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01.08.2022 | 05:55

Jetzt kaufen? Uniper, HelloFresh, sdm und aifinyo Aktie im Analystencheck

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Bildquelle: pixabay.com

Während die Erholungsrallye läuft, werfen wir einen Blick auf aktuelle Analystenempfehlungen. Nachdem die Bundesregierung ein Rettungspaket geschnürt hat, sind die Experten bei Uniper skeptisch. Schließlich hängt die Zukunft des Unternehmens am russisch kontrollierten Gas-Hahn. Bei HelloFresh scheint der Schock über die Prognosesenkung verdaut zu sein und die Credit Suisse sieht Potenzial für die Aktie. Für die Smallcaps aifinyo und sdm finden Analysten lobende Worte. Das Fintech und der Sicherheitsdienstleister überzeugen mit einer starken operativen Entwicklung und bieten deutliches Kurspotenzial. Warburg sieht bei einer Aktie sogar über 100% Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018 , MARSTON'S PLC | GB00B1JQDM80 , AIFINYO AG INH O.N. | DE000A2G8XP9

Inhaltsverzeichnis:


    aifinyo: Warburg sieht über 100% Kurspotenzial

    Nach starken Halbjahreszahlen hat Warburg Research die Kaufempfehlung für aifinyo bekräftigt. Im ersten Halbjahr 2022 habe das B2B-Fintech das Transaktionsvolumen um 29,6% auf 157,9 Mio. EUR gesteigert. Der Anstieg des Rohertrags von 60,3% auf 7 Mio. EUR lag über den Schätzungen der Analysten. Diese hatten lediglich mit 6,2 Mio. EUR gerechnet. Darüber hinaus sei es aifinyo gelungen, auf EBT-Ebene mit einem leichten Gewinn von 0,3 Mio. EUR profitabel zu bleiben. Die Experten sind zuversichtlich, dass dies auch im weiteren Jahresverlauf der Fall sein wird. So weisen Sie darauf hin, dass das zweite Halbjahr traditionell die stärkere Jahreshälfte bei aifinyo sei. aifinyo bietet Unternehmern und Freiberuflern eine in Deutschland einzigartige cloudbasierte Plattform rund um Rechnungs- und Liquiditätsmanagement inklusive unkomplizierter Finanzierungslösungen.

    Aus Sicht von Warburg bietet die Übernahme von Billomat im ersten Quartal 2022 in Zukunft erhebliche Cross-Selling-Perspektiven. So ist der Kundenstamm von aifinyo im Zuge der Akquisition von 2.000 auf 10.000 angewachsen. aifinyo hatte im Rahmen der Halbjahreszahlen darauf hingewiesen, dass der Umsatz bei Billomat-Kunden nur bei 100 bis 150 EUR im Jahr liegt. Bei den rund 2.000 aifinyo-Kunden sind es aufgrund der Finanzierungslösungen gut 4.000 EUR. Die Finanzierungslösungen, wie beispielsweise Finetrading, Leasing oder Facotring will man künftig schrittweise auch den Billomat-Kunden anbieten. Insgesamt sieht Warburg aifinyo auf einem gesunden Wachstumspfad und erwartet ein starkes Jahresendgeschäft. Das Kursziel liegt bei 36,90 EUR. Derzeit notiert die aifinyo-Aktie knapp über 15 EUR.

    sdm: GBC hebt Schätzungen und Kursziel an

    Auch die sdm SE hat starke Halbjahreszahlen veröffentlicht. Einer der führenden Sicherheitsdienstleister in der Metropolregion München hat im ersten Halbjahr 2022 den Umsatz um rund 40% auf 8,57 Mio. EUR gesteigert. Wesentlicher Erlösbringer für das seit Herbst 2021 börsennotierte Unternehmen ist der Werk- und Objektschutz von Behörden, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen. Die positive Entwicklung setzte sich auch auf der Ertragsseite fort: Das EBIT legte um rund 40% auf 1,26 Mio. EUR zu. Da sdm praktisch schuldenfrei ist und es keine wesentlichen Abschreibungen gab, lagen EBITDA und EBT ebenfalls auf diesem Niveau.

    Jetzt hat GBC Research reagiert und die Schätzungen für 2022 und 2023 nach oben geschraubt. Die Analysten erwarten, dass sdm im laufenden Jahr 16,97 Mio. EUR umsetzen wird (2021: 12,99 Mio. EUR) und im kommenden Jahr sollen es dann 20,68 Mio. EUR sein. Das EBIT soll von 1,38 Mio. EUR im Vorjahr im laufenden Jahr auf 1,76 Mio. EUR klettern und in 2023 auf 1,88 Mio. EUR. Im Rahmen des DCF-Bewertungsmodells haben die Analysten das Kursziel für die sdm-Aktie von 4,65 EUR auf 5,10 EUR angehoben. Die Anhebung wäre höher ausgefallen, hätte man nicht auch den risikofreien Zins von 0,25% auf 0,80% erhöht. Derzeit notiert die sdm-Aktie bei 4,30 EUR. Dies entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 15 Mio. EUR.

    Uniper-Aktie mehr als 1,70 EUR wert?

    Von Umsatzwachstum und Gewinn können Uniper-Aktionäre derzeit nur träumen. Stattdessen brauchen sie starke Nerven. Wir kaum ein anderes deutsches Unternehmen ist der Gas-Versorger von den stockenden Gas-Lieferungen aus Russland betroffen. Uniper muss Gas anderweitig teuer einkaufen und kann die höheren Preise nicht an Kunden weitergeben. So türmen sich Millionenverluste auf – jeden Tag. Um den Kollaps des systemrelevanten Konzerns zu verhindern, musste der Bund vor rund einer Woche einsteigen. Deutschland hat einen Anteil von 30% an Uniper übernommen und dafür umgerechnet 1,70 EUR pro Aktie bezahlt - Zur Einordnung: Zu diesem Zeitpunkt notierte die Uniper-Aktie an der Börse immerhin noch bei rund 10 EUR. Darüber hinaus hat der Bund eine Pflichtwandelanleihe mit einem Volumen von 7,7 Mrd. EUR gezeichnet und KfW-Kredite wurden aufgestockt.

    Im Anschluss haben Analysten ihre Kursziele drastisch reduziert – wenn auch etwas spät. JP Morgan stufte die Uniper-Aktie von "Overweight" auf "Underweight" ab und senkte das Kursziel von 32 EUR auf 5,50 EUR. Das Rettungspaket bringt eine massive Anteilsverwässerung für die Altaktionäre mit sich. Die komplette Höhe ist derzeit noch nicht absehbar. Auch Goldman Sachs reagierte (spät) und senkte das Kursziel sogar auf 4,50 EUR von zuvor 10 EUR. Der Verlust von Uniper bis Anfang Oktober werde mit voraussichtlich 6,2 Mrd. EUR deutlich höher ausfallen als bisher erwartet, so die Analysten. Bemerkenswert: Sowohl Analystenschätzungen als auch das aktuelle Kursniveau der Uniper-Aktie von 6,40 EUR liegt weiterhin deutlich über dem Einstiegsniveau des Bundes von 1,70 EUR. Im Januar notierte die Aktie noch bei 40 EUR.

    HelloFresh: Credit Suisse sieht trotz Gewinnwarnung Potenzial

    Die Credit Suisse hat das Kursziel für Hellofresh von 84 auf 58 EUR reduziert und die Einstufung "Outperform" beibehalten. Die Schätzungen wurden an die vom dem DAX-Konzern veröffentlichen Q2-Zahlen und Prognosesenkung angepasst. Der Kochboxenversender verfüge weiterhin über eine profitable Wachstumsstory und hohe Cash-Reserven. Damit ist die Credit Suisse optimistischer, als die DZ Bank und Bernstein Research.

    Zuvor hatte HelloFresh zwar gute Quartalszahlen gemeldet, aber die Prognose für das Gesamtjahr reduziert. Das Umsatzwachstum soll in 2022 nicht mehr 20 bis 26% betragen, sondern nur noch 18 bis 23%. Das erwartete bereinigte EBITDA wurde von 500 bis 580 Mio. EUR auf 460 bis 530 Mio. EUR gesenkt. Im Anschluss an die Meldung hatte bereits die DZ Bank HelloFresh von "Kaufen" auf "Halten" heruntergestuft. Das Kursziel wurde von 60 auf 32 EUR fast halbiert. Die Analysten sehen Risiken bei der Neukundengewinnung und dem Kundenverhalten. Kein Kurspotenzial sieht derzeit Bernstein Research. Die Analysten hatten Kursziel nochmal leicht von 27 auf 24 EUR reduziert. Dem Kochboxenlieferant gelinge es einfach nicht, die Margenprognosen zu erfüllen.


    Uniper befindet sich derzeit mitten im „Gas-Krieg“ zwischen Russland und Westeuropa. Auch Analysten scheinen Perspektiven nicht einschätzen zu können. Bei HelloFresh scheint schon viel Negatives eingepreist zu sein. Bei aifinyo und sdm laufen die Geschäfte rund und Analysten sehen bei beiden Aktien Luft nach oben.


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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Mario Hose vom 28.11.2022 | 06:05

    Analysten sehen über 50% Kurspotenzial: Bayer, Teamviewer, aifinyo, Homes & Holiday Aktie

    • Fintech
    • Immobilien
    • Technologie
    • Chemie
    • Agrar

    Während sich der DAX über der Marke von 14.000 Punkten hält, werfen wir einen Blick auf aktuelle Analystenempfehlungen. Die Aktie von Bayer wird gleich von mehreren Analysten zum Kauf empfohlen. Ein Analyst sieht sogar über 50% Kurspotenzial beim DAX-Konzern. Bei Teamviewer wird die Luft nach der jüngsten Kursrallye dünner. Nur GBC sieht weiterhin deutliches Kurspotenzial. Über dieses verfügt auch die Aktie von aifinyo, meinen jedenfalls Analysten. Das Fintech hat mit starken 9-Monatszahlen überzeugt und hebt sich mit einem profitablen Geschäftsmodell von der Peergroup ab. Und abschließend lockt die Aktie von Homes & Holiday mit einem KGV für das laufende Jahr von unter 10.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 24.11.2022 | 04:44

    Scharfe Kursbewegungen bei Uniper und Varta, E.ON und Tocvan Ventures auf der Startrampe!

    • Rohstoffe
    • Technologie
    • Versorger

    Die Bundesnetzagentur vermeldet diese Woche, dass die deutschen Gasreserven für 9 bis 10 Wochen ausreichen werden. Laut Adam Riese würde somit ohne neue Anlieferungen ein Engpass ab Mitte Februar drohen. Noch hoffen die Gaseinkäufer, dass uns die europäischen Partner entsprechend mit Anlieferungen stützen. In den Wintermonaten werden sie aber einen großen Teil im eigenen Land benötigen. Somit gehen wir mit Fragezeichen in den Winter, der sich nun auch mit dem ersten Schnee zurückgemeldet hat. Einige Aktienbewegungen erscheinen im aktuellen Umfeld mit Sonderbewegungen, zum Beispiel die 100%-Rallye des Staatsunternehmens Uniper.

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    Kommentar von Armin Schulz vom 23.11.2022 | 06:00

    K+S, Defense Metals, RWE – Profitieren von Aktien, die Mängel bekämpfen

    • K+S
    • Düngemittel
    • Kali
    • Defense Metals
    • Seltene Erden
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    • Energiewende
    • RWE
    • Erneuerbare Energien
    • Strom
    • Gas

    Die ersten Lieferkettenprobleme traten während der Corona Pandemie auf. Mit Ausbruch des Ukraine Konflikts wurden weitere Mängel der westlichen Staaten offenbar. Dabei ist schon lange bekannt, dass die USA und auch Europa abhängig von Rohstoffen und Energie aus Russland und China sind. Vor allem das Reich der Mitte hat teilweise schon eine Monopolstellung bei kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden oder Wolfram. Zwischen den USA und China kommt es schon länger zu einem kleineren Handelskrieg. Russland hat sowohl Europa als auch die USA mit günstiger Energie versorgt. Jetzt in Zeiten von Spannungen treten die Abhängigkeiten offen zutage. Daher sehen wir uns heute drei Aktien an, die die Mängellage bekämpfen können.

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