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27.07.2021 | 05:10

BioNTech, XPhyto Therapeutics, Morphosys – Es geht wieder los

  • Corona
Bildquelle: pixabay.com

Die Zahlen der SARS-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland steigen wieder an, wenn auch noch auf relativ niedrigem Niveau. Durch die Verbreitung der Delta-Variante warnt Gesundheitsminister Jens Spahn vor Inzidenzen jenseits der 800er-Marke bereits im Herbst. Neben Maske und Abstand kehren die Themen um die Impfstoffe gegen die verschiedenen Mutationen sowie regelmäßige, zuverlässige Tests wieder auf die Titelseiten der Nachrichtenseiten zurück.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

Inhaltsverzeichnis:


    XPhyto – Enorme Schlagzahl

    Im vergangenen Jahr hoffte man noch nach dem ersten Lockdown auf ein schnelles Ende der Pandemie und eine Rückkehr zu einem freien Leben, wie man es vor Corona kannte. Nun, nach mehr als einem Jahr später, dürfte jedem klar sein, dass wir mit dem Virus, in welcher Variante er auch aktuell vorherrscht, leben müssen. Die Profiteure, so makaber es auch klingen mag, sind neben den Impfstoffproduzenten die Entwickler von Schnelltests und Diagnostika. Der weltweite Markt für Schnelltests soll laut einer Studie bis 2023 um jährlich rund 9 % auf ein Gesamtvolumen von knapp 40 Mrd. USD wachsen.

    Gut in Stellung hat sich in diesem hart umkämpften Markt der biowissenschaftliche Accelerator XPhyto gebracht, dessen Schwerpunkt auf Investitionen in die nächste Generation von Arzneimittelverabreichungen, Diagnostika und neue pharmazeutische Wirkstoffe liegt. In Bezug auf COVID Tests konnte in Zusammenarbeit mit einem deutschen Partner Ende Mai mit dem Verkauf des COVID-19 RT-PCR-Testsystems "Covid-ID Lab" in Deutschland begonnen werden. Der Vorteil des angebotenen Tests ist es, dass Covid-ID Lab nur eine 20-minütige PCR-Laufzeit ohne vorherige RNA-Extraktion als Teil der Probenvorbereitung benötigt. Das Produkt soll die Lücke zwischen Einweg-Antigentests und zentralisierten automatisierten PCR-Systemen schließen. Zielkunden sind neben Flughäfen, Kreuzfahrtschiffen, Apotheken und medizinischen Versorgungseinrichtungen auch Industrie- und Ausbildungsstandorte, bei denen ein schnelles Ergebnis erforderlich ist.

    In der vergangenen Woche vermeldete XPhyto eine strategisch wichtige Übernahme für die Zukunft. Mit der 3a-diagnostics GmbH erwarb man für einen Kaufpreis von 3,7 Mio. EUR ein wichtiges Puzzleteil für die Entwicklung von Diagnostika. Bereits seit Anfang des vergangenen Jahres kooperieren die beiden Unternehmen bei unterschiedlichsten Forschungsthemen. Im Fokus stehen die gemeinsame Entwicklung und Kommerzialisierung von kostengünstigen und einfach zu bedienenden Biosensor-Screening-Tests und den dazugehörigen Entwicklungsplattformen für den schnellen Nachweis von Infektionskrankheiten. Unter anderem waren die Frickenhausener auch Teil der Forschung beim neu vermarkteten 25-Minuten-PCR-Tests COVID-ID Lab.

    XPhyto steht auf mehreren Standbeinen und wächst sowohl organisch als auch durch gezielte Zukäufe. Die Marktkapitalisierung beträgt 78,6 Mio. EUR. Durch die Vielzahl der Projekte sind die Kanadier langfristig ein spannender Player am Diagnostikmarkt.

    Morphosys – Daumen gesenkt

    Das sieht nicht gut aus für den Chart des Biotech-Unternehmens Morphosys. Nach dem Bruch der wichtigen Unterstützungslinie bei 55 EUR sackte der Kurs mit mehr als 6% Verlust auf 51,20 EUR ab, was ein Dreijahrestief bedeutet. Nächster Halt wäre die Marke um 50 EUR. Sollte diese markante Unterstützung gerissen werden, ist ein Rutsch auf 40 EUR durchaus wahrscheinlich.

    Grund für den Ausverkauf war eine überraschende Senkung der Umsatzziele für das Gesamtjahr 2021, nachdem schon im ersten Quartal vom Management verkündet wurde, dass sich der Umsatz wegen sehr volatiler Produktionsumsätze halbieren und Morphosys erneut Verluste schreiben könnte. Die geringeren Produktionsumsätze des Krebsmittels Monjuvi, das Morphosys in den USA zusammen mit Incyte vermarktet, zwingt das Unternehmen nun, die Erlöse nach unten zu schrauben. Der Umsatz dürfte 2021 nun 155 bis 180 Mio. EUR erreichen, nachdem bisher noch mit bis zu 200 Mio. kalkuliert wurde.

    Außerdem wuchsen die Kosten unter anderem bei Forschung und Entwicklung sowie dem Vertrieb stärker als erwartet. Zusätzlich tragen die hohen Ausgaben, die durch die Übernahme von Constellation Pharmaceuticals erzeugt wurden, am schwächeren Ergebnis bei. Die betrieblichen Aufwendungen lägen nun bei 435 bis 465 Mio. EUR nach zuvor geschätzten 385 Mio. EUR. Wir raten: Finger weg!

    BioNTech – Gut im Geschäft

    Deutlich positiver verlaufen im Moment sowohl die Geschäfte als auch der Aktienkurs des deutschen Impfstoffherstellers BioNTech. Nach einem neuen Allzeithoch läuft die Aktie nachrichtengetrieben ohne Schwächezeichen weiter. Sollten Sie investiert sein, empfehlen wir, einen Stopp unter das in der vergangenen Woche aufgerissene Gap bei rund 260 USD zu legen und die Gewinne laufen zu lassen.

    Weitere größere Aufträge kamen in der vergangenen Woche aus den USA. Weil die Regierung Vorbereitungen für die Impfung jüngerer Kinder und möglicherweise nötige Auffrischungsimpfungen für Erwachsene treffe, wurden erneut 200 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer geordert, wobei die Hälfte bis zum Jahresende geliefert werden sollen. Damit erhöht sich laut BioNTech die Gesamtzahl, die basierend auf der existierenden Liefervereinbarung von den beiden Unternehmen an die US-Regierung ausgeliefert werden soll, auf 500 Mio. Impfstoffdosen.


    Der Corona-Virus wird uns noch lange begleiten. Durch die Bildung verschiedener Varianten werden in den nächsten Jahren weitere Vakzine entwickelt, die weitere Milliardeneinnahmen versprechen. Neben den Impfstoffherstellern wie BioNTech oder Moderna werden auch Diagnostikproduzenten oder Anbieter von Schnelltests wie XPhyto profitieren.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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