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02.03.2021 | 05:05

Q&M Dental, Pfizer, BioNTech, Teva: Achtung diese Pharma-Picks prüfen!

  • Pharma
Bildquelle: pixabay.com

Die COVID-Pandemie hält permanente Überraschungen bereit, die unser tägliches Leben stark beeinflussen. Das Land Tirol wurde vor 2 Wochen komplett abgeriegelt, Tschechien hilft man nun mit Impfdosen aus, weil die Inzidenzzahlen durch die Decke gehen und in Deutschland dürfen seit heute wieder Friseure und Baumärkte öffnen. Schrittweise kehrt dann doch wieder normales Leben zurück, bis wir als Gesellschaft aber wieder die Lebensqualität der Vor-Corona-Jahre zurückerhalten, wird wahrscheinlich noch einige Zeit ins Land gehen. Wir sehen uns mal verschiedene Geschäftsmodelle in der Gesundheitsbranche näher an, um ein Gefühl zu bekommen, wie es weitergeht…

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: SG2E73981531 , US09075V1026 , US8816242098 , US7170811035

Inhaltsverzeichnis:


    Q&M Dental Group – Gute Zahlen 2020, voll im Geschäft

    WKN: A1JXY2 ISIN: SG2E73981531 Symbol: QMBN
    Die Q&M Dental Group Ltd., eine führende private Zahnmedizin-Gruppe mit 89 Standorten in Singapur, hat sich bisher gut durch die Krise geschlagen. Obwohl die eigenen Behandlungsstandorte aufgrund der Pandemie nur bedingt öffnen konnten, lief es im Jahr 2020 relativ gut. Das Unternehmen meldete soeben einen Umsatz von 137,6 Mio. SGD (+8%) sowie einen Nettogewinn von 19,7 Mio. SGD, das ist ein Anstieg von 10% gegenüber Vorjahr. Die Erlöse der Q&M Dental Group setzten sich aus den Behandlungen in den zahnmedizinischen und medizinischen Kliniken, dem Vertrieb von zahnmedizinischen Geräten und Zubehör sowie den Verkauf von Covid-19-Testkits und Labortests zusammen.

    Gut läuft es derzeit im Stammgeschäft in Singapur sowie in Malaysien trotz der Covid-19-Pandemie. Der Umsatzanstieg um 7,2 Mio. SGD war hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Umsätze von Juni bis Dezember 2020 deutlich höher ausfielen, als in den früheren Monaten des Geschäftsjahres. Die betrieblichen Aufwendungen sanken um 3% auf 101,4 Mio. SGD vor allem aufgrund von Mietnachlässen, die wegen eines Förderprogramms der Regierung von Singapur für die Pandemiebekämpfung ausgesprochen wurden. Zum 31. Dezember 2020 verfügte der Konzern über liquide Mittel in Höhe von 48,8 Mio. SGD und Bankverbindlichkeiten in Höhe von 77,4 Mio. SGD.

    Die Regierung von Singapur hat kürzlich ein Budget von 3,1 Mrd. SGD für Covid-19-Tests, klinisches Management und Kontaktverfolgung als Teil eines 11 Mrd. SGD Covid19-Pakets im Haushalt 2021 angekündigt. Mit diesem Budget kann Q&M seine PCR-Labortestkapazität nochmals verdoppeln. Ziel ist es, einen signifikanten Anteil der derzeit 28.000 täglichen Tests in Singapur durchzuführen. Um ihre derzeitige Position als führendes privates Dentalunternehmen in Asien zu halten, strebt Q&M die Eröffnung von mindestens 30 Zahnarztpraxen pro Jahr an. Außerdem wird man im Zuge verschiedener Digitalprojekte KI-gestützte Zahnbehandlungspläne in Singapur einführen.

    Die Q&M Dental Group ist mit seinen Dienstleistungen voll auf der Höhe der Zeit und begegnet auch der Pandemie mit aktiven Geschäftsideen. Die Q&M-Aktie kostet in Singapur derzeit 0,58 SGD und konnte allein im Februar bislang knapp 30% zulegen.

    Pfizer Inc. – Hier geht es abwärts!

    WKN: 852009 ISIN: US7170811035 Symbol: PFE
    Mit den Aktien der Pfizer Inc. geht es seit gut 2 Monaten abwärts. Kurz nach der Bekanntgabe der Genehmigung des COVID 19-Impfstoffes, der zusammen mit BioNTech entwickelt wurde, kam der Börsenkurs unter die Räder. Von einem Höchststand bei ca. 35,50 EUR ging es zuletzt auf etwa 28,00 EUR nach unten. Was läuft denn hier nicht rund?

    Pfizer und Biontech sollen von der EU für ihren Impfstoff zunächst mehr als 5,00 EUR verlangt haben. Nach SPIEGEL-Informationen einigten sich die Parteien aber sehr schnell auf den heutigen Preis von rund 16,00 EUR je Dose. Es darf vermutet werden, dass die internen Kalkulationen bei Pfizer deutlich höher lagen und man sich von der Verteilung des Impfstoffes eher Blockbuster-Potenzial vorgestellt hatte. Natürlich kann man aus ethischen Gründen nicht an den Preis herangehen, würde doch die Öffentlichkeit eine Welle des Zorns über die „gierigen Pharmakonzerne“ ergehen lassen. So bleibt es eben bei 16,00 EUR, was allein der EU in 2021 rund 5,3 Mrd. EUR kosten wird, von der komplizierten Logistik und den hohen Verabreichungskosten einmal abgesehen.

    Die Zahlen von Pfizer lesen sich derzeit auch alles andere als rund. Im vierten Quartal erzielte Pfizer mit 11,68 Mrd. USD zwar ein Wachstum von 12% gegenüber dem Vorjahr, das blieb aber hinter den Schätzungen für 12,01 Mrd. USD zurück. Der bereinigte Gewinn von 42 Cents je Aktie wuchs um 14%, verfehlte aber auch die Prognosen von 51 Cents deutlich. Es sieht so aus, als müsste der Markt erst einen richtigen Wert für die PFE-Aktie finden, wir raten hier eher noch an der Seitenlinie zu bleiben.

    BioNTech – Wie geht es dem Partner von Pfizer?

    WKN: A2PSR2 ISIN: US09075V1026 Symbol: 22UA
    Parallel zur Entwicklung von Pfizer ging es auch mit BioNTech leicht nach unten. Trotzdem ist die Aktie nicht weit von ihrem Höchststand von 109 EUR entfernt. Die Marktkapitalisierung beträgt aber immer noch hohe 21,7 Mrd. EUR – für eine überschaubare Produktpalette immer noch ein stolzer Wert.

    Abwehren konnte auch BioNTech die immanenten Vorwürfe, dass man als Hersteller von lebensrettenden Impfstoffen nur begrenzten Profit machen dürfte. Unter anderem deshalb haben sich etwa BioNTech oder Curevac größere Partner für die Entwicklung gesucht. Und sie sorgen damit längst dafür, was ihre Kritiker seit Langem einfordern. Sie gehen Kooperationen inklusive Tech-Transfers ein und fahren dadurch die Produktion in den Zahlen zugunsten einer schnellstmöglichen Marktversorgung ordentlich hoch. Wir alle wissen, dass staatliche Eingriffe in die freie Wirtschaft selten funktionieren, deshalb befürworten wir die freie Preisbildung nach Angebot und Nachfrage.

    Ob dies mittelfristig wieder zu einer Steigerung der Aktienpreise bei Pfizer und BioNTech führen wird, ist fraglich, denn der Hype um die COVID-Bekämpfung scheint an der Börse bereits Schnee von gestern zu sein. Insofern wird wahrscheinlich auch BioNTech sein Hoch längst gesehen haben.

    Teva Pharmaceutical Industries – Wann kommt der Turnaround?

    Die Teva Pharmaceutical Industries Ltd. hat seitens Fitch wieder mit einem negativen Outlook zu kämpfen. Schon seit Jahren stört sich der Markt an einer relativ hohen Verschuldung. So sank die Eigenkapitalquote in den letzten Jahren kontinuierlich auf unter 20% ab. Die Umsatzerlöse reduzierten sich im Zeitraum 2014 bis 2019 um ganze 17%, das operative Ergebnis verlor über 40%. Seit 2017 erzielt das Unternehmen keinen Nettogewinn mehr, allerdings halbierten sich die Verluste zuletzt.

    Da Teva Pharma immer noch einer der größten Generika-Hersteller der Welt ist, wird man in den nächsten Jahren bestimmt wieder Umsatzanstiege mit neuen Produkten sehen können. Der Kurs der Teva-Aktie kann sich mittlerweile im Bereich 9,00 bis 12,00 USD stabilisieren. Sollte die Linie um 9,00 USD halten, könnte ein 5-jähriger Abwärtstrend langsam auch zum Ende kommen. Setzten Sie Teva auf die Watchlist!


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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