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14.09.2021 | 06:34

Kurshalbierung oder Rebound? Analysten zu Morphosys, HelloFresh, Aspermont

  • Technologie
  • Analysten
Bildquelle: pixabay.com

Bei der Aktie von Valneva werden Anleger in den kommenden Tagen voraussichtlich auf einen Rebound spekulieren. Denn der Kursrutsch von über 30% am Montag war heftig. Die Analysten von Stifel sehen die Umsatz- und Gewinnschätzungen für 2020 und 2021 in Gefahr, nachdem die britische Regierung einen Großauftrag für den in der Entwicklung befindlichen COVID-19-Impfstoff überraschend storniert hat. Schon länger warten Anleger bei der Morphosys-Aktie auf einen Rebound. Auch die jüngste Analysteneinschätzung gibt wenig Hoffnung. Wenn es nach Bernstein Research geht, könnte es bei HelloFresh bald fast 50% abwärts gehen. Reif für einen Rebound scheint Aspermont zu sein – die Aktie ist charttechnisch interessant und Analysten raten zum Kauf.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

Inhaltsverzeichnis:


    Aspermont: Kurz- und langfristig reif für einen Kursanstieg

    Auf einen Rebound können Anleger bei Aspermont Limited spekulieren. Die Aktie einer der weltweit führenden Anbieter von Business-to- Business-Medien (B2B) für den Rohstoffsektor ist in den vergangenen Tagen an das untere Ende einer seit Monaten stabilen Seitwärtsbewegung zwischen 0,022 AUD und 0,032 AUD abgerutscht. Bei einer Fortsetzung des Trends winken gute 30% Kurspotenzial. Langfristig ist sogar mehr möglich. So empfehlen die Analysten des deutschen Researchhauses GBC die Aktie des australischen Technologieunternehmens zum Kauf (http://www.more-ir.de/d/22781.pdf). Das Kursziel liegt bei 0,09 AUD. Aspermont veröffentlicht weltweit abonnementbasierte Inhaltsdienste für die Sektoren Bergbau, Energie, Landwirtschaft und Technologie. Im Bereich Business-to-Business-Marketing sei das Unternehmen einer der führenden Player weltweit, so GBC. Im Geschäftsjahr 2020 habe Aspermont den Turnaround mit einem positiven EBITDA erfolgreich abgeschlossen. Man sei schuldenfrei und verfüge über 7,3 Mio. AUD an liquiden Mitteln.

    Jetzt beginne eine neue Wachstumsphase für Aspermont. 7,4 Millionen Kontakte und ein neues Lead- Generierungsprogramm sollten die Bruttomarge und den Gewinn des Unternehmens steigern. Außerdem soll das derzeitige Erfolgsrezept auf neue Bereiche übertragen werden. Auf dieser Grundlage erwartet GBC den Beginn einer profitablen Wachstumsphase im Geschäftsjahr 2021 mit einem Umsatzwachstum von 20% in den kommenden zwei Geschäftsjahren. Damit würde der Umsatz von 15,20 Mio. AUD in 2020 auf 29,51 Mio. AUD in 2023 zulegen. Mit dieser erwarteten starken Umsatzdynamik und sich entwickelnden Skaleneffekten sollte die Bruttomarge auf 60% steigen. Dann würde das EBITDA von 3,03 Mio. AUD in 2020 auf 8,86 Mio. AUD klettern. Auf Basis des DCF-Modells hat GBC ein Kursziel von 0,09 AUD (0,06 EUR) für die Aspermont-Aktie veröffentlicht. Das Kurspotenzial ist damit erheblich.

    HelloFresh: Analysten senken den Daumen

    Die Aussichten für die HelloFresh sind weniger positiv. Zumindest sind die Analysten von Bernstein Research dieser Meinung und sprechen für die HelloFresh-Aktie "Underperform" aus. Das Kursziel liegt bei 51,50 EUR und damit deutlich unter dem aktuellen Niveau von rund 90 EUR. Analyst William Woods bewertete nicht nur die vergangenen Quartalszahlen, sondern auch die Kundenstruktur des Kochboxenanbieters. Sein Fazit: Die Qualität des Kundenstamms sei schwach und geprägt von hoher Abwanderung. Er ist der Meinung, dass das neue DAX-Mitglied es schwer haben werde, die hohen Erwartungen zu erfüllen. Der Kochboxenanbieter selber erwartet in den kommenden Jahren deutliches Wachstum. Dafür muss er allerdings derzeit investieren und die Kapazitäten ausbauen. Dies geht zu Lasten der Marge. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres war davon noch nichts zu spüren. In dem Dreimonatszeitraum hat Hellofresh rund 1,55 Mrd. EUR (Q2 2020: 972 Mio. EUR) umgesetzt und damit leicht mehr als von Analysten durchschnittlich erwartet. Auch das bereinigte EBITDA lag mit 158 Mio. EUR (Q2 2020: 154 Mio. EUR) leicht über den Analystenschätzungen von 155 Mio. EUR. Für das Gesamtjahr 2021 hat man sogar die Umsatzprognose von bislang zwischen 35% und 45% auf 45% bis 55% angehoben. Aufgrund der beschleunigten Erweiterung der Produktionskapazitäten sollen die Fullfilmentkosten im laufenden Jahr höher sein als ursprünglich angenommen. Entsprechend wird die bereinigte EBITDA-Marge im Gesamtjahr 2021 bei 8,25% bis 10,25% erwartet. Ursprünglich hatte man mit 10% bis 12% geplant.

    Morphosys: Von Rebound keine Spur

    Bei Morphosys warten Anleger vergebens auf einen Rebound. Die Produktumsätze mit dem Krebsmittel Monjuvi liegen unter den Erwartungen und die milliardenschwere Übernahme von Constellation Pharmaceuticals belastet. So hat die Aktie in den vergangenen Monaten einen deutlichen Abwärtstrend ausgebildet. Doch auch auf dem aktuellen Niveau sieht beispielsweise Goldman Sachs kein Kurspotenzial.

    Die US-Investmentbank hat Morphosys wieder in die Coverage aufgenommen. Die Aktie wird derzeit nur mit „Neutral“ bewertet. Das Kursziel liegt mit 42 EUR nur auf dem aktuellen Niveau. Die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals würde zwar die zuvor dünne Forschungspipeline von Morphosys stärken, sorge für mittel- und langfristiges Umsatzpotenzial und senke die Abhängigkeit vom Hoffnungsträger Monjuvi. Die hohen Übernahmekosten würden jedoch das Erreichen der Profitabilität weiter verzögern.


    Bei Morphosys müssen Anleger viel Geduld mitbringen. HelloFresh ist sehr gut gelaufen und wie die Studie von Bernstein zeigt, ist das Rückschlagpotenzial groß. Wenn Aspermont im Trendkanal bleibt, sind 20% bis 30% Kursgewinne möglich – und langfristig vielleicht auch mehr.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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