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25.11.2020 | 05:50

Sartorius, Drägerwerk, Desert Gold: Impfstoffe fürs Depot

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Die Krise ist auf der Zielgeraden. Mehrere Impfstoffe sind gefunden und stehen unmittelbar vor der Zulassung. Doch bis die Pandemie besiegt ist, wird es noch eine Weile dauern: Millionen Menschen müssen geimpft werden. In der Regel sind dazu zwei Impfdosen notwendig, die in bestimmten Abständen verabreicht werden müssen. Diese logistische Herkulesaufgabe muss in vielen Ländern gelingen, damit wieder Normalität einkehren kann. So viel scheint sicher: 2021 wird noch unter dem Eindruck des Virus stehen. Auch am Kapitalmarkt hinterlässt Corona seine Spuren, ob direkt oder indirekt.

Lesezeit: ca. 4 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA25039N4084 , DE0007165631 , DE0005550636


Mehr als Beatmungsgeräte: Drägerwerk

WKN: 555063 ISIN: DE0005550636 Symbol: DRW3
Als die Pandemie im März 2020 erstmals um sich griff, galten Aktien von Drägerwerk schnell als Krisengewinner. Drägerwerk stellt Schutzmasken und auch Beatmungsgeräte her. Vor allem Letztere galten zu Beginn der Krise als Allheilmittel: Wer beatmet wird, kann das Virus auskurieren und ist danach gesund, so die Annahme damals. Doch Folgeschäden durch die Beatmung und die trotzdem hohe Sterberate bei älteren Beatmungspatienten sorgten schnell dafür, dass der Fokus auf die Vermeidung von Infektionen gelegt wurde. Bei Drägerwerk kletterte der Auftragseingang im ersten Halbjahr 2020 dennoch um rund 75%. Einige Aufträge, wie etwa das Abkommen über die Lieferung von FFP3-Masken an Großbritannien, erstrecken sich sogar bis ins Jahr 2021.

An der Börse ist von den Gewinnen der ersten Pandemie-Wochen nicht viel geblieben. Auf Sicht von einem Jahr ist die Aktie von Drägerwerk noch 18% im Plus. Das ist aber besser als nichts. Der langfristige Kursverlauf zeigt, dass es um die Aktie auch vor der Pandemie nicht so gut stand – auf Sicht von drei Jahren ist der Wert im Minus – trotz der Pandemie-Gewinne. Angesichts der bevorstehenden Massenimpfungen, die womöglich auf Jahre wiederholt werden müssen, bleibt die Aktie von Drägerwerk eine solide Wahl. Große Sprünge sollten Anleger aber nicht mehr erwarten.

Sartorius als bester Pandemie-Standardwert

WKN: 716563 ISIN: DE0007165631 Symbol: SRT3
Etwas anders sieht das bei Sartorius aus. Das Unternehmen aus Göttingen hat sich auf Einwegprodukte für Labore spezialisiert. Immer wenn Medikamente oder auch Impfstoffe hergestellt werden, können Produkte von Sartorius zum Einsatz kommen. Da in den kommenden Monaten bei Impfstoffen geklotzt und nicht gekleckert wird, sind die Aussichten für Sartorius äußerst positiv. Für 2020 erwartet das Unternehmen eine Umsatzsteigerung von bis zu 26%. Das Beste daran ist, dass dieser Trend auch 2021 anhalten dürfte. Erst dann wird die Produktion an Impfstoffen weiter hochgefahren. Parallel gilt die Devise „Testen, testen, testen“ – auch hier profitiert Sartorius.

Die Aktie ist aktuell schon hoch bewertet. In einem Jahr legte der Wert um mehr als einhundert Prozent zu. Wenn ein Kurs steigt wie am Schnürchen, können sich Anleger zurücklehnen und sollten dabei bleiben. Im Bereich der Corona-Standardwerte ist Sartorius eine der besten Aktien, die es gibt. Das Gute daran: Das Unternehmen ist auch unabhängig von der Pandemie gut positioniert und alles andere als krisenanfällig.

Desert Gold bietet Substanz und einen Hebel auf den Goldpreis

WKN: A14X09 ISIN: CA25039N4084 Symbol: QXR2
Während Staaten immer mehr Geld in den Kampf gegen die Pandemie und deren Folgen pumpen, klettern weltweit die Schuldenquoten. Notenbanken stehen bereits bereit, um die darbende Wirtschaft zu stützen – es geht um viele Branchen, die angesichts der Krise vor dem Aus stehen. Auch in den Jahren 2008 bis 2011 flossen Milliarden in Rettungspakete und Notkredite. Damals sorgten Banken- und Euro-Krise dafür, dass der Goldpreis rasant zulegte und ein neues Allzeithoch erreichte. Dieses Allzeithoch kassierte der Goldpreis in diesem Sommer. Zuvor war viel spekulatives Kapital in den Goldmarkt geflossen, das im Zuge der besseren Nachrichten aus Wirtschaft und aus den Forschungslaboren dieser Welt zuletzt abgezogen wurde.

Dies könnte für Anleger, die nicht nur an Aktien aus dem Gesundheitswesen denken, eine Chance sein. Wie auch die Pandemie uns noch viele Monate beschäftigen wird, wird auch die Wirtschaft weiter am Tropf von Staaten und Notenbanken hängen. Für den Goldpreis dürfte das ein Treiber sein. Profitieren könnten Unternehmen wie die kleine kanadische Gesellschaft Desert Gold.

Desert Gold agiert in Mali, dem viertgrößten Gold-Produzenten Afrikas. Obwohl im Land bereits mehr als 26 Mio. Unzen Gold als Reserven nachgewiesen sind, gilt das Explorationspotenzial als groß. Obwohl die Exploration eigentlich das Betätigungsfeld kleinerer Gesellschaften wie Desert Gold ist, haben sich in Mali bereits die großen Unternehmen, wie etwa Barrick Gold, B2Gold oder Endeavour positioniert. Zuletzt kündigte auch Kinross Gold an, Projekte in Amerika verkaufen zu wollen, um sich in Westafrika und Russland zu positionieren. Desert Gold verfügt über eine Liegenschaft inmitten einer historischen Abbau-Region und konnte bereits vielversprechende Bohrergebnisse vermelden. Dazu gehören etwa 6,3 g/t über eine Strecke von 13 Metern.

Die größten Renditen winken abseits der ausgetretenen Pfade

Während des Sommers galt die Aktie als der Geheimtipp und verdreifachte sich binnen weniger Monate. Inzwischen hat der Wert wieder deutlich verloren. Der Grund dürfte in Verkäufen spekulativ orientierter Investoren liegen. Sollte Gold seine Konsolidierung beenden und der Fokus des Marktes wieder stärker auf die ökonomische Unsicherheit oder eine steigende Inflation gelegt werden, dürfte Desert Gold schnell wieder in die Spur kommen – schließlich gehen die Arbeiten weiter und das Projekt gilt als vielversprechend. Ob Laborzubehör, Schutzmasken oder die älteste unabhängige Währung der Welt – Anleger sollten sich dort positionieren, wo Nachfrage herrscht. Die größten Renditen fährt mitunter derjenige Anleger ein, der Chancen abseits der ausgetretenen Pfade sucht.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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