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17.09.2021 | 05:35

First Majestic Silver, Silver Viper, Millennial Lithium – Rallye voraus?

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Bildquelle: pixabay.com

Schon Ende des vergangenen Jahres wurde eine Rallye bei Silber vorausgesagt. Grund dafür war der coronabedingte Förderungsrückgang um 5,9%. Das ist der größte Rückgang seit über 10 Jahren und somit kam es zu einem Defizit beim Angebot. Hinzu kommt die starke physische Nachfrage, die man gut auf Reddit erkennen kann, wenn man nach „Silver Bugs“ sucht. Dort präsentieren die Leute stolz ihre gehorteten Silbervorräte. Seit den Panikverkäufen Anfang August konnte der Preis schon wieder um 11% zulegen. Die hohe Inflation könnte dem Silberpreis weiter Auftrieb geben. Bei Lithium dagegen ist die Rallye schon in vollem Gange. Der Lithium-Karbonat-Preis hat sich seit Anfang des Jahres schon mehr als verdoppelt. Wir analysieren heute drei Unternehmen aus diesen Bereichen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: FIRST MAJESTIC SILVER | CA32076V1031 , SILVER VIPER MINER. CORP. | CA8283341029 , MILLENN.LITHIUM CORP. | CA60040W1059

Inhaltsverzeichnis:


    First Majestic Silver – Rekorderlöse

    Als Silber am 1. Februar ein neues Mehrjahreshoch erreichte, konnte auch First Majestic Silver ein neues Jahreshoch markieren. Wie man heute weiß, war es ein Fehlausbruch und der Silberpreis konsolidierte erst einmal. Auch der Aktienkurs des Unternehmens kam unter die Räder. Der Rohstoffproduzent ging neue Wege, indem er die Jerritt Canyon Goldmine in Nevada übernahm. Die Begründung des CEOs lautete, dass man schlicht keine geeignete Silbermine zur Übernahme gefunden habe. Positiv formuliert könnte man sagen, dass sich das Unternehmen breiter aufgestellt hat.

    Am 16. August wurden die Quartalszahlen öffentlich vorgestellt und die Erwartungen der Analysten bezüglich des Gewinns pro Aktie konnten nicht erreicht werden. Die Produktionsraten konnten dagegen um 14% gesteigert werden, selbst wenn man die neue Goldmine herausrechnet. Hervorzuheben ist der durchschnittliche Verkaufspreis von 27,32 Kanadische Dollar (CAD), der höher lag als der durchschnittliche Silberpreis. Dadurch konnte ein Rekordergebnis bei den Erlösen vermeldet werden. Ein Problem sind die abermals gestiegenen Kosten bei der Produktion und es sieht nicht so aus, als ob es sich schnell bessern würde, da das Management hohe Kosten aufgrund von Verbesserungsarbeiten bei Jerritt Canyon Projekt prognostiziert hat.

    Die Aktionäre können sich über eine höhere Quartalsdividende freuen. Diese wurde um 33% erhöht. Die erhöhten Kosten für die Optimierung des Jerritt Canyon Projekts sind vorrübergehender Natur. Die Aktie steht aktuell bei 16,18 CAD und ist abermals von dem wichtigen Widerstand bei 15,05 CAD abgeprallt. Die Abwärtstrendlinie ist gebrochen. Erreicht die Aktie nun einen Schlusskurs oberhalb von 17,09 CAD, ist die Trendumkehr geglückt. Unterhalb von 14,84 CAD würde sich das Chartbild deutlich eintrüben.

    Silver Viper – Gold- und Silbervorkommen übersteigen Börsenwert

    Silver Viper ist ein kanadischer Silber- und Goldexplorer, der auf vorhandene Silber- und Gold Ressourcen verweisen kann. Am 15. Juni wurde ein 43-101 Report eingereicht, der als Nachweis für 154.300 Unzen Gold und gut 6,9 Mio. Unzen Silber auf dem La Virginia Projekt dient. Das Management geht von weiteren 246.300 Unzen Gold und rund 12,5 Mio. Unzen Silber aus. Der Report basiert auf insgesamt 288 Bohrlöchern, wobei das Unternehmen alleine im letzten Jahr 100 Löcher mit einer Gesamtlänge von 27.021m gebohrt hat.

    Seit dem Bericht ist es ruhig geworden um das Unternehmen, das nach der Privatplatzierung Anfang Juni gut 6 Mio. CAD eingenommen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Minern, die schon zum Start eines Bohrprogramms Meldungen herausbringen, meldet sich Silver Viper erst, wenn es bereits Ergebnisse aus dem Bohrprogramm gibt. Eine so lange Pause bei den Meldungen hat es aber schon lange nicht mehr gegeben, so dass man davon ausgehen kann, dass hier in absehbarer Zeit Nachrichten eingehen. Das Gebiet ist 6.880 Hektar groß und bietet so viel Explorationspotential.

    Die Aktie kam noch einmal von 0,80 CAD Anfang Juli bis 0,45 CAD zurück. Der Druck kam durch die neuen Aktien der Privatplatzierung auf. Die Anleger wollten nur den Warrant und ihren Einsatz mit dem Verkauf der Aktien wieder rausholen. Tiefer sollte die Aktie auch nicht mehr fallen, da das Management mit 23% und Institutionelle, unter anderem Mr. Sprott, mit 60% am Unternehmen beteiligt sind. Rechnet man die vorhandenen Gold- und Silberreserven um, so ergibt sich ein fairer Wert von etwa 83 Mio. CAD. Aktuell ist das Unternehmen nur mit rund 51 Mio. CAD an der Börse bewertet.

    Millennial Lithium - Bieterkrieg

    Bei Millennial Lithium überschlagen sich die Ereignisse. Das Unternehmen, das in Argentinien Lithium mit einer Reinheit von 99,96% in einer Pilotanlage herstellt, soll direkt von zwei Kandidaten übernommen werden. Am 16. Juli ging ein Gebot über 353 Mio. CAD von Ganfeng Lithium ein, was umgerechnet 3,60 CAD pro Aktie sind. Zum damaligen Zeitpunkt also gut 20% über dem aktuellen Marktpreis der Aktie. Das Management und die strategischen Investoren sprachen sich für die Annahme des Angebots aus. Am 27. August gab auch das Gericht grünes Licht für die Übernahme.

    Am 8. September wurde die Aktie erneut vom Handel ausgesetzt. Das Management gab anschließend bekannt, dass es ein höheres Angebot über 3,85 CAD pro Aktie bekommen habe. Hinter dem Angebot scheint Contemporary Amperex Technology Co. Ltd. zu stecken, seinerseits einer der größten Hersteller für Batterien von Elektrofahrzeugen. Das Management hat Ganfeng bis zum 27. September Zeit gegeben auf das neue Angebot zu reagieren. Der Bieterkrieg um die von Millennial Lithium angezeigten 4,12 Mio. Tonnen Lithium-Karbonat ist also eröffnet.

    Die Aktie notiert aktuell bei 4,01 CAD. Die Investoren gehen also davon aus, dass sich die beiden Bieter eine Schlacht liefern werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte man hier nicht mehr investieren. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist einfach nicht mehr gut genug, da fundamentale Daten keine Rolle mehr spielen und völlig unklar ist, ob Ganfeng sein Angebot noch einmal erhöhen wird.


    Während die Rallye bei Lithium bereits in vollem Gange ist, wie man an Millennial Lithium sehen kann, hinkt Silber noch hinterher. Silber wird gerade bei der industriellen Verarbeitung immer wichtiger, da beispielsweise die USA vermehrt auf Solarenergie setzen wollen und in den Solarpanels Silber verbaut ist. Am Beispiel First Majestic Silver sieht man, dass es nicht mehr so einfach ist, neue Silberminen zu finden. Die Lebensdauer der vorhandenen Minen nimmt immer weiter ab. Silver Viper steht dagegen mit seinen vorhandenen Vorkommen am Anfang. Als Anleger kann man dort Gold und Silber mit deutlichem Abschlag zum aktuellen Preis kaufen.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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