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04.08.2021 | 05:19

Alibaba, Memiontec, Tencent – China die kommende Superwirtschaftsmacht

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Bildquelle: pixabay.com

China hat der Pandemie in 2020 getrotzt. Im Gegensatz zu allen anderen Industrienationen, deren Wirtschaft zum Teil erhebliche Einbußen zu beklagen hatten, konnte Chinas Wirtschaftswachstum zulegen. Spätestens im Jahr 2028 wird China die größte Volkswirtschaft der Welt darstellen. Schon heute ist das Land der Haupthandelspartner für viele Länder, etwa Deutschland, Japan oder Australien. Früher kopierte China noch westliche Produkte. Heute ist man technologisch auf Augenhöhe, sowohl beim Thema künstliche Intelligenz als auch bei 5G. Der asiatische Kontinent hat noch weitere aufstrebende Länder, wie beispielsweise Singapur. Nicht vergessen sollte man insbesondere Japan, das die drittgrößte Volkswirtschaft darstellt. Wir sehen uns also drei Unternehmen aus dem asiatischen Raum an.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Armin Schulz
ISIN: ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027 , Memiontec Holdings Limited | SGXE56008290 , TENCENT HLDGS HD-_00002 | KYG875721634


Alibaba – erhöht Aktienrückkaufprogramm

Am 23. Juli wurden die Aktionäre von Alibaba erneut geschockt. Chinas Regierung verbot kurzerhand Gewinne mit E-Learning zu machen. Dieser Geschäftsbereich ist bei Alibaba kaum ausgeprägt und trotzdem wurde die Aktie mit in die Tiefe gerissen. Lediglich Essenslieferdienste werden weniger Gewinn abwerfen, da die Fahrer zukünftig eine Versicherung und höhere Löhne erhalten. Der Kurs der Aktie sank bis auf 180 USD. Dieses Ereignis zeigt, wie schnell einem gut geführten Unternehmen die Geschäftsgrundlage entzogen werden kann. Chinesische E-Learning Aktien fielen rasant um 80%.

Alibaba ist ein Tech-Gigant, aber mit der Unsicherheit, die die chinesische Regierung verbreitet, werden viele Investoren ein Investment überdenken. Der chinesische Konzern war schon vor dem 23. Juli deutlich günstiger als sein westlicher Konkurrent Amazon bewertet. Das ist den Unsicherheiten geschuldet. Im November 2020 musste der Börsengang der Ant-Group abgesagt werden, dann gab es Monopol-Ermittlungen im Dezember 2020, die letztlich im April 2021 zur Rekordstrafe von umgerechnet 2,3 Mrd. EUR geführt haben.

Am 3. August wurden die Q2-Zahlen bekannt gegeben. Erwartungen bei Umsatzwachstum und aktiven Nutzern wurden verfehlt, wohingegen der Gewinn höher ausgefallen ist als erwartet. Zudem wurde das Aktienrückkaufprogramm auf 15 Mrd. USD aufgestockt. Das zeigt, dass das Management davon ausgeht, dass die Aktien aktuell zu günstig sind. Die Aktie ist aktuell klar im Abwärtstrend und die Panik vom 23. Juli hielt bis zum 27. Juli an. Seitdem konnte die Aktie mehr als 10% zulegen. Alibaba bleibt der Toptitel, wenn es um chinesische Unternehmen geht.

Memiontec – Wasser wird immer wichtiger in der Zukunft

Memiontec ist ein Unternehmen aus Singapur, dass sich auf Lösungen im Bereich Abwasser- und Wassermanagement spezialisiert hat und bereits seit 28 Jahren am Markt aktiv ist. Zum Kundenkreis gehören verschiedene Industriebetriebe und auch Kommunen, mit denen teilweise Verträge mit einer Laufzeit von bis zu 25 Jahren Gültigkeit vorliegen. Diese Beteiligungen sind die sogenannten BOOT- und TOOT-Projekte. Sie garantieren wiederkehrende Einnahmen über die nächsten Jahrzehnte.

Das Unternehmen ist vor allem in Singapur, Indonesien und China aktiv. Das Geschäftsmodell basiert auf vier Säulen. Zum einen werden Wasseraufbereitungsanlagen gebaut, wie Kläranlagen, Wasserrecycling-Anlagen oder Meerwasseraufbereitungsanlagen. Der zweite Zweig bietet den Service zur Instandhaltung der gebauten Anlagen. Zusätzlich gibt es den Handel mit modularen Wassersystemen, Chemikalien und Ausrüstung für die Wasseraufbereitung. Zu guter Letzt wird Wasser verkauft. Diese vier Bereiche bieten einige Synergien.

Der Auftragsbestand, der Ende April bei über 90 Mio. Singapur Dollar (SGD) lag, wurde erst am 27. Juli um 5,5 Mio. SGD erhöht. Drei Aufträge aus dem industriellen und kommunalen Bereich konnten gewonnen werden. Das Unternehmen schüttet aktuell 25% seiner Gewinne als Dividende an die Aktionäre aus. Das Management will dies nach Möglichkeit weiter steigern. Die Chancen stehen gut, denn in Indonesien haben etwa 50% der Bewohner bisher keinen Zugang zu Trinkwasser.

Tencent – auf dem absteigenden Ast

Tencent ist ein weiteres Schwergewicht aus China, das unter den jüngsten Restriktionen der chinesischen Regierung zu leiden hat. Diese Aktie wurde deutlich mehr abgestraft als Alibaba, da die Tochter Tencent Music gezwungen wurde alle Exklusiv-Verträge mit internationalen Labels aufzulösen. Der nächste Einschlag kam am 3. August, als die Regierung Computerspiele als „spirituelles Opium“ bezeichnete. Anleger fürchten, dass dieser Sektor ins Fadenkreuz der Regierung geraten könnte.

Für einen der größten Spieleanbieter weltweit wäre das verheerend. Die chinesische Regierung scheint der Auffassung zu sein, dass die Spiele den jungen Nutzern die Zeit zum Lernen nehmen und so eine Generation der Jugend „zerstört“ wird. Es wird nun die Aufgabe des Konzerns sein, die Spielzeit zu begrenzen und so das Suchtpotential zu verringern. Nach der Strafe für Tencent Music wegen angeblich unlauterer Praktiken wird das Unternehmen schnell handeln müssen.

Die Aktie befindet sich aktuell im freien Fall. Nach dem Bericht über die Onlinespiele gab es erneut eine Kurslücke nach unten. Beim Verfassen dieses Beitrages steht der Kurs bei 48,50 EUR nachdem er am Vortag fast 4 EUR höher lag. Im aktuellen Marktumfeld sollte man bei dieser Aktie und den kursierenden Nachrichten vorsichtig sein. Mutige Anleger können jetzt kaufen wo es brennt.


China wird bald die stärkste Volkswirtschaft der Welt haben, aber die Regierung bremst Tech Firmen immer wieder aus. Alibaba scheint aktuell nicht so sehr unter Beschuss zu stehen wie Tencent und ist daher die bessere Wahl. Memiontec hat den Vorteil, dass sie aus dem liberalen Singapur operieren und mehrere langfristige Wasserlieferverträge besitzen, die den weiteren Ausbau des Unternehmens finanzieren. Wasser wird immer wichtiger und ist aktuell sicherlich das sicherere Investment.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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