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07.01.2021 | 04:50

Alibaba, GS Holdings, LVMH: Wachstumsmärkte in Asien

  • Asien
Bildquelle: pixabay.com

Asien ist ein riesiger Markt. In den kommenden Jahren werden Millionen Menschen in China und anderen Ländern Asiens zu Wohlstand kommen. Selbst bescheidener Wohlstand kann an der Börse zu riesigen Renditen führen. Der Grund: Die aufstrebende Mittelschicht gönnt sich zunehmend Elektroartikel, Restaurantbesuche oder auch den einen oder anderen Luxusartikel. Für Luxusartikelhersteller wie LVMH gehört Asien längst zum wichtigsten Wachstumsmarkt. Alibaba hat Amazons Shopping-Konzept erfolgreich für den asiatischen Markt adaptiert und bietet langfristig große Wachstumschancen. GS Holdings betreibt Food Courts in Singapur und ist auch als Dienstleister rund um die Gastronomie tätig.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp


Alibaba: Der Konflikt mit Peking schwelt weiter

WKN: A117ME ISIN: US01609W1027 Symbol: AHLA
Die wohl bekannteste Asien-Aktie ist Alibaba. Der Wert machte zuletzt vor allem mit spektakulären Geschichten von sich reden. Nach dem abgesagten Börsengang der Fintech-Tochter Ant Group und dem Untertauchen von Alibaba-Gründer Jack Ma schießen Gerüchte ins Kraut: Wird Ma irgendwo festgehalten? Wurde er unter Druck gesetzt? Hat er sich aus privaten Gründen zurückgezogen? So viel steht fest: Der ehemals mitteilungsfreudige Ma ist seit Monaten nicht mehr öffentlich in Erscheinung getreten. Hintergrund der Gerüchte ist, dass die Zentralregierung in Peking den Aufstieg der Tech-Giganten und deren zunehmend selbstbewusstes Auftreten kritisch sieht. Der geplante Rekord-Börsengang von Ant Group, der auch das IPO von Saudi Aramco im Jahr 2019 in den Schatten stellen sollte, wurde mutmaßlich auch aufgrund dieses Konflikts abgesagt.

Für ein Unternehmen wie Alibaba bedeutet dieser Gegenwind nichts Gutes. Schaut Peking bei Alibaba künftig genauer hin, könnten vor allem viele Geschäftsfelder in Entwicklung nicht mehr ausgebaut werden – beispielsweise im digitalen Bereich. Als reiner Onlinehändler ist Alibaba zwar auch weiterhin attraktiv, doch fehlt ohne die Fantasie neuer Startups und Ideen das Salz in der Suppe. Die Aktie hat auf Sicht von zwölf Monaten keine Rendite eingefahren. Auf Sicht von drei Monaten ging es gar um rund 20% nach unten. Aktuell überwiegen die Risiken. Sollte sich der Zwist zwischen Alibaba und Peking aber legen, wird der Wert wieder interessant.

GS Holdings: Kleine Singapur-Aktie mit großer China-Fantasie

WKN: A2QDKC ISIN: SG1CF0000001 Symbol: 6NY
Gänzlich unter dem Radar des Marktes und auch der chinesischen Regierung handelt die Aktie von GS Holdings. Das Unternehmen aus Singapur betreibt im Stadtstaat mehrere Food Courts und ist zudem als Berater rund um Markenentwicklung in der Gastronomie tätig. Die Marke „Sing Swee Kee“ steht für ein Hühnchen-und-Reis-Konzept und „Raffles Coffee“ bietet Kaffee im traditionellen Nanyang-Style. Beide Marken sollen nach China expandieren.

Nach verlustreichen Jahren hat GS Holdings 2019 einen Rohertrag von 30,2 Mio. SGD eingefahren. Der Umsatz legte im selben Zeitraum um mehr als das Vierfache auf 35,7 Mio. SGD zu. Auch die Verbindlichkeiten nahmen zum Vorjahr deutlich ab. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt aktuell bei 92 Mio. SGD. Die Aktie handelt aktuell mit 0,50 SGD in der Mitte ihrer 52-Wochen-Spanne und ist seit einigen Wochen auch in Deutschland handelbar. Aufgrund der eingeschränkten Liquidität sollten Anleger aber unbedingt mit Limits arbeiten.

LVMH: Dank Asien wieder in der Erfolgsspur

WKN: 853292 ISIN: FR0000121014 Symbol: MOH
Wenn von der asiatischen Wachstums-Story die Rede ist, fällt oft auch der Name von LVMH. Der Luxusgüter-Konzern bietet Marken wie Louis Vuitton, Kenzo oder auch Dior und TAG Heuer. Da Luxusgüter oft am Flughafen oder auf Reisen gekauft werden, belastete die Pandemie auch den Kurs von LVMH. Doch der Luxus-Platzhirsch hat sich vom Corona-Schock schnell erholt. Positiv dazu beigetragen hat auch die gute Entwicklung der Wirtschaft in Asien. Die Pandemie ist dort besser unter Kontrolle als in Europa oder den USA. Hinzu kommt, dass in der Krise für LVMH auch eine Chance liegt: Gelingt es, digitale Vertriebswege auch im Luxus-Bereich zu etablieren, könnten in Zukunft auch mehr junge Kunden angesprochen werden.

Die Zahlen bei LVMH erholten sich bereits im dritten Quartal wieder und besänftigten den Markt. Vor allem für Louis Vuitton und Christian Dior lief das Geschäft gut. Positiv ist auch, dass LVMH neben Accessoires und Schmuck auch hochwertige Spirituosen im Angebot hat – und getrunken wird schließlich selbst ein der Krise. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie um rund 18% zu. Der Wert hat zuletzt wieder sein Fünf-Jahres-Hoch erreicht. Auch das zeigt, dass sich ein gutes Asien-Geschäft gerade in der Krise bewährt.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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