte der chinesische Batterie-Marktführer CATL der Weltöffentlichkeit erstmals seine Cell-to-Pack-Technologie vor. Eine neue Batterie mit diesem Design soll nun E-Fahrzeugen eine Reichweite von 1.000km und ein superschnelles Aufladen in nur 10min ermöglichen. Die Batterie „Qilin“ ist laut CATL damit leistungsfähiger als die 4680-Zellen von Tesla. CATL will den neuen Akku ab 2023 in Serie herstellen. Ob die versprochene Distanz tatsächlich erreicht wird, hängt allerdings von der Größe des verbauten Akkus und der Aerodynamik des Fahrzeugs ab. In Europa und Nordamerika wird ebenso unter Hochdruck geforscht und entwickelt, denn der Markt für E-Mobilität verspricht immer noch ein Wachstum von über 30% per annum. Wie ist der aktuelle Stand in Deutschland?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , SFC ENERGY AG | DE0007568578 , IBU-TEC ADV.MATER. INH.ON | DE000A0XYHT5

Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Das Jahr 2023 dürfte spannend werden

    Um nicht von China abgehängt zu werden, bedarf es in Europa großer Anstrengungen, sowohl von öffentlicher als auch von privater Seite, das Thema E-Mobilität schnell weiter zu entwickeln. Neben den staatlichen Förderprogrammen für Konsumenten fehlt es derzeit noch an ausreichenden Mitteln, die aktuelle Batterie-Technologie in die nächste Ära zu führen. Nötig sind Aggregate, die neben Sicherheit und Lebensdauer auch über eine entsprechende Reichweite verfügen. Dabei soll der Ladevorgang möglichst kurz sein, das setzt neben der Verfügbarkeit von grünem Strom auch genügend Ladestationen voraus.

    Varta hat in den letzten Monaten seine Bemühungen im Bereich V4-Drive intensiviert. Durch das aktuelle Umfeld der Rohstoffknappheit und der hohen Beschaffungspreise haben sich die ökonomischen Rahmenbedingungen aber zuletzt sehr negativ auf die Zahlen der Ellwanger ausgewirkt. Der Umsatz soll im Gesamtjahr nun rund 100 Mio. EUR niedriger ausfallen, unter dem Strich bedeutet dies einen zu erwartenden Verlust von bis zu 60 Mio. EUR. Anfang des Jahres wurden noch etwa 200 bis 225 Mio. EUR an Gewinn taxiert. Da die Unsicherheit derzeit groß ist, soll das bereits angekündigte neue Batteriewerk erst umgesetzt werden, wenn es genügend verbindliche Kundenzusagen gibt, um die dafür notwendigen Investitionen rechtfertigen zu können. Unabhängig davon soll die erste Serienfertigung der V4-Drive Batterie aber anlaufen und Porsche als ersten Großkunden beliefern.

    Die aktuelle Konsolidierung führt den Kurs wieder unter 28 EUR, hier lauern wichtige Unterstützungen bis zum alten Verlaufstief von 26,66 EUR. Sollten sich die Zahlen in 2023/24 wieder deutlich erholen, ist ein aktuelles Kurs-Umsatz-Verhältnis von 1,3 nicht überteuert. Die Analysten haben ihre Gewinnerwartungen aber zuletzt für 2022 und 2023 stark nach unten gesetzt.

    Mit der richtigen Batterie wird die E-Mobilität zum Selbstläufer in der Energiewende Quelle: pixabay.com

    Altech Advanced Materials – Mit neuen Ideen zum Erfolg

    Um den chinesischen Unternehmen wie CATL oder BYD ernsthaft Schwierigkeiten zu machen, braucht es einen hohen Einsatz seitens westlicher Technologie-Unternehmen. Deutsche Ingenieurskunst ist gefragter denn je, die Herausforderungen der Energiewende sind groß. Dabei haben die Protagonisten der Branche einen stark wachsenden Markt vor Augen, der laut 3EC-Research von 6,2 Mrd. EUR in 2019 auf 10,0 bis 11,5 Mrd. EUR in 2022 anwachsen dürfte, ein Anstieg von 29% per annum. Einer der deutschen Player hat sich im ostdeutschen Ort Schwarze Pumpe angesiedelt, dabei setzt man auf die vereinte Kompetenz von langjährigen Technologie-Experten aus den Bereichen Elektronik, Chemie- und Materialforschung. Das Joint Venture bildete sich in 2022 zwischen der Heidelberger Altech Advanced Materials, dem australischen Mehrheitseigner Altech Chemicals Ltd. sowie dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme (IKTS), dem führenden Batterieinstitut in Deutschland. Die börsennotierte Altech Advanced Materials besitzt einen durchgerechneten Anteil von knapp 19% an dieser gemeinsamen Unternehmung.

    Unter dem Label SAS-CERENERGY nimmt das JV nun Anlauf gegen den noch führenden Lithium-Ionen-Markt, dem aktuellen technologischen Batteriestandard in der E-Mobilität. Die vor Ort produzierten neuen CERENERGY-Batteriesysteme vereinen in ersten Tests vielfältige Vorteile. Sie haben ganz andere Sicherheitsstandards, denn sie überhitzen nicht und sind weder brennbar noch explosionsgefährdet. Dabei ist die Lebensdauer mit 15 Jahren deutlich länger angesetzt und sie funktionieren sowohl bei großer Hitze oder auch bei winterlicher Kälte, somit in allen Klimazonen der Erde. Die neue Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel, die sehr giftigen Bestandteile der herkömmlichen LI-Ionen-Zellen wie Lithium, Kobalt, Graphit oder Kupfer werden nicht benötigt. Wenn es denn auch in der industriellen Großfertigung funktioniert, würde der Hersteller kritische Lieferverhältnisse vermeiden und gleichzeitig rund 40% an Inputkosten sparen. Unter Zuhilfenahme regenerativer Quellen würde man dadurch deutlich umweltfreundlichere und ressourcenschonendere Alternativen für die industrielle Energiespeicherung anbieten können.

    Altech Advanced Materials hat im Herbst trotz schwieriger Kapitalmärkte noch einmal Mittel eingeworben, nach Abschluss der Transaktion liegt das Grundkapital der Gesellschaft jetzt bei rund 7,06 Mio. EUR. Der Kurs konnte davon stark profitieren und stieg von rechnerischen 3,40 EUR vor den Kapitalmaßnahmen kurzzeitig über 5,50 EUR. Die Stimmung unter Investoren im Sektor ist derzeit außerordentlich gut und sollte die Aktie weiter beflügeln können.

    IBU-Tec und SFC Energy – In den Fokus der Anleger geraten

    Zwei weitere Spieler im Energiemarkt machen derzeit auf sich aufmerksam. Bei der IBU-tec Gruppe dreht sich vieles um Batterie-Rohstoffe. Das Unternehmen bietet Lösungen für die chemische Industrie und ist derzeit der einzige europäische Produzent von LFP-Batteriematerial für Hochleistungsbatterien aus Lithium und Eisenphosphat. Abnehmer ist unter anderem die Automobilindustrie. CEO Ulrich Weitz ist überzeugt, dass er mit den IBU-tec-Produkten die Hauptwachstumsfelder einer zukunftsorientierten Industrie abdeckt. Die Stoffe werden neben der Batterieherstellung auch bei Katalysatoren für die Luftreinigung eingesetzt, ein weiterer Fokus ist CO2-armer Zement. Damit ist die Gruppe im Spektrum der Klimarettung sehr zukunftsorientiert positioniert. Die IBU-tec Aktie hatte nach einem Hoch von 51,80 EUR zu Anfang 2022 einen herben Einbruch auf knapp 15 EUR hinnehmen müssen. Seit sechs Wochen ist der Wert aber wieder gefragt und konnte sich aus dem Stand verdoppeln.

    SFC Energy wird an der Börse eigentlich als Wasserstoff- oder Nachhaltigkeitswert gehandelt. Ein entstehender Riesenmarkt lockt und SFC will mit seinen Technologien ein größeres Stück auf sich vereinen. Nach überzeugenden Quartalszahlen mit erstmaligem Gewinn und einem Umsatzplus von 37% erhielt der Brennstoffzellen-Spezialist nun einen Mega-Auftrag über 15 Mio. USD. Als ob das nicht schon ein Grund für knallende Champagnerkorken wäre, folgte noch ein Erstauftrag über 5,3 Mio. EUR für sehr moderne Power-Supply-Systeme aus der Halbleiterindustrie. Die angefragten Systeme kommen als Generator-Netzteile bei kritischen Plasmaprozessen in der Herstellung von Siliziumwafern und Glassubstraten zum Einsatz. Bei diesen Herstellungsverfahren werden sehr stabile, präzise und hochdynamische Stromversorgungen benötigt. Dies kann SFC Energy liefern, die Investoren jubeln und schicken den Kurs nach einer längeren Konsolidierungsphase von 15 auf 24 EUR nach oben. Die SFC-Aktie ist wegen ihrer attraktiven Positionierung als Greentech-Wert auch auf diesem neuen Niveau noch höchst spannend.


    Hohe Energiepreise, die Verpflichtung zur Dekarbonisierung und das Streben nach Versorgungssicherheit haben in den letzten Jahren den Bedarf an Aggregaten und Energiespeicher regelrecht beflügelt. Varta konsolidiert derzeit stark, SFC und IBU-tec meldeten jüngst überzeugende Ausblicke. Altech Advanced Materials dringt nun mit absolut innovativen Ansätzen in den Markt ein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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