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03.11.2021 | 05:10

Valneva, Cardiol Therapeutics, BioNTech – Kommt das Impf-Abo?

  • Biotechnologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Zahlen der mit Corona infizierten Personen steigt seit Wochen wieder deutlich an. Während erst rund 67% der Deutschen vollständig geimpft sind, verlangsamt sich das Tempo merklich. Derweil wurde bereits mit der dritten Dosis, der sogenannten „Booster“-Impfung begonnen. Die ständige Impfkommission STIKO empfiehlt diese bislang für Menschen ab 70 Jahren. Eine Entscheidung, ob Auffrischungs-Impfungen für alle angeboten werden sollen, dürfte bald fallen. Für die Vakzin-Hersteller bedeutet dies immer wiederkehrende Erträge.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Stefan Feulner
ISIN: CARDIOL THERAPEUTICS | CA14161Y2006 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851


Valneva – Das Warten auf den Stoff

Die Diskussionen um diverse Vakzin-Arten sind endlos. Neben den mRNA-Impfstoffen von BioNTech und Moderna werden bisher Vektorimpfstoffe wie der von AstraZeneca verabreicht. Besonders der mRNA- Impfstoff steht bei den Impfskeptikern in der Kritik. Fakt ist, dass diese einem Schutz gegen das Corona-Virus bisher fern bleiben. Einige warten auf den ersten sogenannten Totimpfstoff, den das österreichisch-französische Unternehmen Valneva zur Zulassung bringen will.

Totimpfstoffe enthalten abgetötete, also nicht mehr vermehrungsfähige Krankheitserreger oder auch nur deren Bestandteile. Diese werden vom Körper als fremd erkannt und regen das körpereigene Abwehrsystem zur Antikörperbildung an, ohne dass die jeweilige Krankheit ausbricht.

Mit einer erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung und Bruttoerlösen von rund 88 Mio. EUR sollen die Vakzin-Projekte von Valneva beschleunigt werden. Die Projektpipeline ist prall gefüllt. Neben dem COVID-19 Impfstoff VLA2001 soll weiteres Geld in den Chikungunya-Impfstoffkandidaten VLA1553 sowie in das Vakzin VLA15 zum Schutz gegen Borreliose investiert werden. Die bisherigen Studien zeigen das Potenzial des Totimpfstoffes. VLA2001 habe bei rund 4.000 Probanden über 18 Jahren einen im Vergleich zum AstraZeneca-Vakzin höheren Wert an Antikörpern bei geringeren Nebenwirkungen erreicht.

Cardiol Therapeutics – Blockbuster für das Herz

Eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch das Herz angreifen und in einigen Fällen womöglich zu einer Herzmuskelentzündung führen. In jüngster Zeit wird zudem darüber diskutiert, dass auch im Nachgang einer Covid-19-Impfung, vor allem im Kontext der mRNA-Impfstoffe, Entzündungen am Herzmuskel, teilweise auch am Herzbeutel bei einigen, wenigen Patienten auftreten.

Das kanadische Biotechnologie-Unternehmen Cardiol Therapeutics, das an der NASDAQ notiert ist, fokussiert sich auf die Produktion pharmazeutischer Cannabidiol (CBD)-Produkte und die Entwicklung innovativer Therapien für Herzerkrankungen, einschließlich akuter Herzmuskelentzündung und anderer Ursachen von Herzversagen. Dabei steht das wichtigste Produkt von Cardiol, CardiolRX, eine hochreine und konzentrierte orale Cannabidiol-Formulierung, im Mittelpunkt und wird aktuell im Rahmen einer Phase-II/III-Ergebnisstudie untersucht.

Positive Nachrichten erhielt das Unternehmen von Health Canada, die eine Genehmigung zur Fortsetzung der Arbeiten an der multizentrischen, doppelblinden, randomisierten und plazebokontrollierten Phase-II-Studie erteilt hat, mit der die Sicherheit und Verträglichkeit von CardiolRx sowie dessen Auswirkungen auf die Regeneration des Herzmuskels bei Patienten mit akuter Myokarditis untersucht werden soll. Zur Studie sollen 100 Patienten in klinischen Zentren in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa aufgenommen werden.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der westlichen Welt, unabhängig von Sars-CoV-2, die häufigste Todesursache. Cardiol Therapeutics hat bisher die Phasen erfolgreich durchlaufen und besitzt in einem Multi-Milliardenmarkt weiterhin enormes Potenzial.

BioNTech – Im Sog des Partners

Profitieren konnte der Kurs des Mainzer Biotech-Unternehmens von den Zahlen zum dritten Quartal des Partners Pfizer, die aufgrund des gemeinsamen Präparates Comirnaty förmlich explodierten. Der Umsatz stieg um 130% auf 24,1 Mrd. USD. Hauptumsatzträger war dabei das gemeinsam entwickelte Präparat. Rechnet man Comirnaty aus dem Zahlenwerk heraus, verbleibt lediglich ein Wachstum der Erlöse um 7% auf 11,1 Mrd. USD. BioNTech selbst wird seine 9-Monats-Zahlen am 9. November veröffentlichen.

Die Reaktion des Aktienkurses zeigt die Erwartung der Investoren mit einem Plus von 3% auf 282,20 EUR. Über dem Niveau von rund 285,00 EUR dürfte ein erneuter Angriff auf das Oktober-Hoch bei 304,00 EUR erfolgen.


Die Infektionszahlen steigen wieder rapide, doch das Impftempo verlangsamt sich. Um einen besseren Schutz vor dem Virus zu erlangen, wird aktuell über „Booster“-Impfungen für alle diskutiert, was natürlich den bereits zugelassenen Vakzinen wie Comirnaty einen weiteren Umsatz-Boost bescheren wird. BioNTech ist aussichtsreich, bei Valneva sollte man abwarten. Enormes Potenzial besitzt auch Cardiol Therapeutics mit seinem Präparat gegen Herzerkrankungen.


Der Autor

Stefan Feulner

Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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