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01.08.2023 | 04:44

Was jetzt? Batterieantrieb oder Wasserstoff? BYD, Altech Advanced Materials, BASF und Nikola Motors im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Noch ist die Frage nicht gänzlich gelöst, wie die zukünftige Mobilität aussehen wird. Aktuell propagieren die amtierenden Regierungen den Elektro-Antrieb. Nach dem Brand auf der „Fremantle Highway“ in der Nordsee stellt sich aber erneut die Frage, nach der Sicherheit der aktuell verwendeten Li-Ionen-Batterien. Und wer kommt überhaupt für den 500 Mio. EUR schweren Schaden auf dem havarierenden Frachter auf? Da ist das mögliche ökologische Inferno für die Nordsee noch gar nicht berücksichtigt. EV-Akkus sind teuer, müssen unter enormen Ressourcenaufwand produziert werden und doch gibt es momentan noch keine gesetzliche Rücknahmeverpflichtung der verbrauchten Aggregate. Sehr kurzfristig gedacht, aber Berlin brilliert zurzeit in Themen kurioser Art. Wo liegen die Chancen für Anleger?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , NIKOLA CORP. | US6541101050

Inhaltsverzeichnis:


    BASF – Fundamental schwächer, aber im Kurs kaum unterzukriegen

    In einem schwierigen Marktumfeld sank der Umsatz der BASF-Gruppe im 2. Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 24,7 % auf 17,3 Mrd. EUR, die Erlösrückgänge ziehen sich dabei durch alle Sektoren außer der Automobilindustrie. Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang waren laut BASF geringere Preise, insbesondere in den Segmenten Chemicals, Surface Technologies und Materials. Darüber hinaus dämpften Währungseinbußen den Umsatz. So lag das EBIT vor Sondereinflüssen mit 1,0 ganze 1,3 Mrd. EUR unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dennoch betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit rund 2,2 Mrd. EUR, der Free Cashflow lag bei 905 Mio. EUR, eine Verbesserung von 569 Mio. EUR gegenüber dem 2. Quartal 2022.

    Unter dem Strich war die Panik der Anleger im Vorfeld der Zahlen wohl größer, denn mit der finalen Bekanntgabe ging es 5 % hoch auf über 49 EUR. Mit einer Reihe von Kostensenkungs-Maßnahmen will BASF seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Fixkosten sollen dabei alla long um rund 1 Mrd. EUR pro Jahr sinken. Für das 2. Halbjahr erwartet BASF bereits wieder operative Verbesserungen und eine sich stabilisierende Nachfrage. Teuer ist die Aktie mit einem 2024e KGV von 10 gerade nicht und es gibt 6,8 % Dividende oben drauf. Unter 50 EUR ist die Aktie langfristig interessant.

    Altech Advanced Materials – Hohe Investitionen in die Zukunft

    Die Heidelberger Holding Altech Advanced Materials AG (AAM) hatte in den letzten Monaten viel über die Zukunft von Batterien und Energiespeicher zu berichten. Nun gab es für das erste Halbjahr Zahlen zu veröffentlichen. Zum 30.06.2023 kommt es hier zu einem voraussichtlichen Halbjahresfehlbetrag nach HGB in Höhe von rund 0,99 Mio. EUR. Im Vorjahr waren es noch ganze 600.000 EUR weniger Verlust. Gestiegen sind natürlich die Personalaufwendungen auf ca. 167.000 EUR. Schwer wiegen jedoch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit einem Betrag von 765.000 EUR. Sie bestehen im Wesentlichen aus dem Aufwand zur Bildung einer Drohverlustrückstellung i. H. v. 518.000 EUR, welche zur Bedienung der Baransprüche für die im letzten Geschäftsjahr im Rahmen der Begebung der Wandelschuldverschreibung ausgegebenen Optionen vorgesehen ist. Kein ungewöhnlicher Vorgang, denn die Forschungs- und Entwicklungsausgaben sind in dem noch jungen Unternehmen sehr hoch, was regelmäßige Kapitalerhöhungen bedingt. Wegen dieser bilanziellen Rückstellung wird sich der Jahresfehlbetrag für das Geschäftsjahr 2023 auf 1,2 bis 1,6 Mio. EUR erhöhen.

    Die Serienproduktion einer neuartigen Festkörper-Batterie für die Netzspeicherung steht für die nächsten Jahre indes auf dem Plan. Hier dürfte zwar noch einiges Kapital investiert werden, allerdings könnten die Heidelberger mit diesem Produkt auch zu einem Top-Klimawende-Technologielieferanten für die Automobilindustrie aufsteigen. Mitte September gibt es am Firmenstandort Schwarze Pumpe einen Pressetag. Hier dürften die Anleger ein Update zum aktuellen Entwicklungsstand der Projekte erhalten.

    Die AAM-Aktie liegt in 2023 schon über 400 % im Plus, das erfordert Mut beim Einsteigen. Doch die Aktien des Batterie-Sektors sind zurzeit heiß begehrt, das sollte auch die AAM-Aktie weiter beflügeln. Nach einer zarten Konsolidierung vom Top bei 17,50 EUR kann man derzeit wieder Stücke bei 13,50 EUR erwerben. Langfristig stehen die Ampeln auf Grün.

    Die Altech-Aktie konnte in 2023 schon über 400 % zulegen. Damit ist sie ein Top-Performer im Batterie-Sektor. Quelle: Refinitiv Eikon 31.07.2023

    BYD – Tesla und VW klar abgehängt

    Die BYD-Aktie gehört nach einer ausgeprägten Konsolidierung wieder zu den Lieblingswerten der GreenTech-Anleger. Seit dem Tief im November 2022 bei rund 21 EUR hat das Papier nun wieder stramme 50 % zugelegt. Das liegt an den herausragenden Verkaufszahlen des chinesischen Automobil- und Batterieproduzenten. Zwar konnte Tesla im ersten Halbjahr 2023 etwa 889.000 E-Fahrzeuge ausliefern, mehr als zweieinhalb mal so viele wie der deutsche Gegenspieler VW. Doch der chinesische Hersteller BYD avanciert zum nächsten großen Gegenspieler Teslas, auch in Europa. Denn in 2023 wurden Vertriebspunkte in Norwegen, Deutschland, Niederlande und Portugal eröffnet, weitere werden folgen.

    Tesla hat schon 3-mal die Verkaufspreise gesenkt und steht wegen seiner Marge langsam unter Druck. BYD hingegen hat wegen seiner integralen Produktionskette offensichtlich noch Ressourcen für weitere Preiskämpfe. In Deutschland werden vergleichbare Modelle mittlerweile rund 25 % günstiger als von VW oder Tesla angeboten. Deswegen schaffen es deutsche Produkte wie die ID-Serie von VW sowie E-Tron Audis nicht in die Top 10 der verkauften Autos. Teslas erfolgreichstes Model Y wird auch in China selbst produziert. Hier erwirtschaftet das Unternehmen rund 22 Prozent seiner Einnahmen. Es spricht viel dafür, dass sich die Erfolgs-Story von BYD fortsetzen wird und die Konkurrenz weiter abfällt.

    Nikola Motors – Meme Bewegungen lassen grüßen

    Die von vielen bereits totgeglaubte Nikola-Aktie erwachte im Juli wieder zum Leben. Mit gigantischen Umsätzen führte sie die Rally bei den sogenannten Meme-Aktien im letzten Monat an. Dabei hat sich wenig an der prekären Finanzlage des Unternehmens geändert und es gab auch so gut wie keine operativen Nachrichten, die zum Kauf Anlass gäben.

    Doch wir erinnern uns an Gamestop. Auch hier war eine ordentliche Anzahl der umlaufenden Aktien leer verkauft worden, damals über 30 %. Bei Nikola waren es vor 5 Wochen etwa 20 % der ausgegebenen Aktien. Die Krux an dieser Tatsache: Springen die Aktien aus welchen Gründen auch immer stark an, sind die sogenannten „Shorties“ zum Eindecken gezwungen, können sie für ihre Leerverkaufs-Position nicht genug Cash hinterlegen. So geschehen im Falle von Nikola Motors. Ohne ersichtlichen Grund wurde das gesamte Aktienkapital 4-mal gehandelt und die Aktie legte fast 500 % zu. Nun dürfte es allerdings spannend werden, denn nach Höchstkursen um 2,95 USD wurde der Wert wieder Richtung 2,00 USD abverkauft. Mit einer Order über 13 auszuliefernde Trucks gab es gestern dann nochmal eine Gegenbewegung auf etwa 2,76 USD. Nun lebt das Zittern der Leerverkäufer wieder auf.

    Weiter ist das vorrangige Ziel bei Nikola Motors die Geldbeschaffung, denn der Forschungs- und Entwicklungsweg bis zum ersten Serienprodukt ist noch weit. Ein schwieriges Unterfangen, wenn gleichzeitig einer der Test-LKWs auf dem Firmengelände unvermittelt abbrennt. Casino-Börse vom Feinsten!


    Die Börse ist derzeit in absoluter Feierlaune. Sektoren wie GreenTech, alternative Energien oder Künstliche Intelligenz kennen keine Bewertungsparameter. Solche Zeiten gab es oft und niemand weiß, wie lange solche Momentum-Phasen anhalten. Für den besonnen Anleger eignen sich BASF, BYD und Altech Advanced Materials zur Beimischung in einem langfristigen Zukunfts-Depot. Wer Nikola Motors handeln möchte, braucht Nerven und Disziplin.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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