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19.05.2021 | 05:19

Nikola, dynaCERT, Ballard Power - Wasserstoffmarkt vor einer Kehrtwende?

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  • Ballard Power
Bildquelle: pixabay.com

Bis Mitte Januar kannten Aktien von Wasserstoffunternehmen nur eine Richtung: steil nach oben. Es gab die ein oder andere negative Nachricht, wie etwa Bilanzberichtigungen bei Plug Power. Die Kurse gingen entsprechend in den Sinkflug über. Dabei könnte das Umfeld kaum besser sein. Die USA und Europa wollen verstärkt in den Wasserstoffsektor investieren, um ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Die Anwendungsbeispiele für Wasserstoff sind vielfältig, etwa Energie lagerfähig und transportierbar zu machen, aber auch Brennstoffzellen als Antrieb zu nutzen. Wir schauen uns heute drei Aktien aus diesem Bereich an.

Lesezeit: ca. 2 Minuten. Autor: Armin Schulz


Nikola – Versuch des Turnarounds

Die Nikola Corporation ist ein Anbieter von emissionsfreien Transport- und Infrastrukturlösungen. Dabei reichen die Geschäftsbereiche von Konstruktion und Herstellung von batterie- und wasserstoffelektrischen Fahrzeugen, Elektrofahrzeug-Antriebssträngen, Fahrzeugkomponenten, Energiespeichersystemen bis hin zu Wasserstofftankstellen. Das Unternehmen musste einige kleinere Skandale verkraften, scheint nun aber langsam die Kurve zu kriegen.

Die Um- und Neubauten der Produktionsstätten in Ulm und Coolidge stehen vor dem Abschluss. Seit Anfang Mai laufen die Leistungs- und Haltbarkeitstests für den batteriebetriebenen LKW Tre Bev, der eine Reichweite von bis zu 563 km haben soll. Das gleiche Modell soll es auch in der Wasserstoff-Ausführung geben, was aber aktuell noch Zukunftsmusik ist. Nikola plant außerdem Wasserstofftankstellen in ganz Amerika aufzustellen. Begonnen werden soll mit zwei Tankstellen in Kalifornien.

Erst gestern konnte das Unternehmen die Absichtserklärung über eine Bestellung von 100 LKWs durch Total Transportation Services vermelden. Kaum eine Wasserstoff-Aktie hat so viel Kursverlust hinnehmen müssen wie Nikola. Wer in Wasserstoff in Verbindung mit Nutzfahrzeugen investieren will, sollte sich die Aktie genauer anschauen.

dynaCERT – gute Aussichten

dynaCERT hat sich auf die Bereitstellung von Technologien zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen spezialisiert. In die Entwicklung des Hauptprodukts HydraGEN sind 70 Mio. CAD und 17 Jahre Entwicklung geflossen. HydraGEN erzeugt Wasserstoff und Sauerstoff bei Bedarf durch Elektrolyse und liefert diese Zusätze durch den Lufteinlass, um die Verbrennung zu verbessern. Das führt zu deutlich weniger Emissionen und geringerem Dieselverbrauch. Die Technologie des Unternehmens kann in Bussen, LKWs sowie allen großen Dieselfahrzeugen zur Anwendung kommen.

Als Zukunftsmärkte sollen PKWs, Schiffe und Züge zusätzlich erschlossen werden. Das Wachstumspotential ist enorm, wenn man nur die LKWs weltweit versorgen würde. In Deutschland beispielsweise machen die LKWs 35% des gesamten CO2-Ausstoßes im Verkehr aus. Davon könnte man zwischen 6 und 19% einsparen und so gleichzeitig Ressourcen schonen.

Die Aktie von dynaCERT ist im Sog der Wasserstoffaktien abverkauft worden und hat dabei wichtige charttechnische Marken gerissen. Das Tief aus März letzten Jahres von 0,325 CAD, könnte noch einmal getestet werden. Spätestens da sollte eine Gegenbewegung erfolgen. Das Warten auf diese Marke könnte sich als vergeblich herausstellen, da seit dem 14. Mai ein Käufer am Werk zu sein scheint. Es bildete sich ein Hammer, gefolgt von einer starken Kaufkerze am 17. Mai.

Ballard Power – Zahlen überzeugen nicht

Ballard Power entwickelt und produziert Wasserstoff-Brennstoffzellen für eine Reihe von Anwendungen. Die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens werden in vielen Branchen eingesetzt, wie zum Beispiel in der Fördertechnik, in der Kraft-Wärme-Kopplung für Privathaushalte, in der Notstromversorgung und im Transportwesen. Das Ziel von Ballard ist Brennstoffzellen-Energie für einen nachhaltigen Planeten zu entwickeln.

Der kanadische Brennstoffzellenhersteller erzielte im ersten Quartal 2021 einen Umsatz von 17,6 Mio. USD. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang von rund 26%. Die Erwartungen der Analysten wurden deutlich verfehlt. Der Betriebsgewinn ging um 59% auf minus 14 Mio. USD zurück. Insgesamt beträgt der Verlust immer noch 17,8 Mio. USD.

Die Aktie befindet sich im klaren Abwärtstrend. Trotzdem bleibt sie bei Anlegern beliebt und liegt innerhalb ihrer Peer-Group auf Platz 1. Die Bewertung lag in der Spitze über dem 122-fachen des Umsatzes. Ein Ende des Verkaufsdrucks ist noch nicht in Sicht. Als interessierter Anleger sollte man abwarten, ob ein Ausbrauch aus der Schiebezone nach oben erfolgt.


Der Autor

Armin Schulz

Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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Armin Schulz

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