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11.05.2023 | 05:35

Paukenschlag im Lithium-Sektor! BYD, Standard Lithium und Grid Metals

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Bildquelle: pixabay.com

Im Lithium-Sektor bahnt sich ein großer Zusammenschluss an: Die australische Alkem hat angekündigt, den US-Konkurrenten Livent übernehmen zu wollen. Dies ist ein weiterer Impuls dafür, das Lithium-Aktien ihre heftige Korrektur abgeschlossen haben. Licht am Ende des Tunnels sieht unter anderem die Bank of Amerika. Der Preis für Lithium habe sich stabilisiert, Batteriehersteller hätten ihre Lagerbestände abgebaut und die Wiederöffnung Chinas sorge für steigende Nachfrage. Vor dem Hintergrund der drohenden Verstaatlichung – oder mindestens teilweise – von Lithium-Projekten in Chile, sollten sich Anleger genau ansehen, wo sich die Abbaugebiete befinden. Hier kommen die in den USA aktive Standard Lithium und in Kanada aktive Grid Metals ins Spiel. Greifen Autohersteller wie BYD, Volkswagen oder Tesla bei spannenden Projekten in Nordamerika zu?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: GRID METALS CORP. | CA39814L1076 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

Inhaltsverzeichnis:


    Grid Metals will bereits 2024 Lithium verarbeiten

    Noch eher unbekannt ist die Aktie von Grid Metals. Doch vielleicht macht sie das umso interessanter. Machen sich die Kanadier vielleicht schon hübsch für einen Partner oder eine Übernahme? Darauf deutet zumindest eine Personalie hin. So wurde mit Brandon Smith ein erfahrener Kapitalmarktexperte zum Chief Development Officer ernannt. Zuletzt war er als leitender Aktienanalyst für eine der führenden unabhängigen kanadischen Investmentbanken tätig, die sich mit der Entwicklung von Batteriemetallen befasst.

    "Ich freue mich, die Ernennung von Brandon zum Chief Development Officer bei Grid Metals bekannt zu geben", sagte Robin Dunbar, Präsident und CEO von Grid Metals. "Brandon bringt eine Fülle von Erfahrungen mit, die Grid Metals in dem Jahr, das sich als katalysatorreiches Jahr für das Unternehmen abzeichnet, zugute kommen werden."

    Um welche katalysatorreiche Entwicklung geht es? Grid Metals ist ausschließlich in Kanada aktiv und fokussiert auf Lithium. Aber auch die ebenfalls spannenden Nickel-, Kupfer- und Platingruppenmetalle will man künftig fördern. Mit den 4 Projekten Donner Lake, Falcon West, Makwa Mayville und einer Nickel-Mineral-Exploration-Lizenz im Bundesstaat Manitoba, ist Grid Metals bei Batteriemetallen gut positioniert.

    Das Lithium-Projekt Donner Lake ist am weitesten fortgeschritten. Ein Bohrprogramm im vergangenen Jahr hat in mehreren Bohrlöchern Lithium (Li2O) Anteile von 1,5 % bis 1,7 % nachgewiesen. Ziel von Grid Metals ist es, schon 2024 in die Produktion zu gehen. Für den Abbau und den Verkauf des Lithiums will Grid Metals die Kapazitäten der angrenzenden Tanco Mine nutzen. Eine entsprechende Absichtserklärung besteht bereits. Mit einer Marktkapitalisierung von unter 25 Mio. CAD und liquiden Mitteln (zum 31.03.2023) von rund 7 Mio. CAD, scheint das Unternehmen alles andere als teuer zu sein.

    Standard Lithium: Aktie mit neuer Dynamik

    Standard Lithium bringt fast 800 Mio. CAD auf die Börsenwaage. Dabei hat sich der Kurs von 8,40 CAD im Oktober 2022 bis vor Kurzem auf 4,25 CAD fast halbiert. In den letzten Tagen hat die Aktie jedoch immerhin um 10 % zugelegt. Neben dem stabilisierenden Lithium-Preis und der Sorge um Verstaatlichung von Projekten in Chile, profitierte die Aktie auch von Unternehmensmeldungen. So konnte Standard Lithium auf seinem Projekt im Osten des US-Bundesstaates Texas eine bedeutende Lithium-Sole-Ressource nachweisen. Im Rahmen der Ressourcenerweiterungsarbeiten wurden in einem der Bohrlöcher Lithiumgehalte von 634 mg/L entdeckt. Dies ist nach Unternehmensangaben der höchste Lithiumgehalt einer Lithium-Sole auf dem nordamerikanischen Kontinent. Damit sieht sich Standard Lithium in der Lage, eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der US-amerikanischen Industrie zu übernehmen. Die Extraktion aus der Sole soll mit einer selbst entwickelten Technik erfolgen.

    Doch der Fund ist nicht die einzige positive Meldung. Um optimale Verarbeitungsabläufe zu entwickeln, wurde ein Joint Development Agreement (JDA) mit Koch Technology Solutions (KTS) geschlossen. KTS ist ein Teil von Koch Industries, einem der größten Konzerne in den USA. Die Vereinbarung wird die Position von Standard Lithium weiter stärken, um das erste kommerzielle Lithiumprojekt in den USA seit mehreren Jahrzehnten zu bauen, und die steigende Nachfrage nach Lithium zu decken.

    Dr. Andy Robinson, Präsident und Chief Operating Officer von Standard Lithium: "Bei der heutigen Ankündigung geht es um mehr Sicherheit, Geschwindigkeit und Auswahl. Die Leistungsgarantien für die Lizenz der KTS-Li-Pro-Technologie bedeuten eine erhebliche Risikominderung für Standard Lithium und seine Aktionäre. Die Partnerschaft wird dazu beitragen, dass das erste Projekt des Unternehmens schneller zur kommerziellen Realität wird und die Exklusivität wird es uns ermöglichen, zusätzlich zu unserer eigenen proprietären LiSTR-Technologie von einer zweiten Technologie zur direkten Lithiumextraktion zu profitieren, die mit den Solen der Smackover-Formation funktioniert.“

    BYD, Tesla, Volkswagen & Co. auf der Suche nach Lithium

    Mit der Kommerzialisierung der Lithium-Projekte innerhalb der kommenden 1 bis 2 Jahre werden Unternehmen wie Grid Metals und Standard Lithium auch für die Automobilindustrie interessant. Hersteller wie Volkswagen und Tesla bestätigen regelmäßig, wie wichtig die Sicherung von Lithium für die Batterieversorgung ist. Und was ist sicherer, als sich Lithium-Vorkommen in den eigenen Konzern zu holen? Konkurrent BYD macht vor, wie es geht.

    Im April hat BYD in Chile eine strategische Partnerschaft mit der staatlichen Entwicklungsagentur CORFO geschlossen. Gemeinsam will man die Herstellung von Lithium-Batterie-Materialien vorantreiben. Pläne, dass BYD in Chile Produktionsanlagen für die Produktion von Kathodenmaterial für Lithium-Ferro-Phosphat-Batterien aufbaut, gibt es bereits. Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem der chilenische Präsident verkündet hatte, dass der Staat künftig stärker auf die Lithium-Vorkommen zugreifen werde. Die Nationale Lithium Strategie sehe vor, dass alle Privatunternehmen, die in Chile Lithium fördern wollten, mit dem Staat zusammenarbeiten müssten. Der Staatsanteil bei den Projekten müsse mindestens 50,1 % betragen.

    Auch Tesla verfolgt offenbar eine konsequente Lithium-Strategie. So baut der E-Auto-Pionier bereits an einer eigenen Lithium-Raffinerie. Die Anlage an dem Standort bei Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas soll bereits im kommenden Jahr fertig werden und schon 2025 Lithiumhydroxid für eine Million E-Autos produzieren. Es ist sogar geplant, dass die Anlage in Zukunft Lithium aus recycelten Batterien und Produktionsabfällen nutzt.


    In den Lithium-Sektor scheint wieder „positiver“ Schwung zu kommen. Der Preis stabilisiert sich. Der geplante Zusammenschluss der großen Player Livent und Alkem sorgt für Aufmerksamkeit und die E-Auto-Hersteller verlängern die Wertschöpfungskette. Grid Metals und Standard Lithium sind gleich aus mehreren Gründen interessant: Die Exploration läuft planmäßig, die Kommerzialisierung ist absehbar und – nicht zu unterschätzen – die Lithium-Vorkommen befinden sich in Nordamerika.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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