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09.06.2021 | 05:08

SAP, RYU Apparel, Zalando – nicht verpassen!

  • Internet
  • Internethandel
  • Sportbekleidung
Bildquelle: pixabay.com

Das Internet hat unser Leben ganz schön umgekrempelt und ist heute nicht mehr wegzudenken. Nach einer Prognose von Statista werden im Jahr 2023 weltweit insgesamt rund 2,37 Billionen Euro im B2C-E-Commerce-Markt mit physischen Gütern umgesetzt werden. Der größte Umsatzanteil wird dieser Prognose nach mit 816,55 Mrd. Euro auf den Bereich Mode entfallen. Die zunehmende Bedeutung des E-Commerce spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung von Global Playern wie Amazon wider. Lassen Sie sich von drei spannenden Aktien überraschen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Carsten Mainitz


SAP SE – fast 50% seit Kursrutsch aufgeholt

Auf dem aktuellen Kursniveau von 118 EUR hat der DAX-Konzern schon wieder fast 50% seit dem Absturz im vergangenen Herbst aufgeholt. Mit einem Börsenwert von rund 145 Mrd. EUR sind die Walldorfer nach Microsoft und Oracle der drittgrößte Softwarekonzern der Welt. SAP hat die Potenziale der digitalen Transformation früh erkannt und starke, eigenständige Cloud-Lösungen wie SAP S4/HANA entwickelt. Ein weiterer strategischer Vorteil der Gesellschaft ist, offen für plattformübergreifende Anwendungen zu sein. So können SAP-Cloud-Computing-Lösungen mit Drittanbieterinstallationen wie z.B. von Google, AmazonWebServices oder Microsoft Azure kombiniert werden. Diese Aufstellung im Cloud Computing ist definitiv ein Erfolgsfaktor.

Jedoch war auch das Thema Cloud der Grund, warum die Aktie im letzten Herbst auf rund 80 EUR einbrach. Denn der Konzern verkündete den Fokus noch stärker auf Cloud-Dienste zu legen und dafür hohe Investitionen in Kauf zu nehmen. Der Markt überreagierte damals, denn langfristig ist die Wachstumsstory vollkommen intakt. Der Umsatzanteil des Cloud-Geschäfts soll in den nächsten Jahren stark nach oben geschraubt werden und bis 2025 sogar 85% betragen.

Generell ist die Branche im Aufwind. Zuletzt meldete der Konkurrent Salesforce einen guten Start ins Geschäftsjahr und erhöhte die Jahresziele. Auch das Übernahmekarussell dreht sich. Letzten Dezember hatte Salesforce die Übernahme des Bürokommunikationsdienstes Slack für knapp 30 Mrd. USD angekündigt. Salesforce ist auf cloudbasierte Unternehmenssoftware spezialisiert und hat bereits mehr als 60 Firmen akquiriert.

RYU APPAREL INC – aus dem Tritt gekommen?

Über die letzten Jahre hat sich das Kunstwort „Athleisure“ als Begriff für im Alltag getragene Sport- und Funktionsbekleidung durchgesetzt, auch als Urban- oder Activewear bezeichnet. Die Sportbekleidungsbranche (Athletic Apparel Industrie) wird klar von Nike dominiert, gefolgt von Adidas. Puma und Under Armour sind weitere bekannte Player. Zudem gibt es eine größere Anzahl von noch kleinen, innovativen und dynamisch wachsenden Gesellschaften, die immer mehr auf sich aufmerksam machen.
Wer eine kleine noch ziemlich unentdeckte „Athleisure“-Perle für das sportive Renditedepot sucht, wird vielleicht mit der kanadischen RYU fündig. Mussten Anleger noch im Februar 0,26 CAD je Aktie auf den Tisch legen, so sackte der Kurs bis zuletzt auf 0,07 CAD ab und notiert momentan um 0,10 CAD. Was ist passiert?

Im März meldete die Gesellschaft einen exzellenten Deal. RYU sicherte sich danach eine Finanzierung per Wandeloptionsanleihe in Höhe von 10 Mio. CAD mit einer jährlichen Verzinsung von 7%, was angesichts der Marktkapitalisierung und des hohen Wandlungspreises von 0,35 CAD je Aktie sehr bemerkenswert erschien.

Dann kam am 11. Mai die schlechte Neuigkeit: die Transaktion kam nicht zustande. Über das warum kann nur spekuliert werden. Auch in Bezug auf Newsflow ist es in den letzten Wochen etwas stiller geworden. Aber das motivierte Team des Herstellers von moderner und hochwertiger für im Alltag getragene Sport- und Funktionsbekleidung wird sich schon nicht unterkriegen lassen. Es ist vor allem der Transformationsspezialist und Umsetzer visionärer Wachstumsstrategien, CEO Fazari, und eine Reihe erstklassiger Personen. Alle haben mehrfach den Proof-of-Concept im Berufsleben erbracht und alle sind davon überzeugt, dass aus RYU etwas Großes werden kann. Vorteilhaft neben der hohen Innovationskraft ist zudem der hohe Anteil des Online-Umsatzes und die damit verbundene hohe Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Aktuell können sich Investoren noch günstig eindecken.

ZALANDO SE – Jahresprognose erhöht und Aktienrückkauf gestartet

Es nichts neues, dass Corona den Versandhandel deutlich beflügelt hat. Davon hat natürlich auch Zalando als Europas führende Online-Plattform für Mode und Lifestyle profitiert. Das Sortiment reicht von fast 2.000 weltweit bekannten Marken über lokale und Fast-Fashion Brands bis hin zu selbst designten Private Labels. Die Zalando-Shops sind lokal auf die Bedürfnisse der Kunden in 17 verschiedenen europäischen Märkten zugeschnitten. Zalandos Logistiknetzwerk mit fünf zentralen Logistikzentren ermöglichen die effiziente Belieferung aller Kunden in Europa.

Anfang Mai hob Zalando die Jahresprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Gründe sind das außergewöhnlich starke und profitable Wachstum im ersten Quartal 2021, anhaltend hohes Wachstum im zweiten Quartal und ein stabiler Ausblick für das zweite Halbjahr. Zalando erwartet nun ein Umsatzwachstum von 26% bis 31% auf 10,1 bis 10,5 Mrd. EUR sowie ein bereinigtes EBIT in Höhe von 400 bis 475 Mio. EUR. Bisher erwartete der Konzern ein Umsatzwachstum von 24% bis 29% und ein bereinigtes EBIT zwischen 350 und 425 Mio. EUR. Zudem wurde jüngst ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen. Die Gesellschaft wird eigene Aktien bis zu einem Gesamtkaufpreis von 200 Mio. EUR erwerben, jedoch nicht mehr als 20 Mio. Anteilsscheine. Der Aktienrückkauf begann am 7. Mai und endet spätestens am 30. Juli 2021.


Der Autor

Carsten Mainitz

Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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