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01.09.2022 | 05:01

BYD nach Buffett-Schock: Besser auf Jinkosolar und Meta Materials setzen?

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Bildquelle: pixabay.com

Jetzt also doch: Star-Investor Warren Buffetts hat Aktien von Tesla-Jäger BYD verkauft. Zwar ist es nur ein geringer Teil der Beteiligung, dennoch ging die BYD-Aktie in Anschluss deutlich in die Knie. Denn nun sind Spekulationen Tür und Tor geöffnet, was mit den restlichen Anteilen - Buffetts Berkshire Hathaway hält noch fast 19% am chinesischen Autobauer – passieren wird. Damit rücken die überzeugenden Quartalszahlen in den Hintergrund. Durchwachsene Zahlen hat JinkoSolar präsentiert. Das Unternehmen profitiert von den explodierenden Strom- und Gaspreisen, denn sie treiben die Nachfrage nach Solaranlagen an. Aber Analysten sind sich uneins. Die innovativen Funktionsmaterialien von Meta Materials sollen künftig auch die Produktion von Erneuerbaren Energien revolutionieren. Für die Weiterentwicklung hat sich die Patent-Krake jetzt mit einem Veteranen der Chip-Industrie verstärkt.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , Meta Materials Inc. | US59134N1046 , TESLA INC. DL -_001 | US88160R1014

Inhaltsverzeichnis:


    BYD: Buffett-Schock überdeckt gute Zahlen

    Seit mehr als einem Monat gibt es die Spekulationen, dass sich Warren Buffetts Berkshire Hathaway von BYD-Aktien trennen könnte. Damals erschien eine BYD-Position, die dem Umfang der Berkshire-Position entsprach im Hongkonger Börsenclearing-System unter einem Konto der Citibank. Jetzt geht aus einem Börsenbericht hervor, dass die Beteiligung an BYD von 20,49% auf 19,92% gesunken ist. Das verkaufte Aktienpaket hatte einen Wert von 47 Mio. USD. Nicht viel, aber jetzt gibt es natürlich Spekulationen, was mit den restlichen Anteilen passiert. Werden weitere Stücke auf den Markt geworfen? Vielleicht trennt sich Buffett sogar von der kompletten Beteiligung?

    Buffett hatte sich erstmals im Jahr 2008 an BYD beteiligt. Seitdem hat sich die Aktie mehr als verzwanzigfacht. Aufgrund der Meldung profitiert die BYD-Aktie auch nicht von den eigentlich guten Quartalszahlen. BYD verkaufte im zweiten Quartal 355.021 Fahrzeuge (hybrid und vollelektrisch) und damit 256% mehr als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Quartal des laufenden Jahres beträgt der Zuwachs immerhin noch 24%. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 68% auf 83,77 Mrd. CNY. Auch bei der Profitabilität kommt BYD voran. So kletterte der Nettogewinn im Berichtszeitraum um 198% auf rund 2,8 Mrd. CNY. Im Anschluss an die Zahlen erhöhten die Analysten der Credit Suisse ihre Gewinnschätzungen für die Jahre bis 2024 um bis zu 40% und auch das Kursziel auf 400 HKD. Dies konnte den jüngsten Verkaufsdruck jedoch nicht bremsen. Im Handel an der Börse Hong Kong verlor die Aktie 12%.

    Meta Materials: Patent-Krake holt Chip-Veteranen an Bord

    Operativ Fahrt nimmt derzeit Meta Materials auf. Wobei sich das Technologieunternehmen noch in einem sehr frühen Stadium befindet und die Forschung im Vordergrund steht. Dennoch haben die in Deutschland und an der NASDAQ gelisteten Kanadier den Umsatz im zweiten Quartal um 432% auf 3,3 Mio. USD steigern können. Meta Materials arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung von Hochleistungs-Funktionsmaterialien und Nanokomponenten. Ein Anwendungsbeispiel mit riesigem Marktpotenzial ist die Früherkennung im medizinischen Bereich – u.a. von Schlaganfällen. Nach Angaben der Weltschlaganfallorganisation ist der Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache in der Welt. Meta Materials arbeitet an einem tragbaren und kostengünstigen Radiowellen-Bildgebungsscanner. Dabei sollen Metamaterialien eine höhere Bildauflösung und schnellere Scans als bisherige Produkte ermöglichen und dies ganz ohne Strahlung. Der Ansatz von Meta wurde in einer Reihe von Fachartikeln vorgestellt und bereits als US-Patent gesichert. Das Patent sichert ein breites Spektrum potenzieller Anwendungen ab, darunter die Bilderkennung von Brustkrebs, Gehirngerinnseln sowie die Diagnose von inneren Blutungen.

    Insgesamt verfügt Meta Materials inzwischen über 410 aktive Patentdokumente – davon sind 251 erteilte Patente und 159 anhängige Patentanmeldungen. Durch die Hochleistungsmaterialien mit Nanotechnologie soll es in Zukunft möglich sein, Licht, Schall, Wärme oder Funkwellen umzuleiten. Das Potenzial ist gigantisch und erstreckt sich über sämtliche Branchen wie 5G-Kommunikation, Gesundheits- und Wellnessbranche, Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie und Erneuerbare Energien. Mit dem Unternehmenswachstum entwickelt sich Meta Materials auch personell weiter. So wurde kürzlich Jack Harding, der ehemalige Vorstand des Chipriesen Advanced Micro Devices (AMD), zum Vorsitzenden des Board of Directors berufen. Harding ist ein echter Veteran der Chipindustrie. Neben seiner Zeit bei AMD hat er auch die Milliardenfusion von RF Micro Devices und TriQuint Semiconductor zu Qorvo begleitet. Sollte die Forschung und anschließende Monetarisierung erfolgreich verlaufen, könnte auch bei Meta Materials eine Milliardenbewertung möglich sein. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung des Hotstocks bei rund 280 Mio. USD.

    JinkoSolar: Fairer Wert bei 71 USD oder 35 USD?

    Eine Marktkapitalisierung von über einer Milliarde hat JinkoSolar bereits erreicht. Bei dem Blick auf die aktuellen Zahlen könnte jedoch noch mehr drin sein als die rund 3,3 Mrd. USD. Dieser Meinung sind unter anderem auch die Analysten der BOC International. Die Experten empfehlen die Aktie des chinesischen Solarzellen- und Solarmodule-Produzenten mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 71 USD. Dagegen hat Goldman Sachs die Verkaufsempfehlung erneuert. Die Analysten sind skeptisch, was die kommenden Quartale angeht. So habe JinkoSolar Probleme bei der Cash-Flow Generierung und dem Verschuldungsgrad.

    Zu den Zahlen: Die Chinesen profitierten im zweiten Quartal von der hohen Nachfrage nach ihren Solarmodulen. So wurden Solarmodule mit einer Leistung von 10.183 MW und Zellen sowie Wafer mit 349 MW ausgeliefert. Insgesamt entsprach dies immerhin rund einer Verdoppelung. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 138% auf 2,81 Mrd. USD zu. Beim Ergebnis enttäuschte JinkoSolar allerdings und man rutschte sogar in die roten Zahlen. So lag der Nettoverlust bei 93 Mio. USD, verglichen mit einem Nettogewinn von über 9 Mio. USD im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr 2022 sollen 35 bis 40 GW (Module, Zellen und Wafer) ausgeliefert werden.


    BYD steht operativ gut da, aber der Image-Schaden durch den Buffett-Verkauf sollte nicht unterschätzt werden. Bei Hotstock Meta Materials sorgt der neue Vorsitzende des Board of Directors für einen Image-Gewinn. JinkoSolar muss endlich die Profitabilität in den Griff bekommen, danach sieht es derzeit allerdings nicht aus.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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