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10.03.2021 | 05:10

Biontech, Curevac, Cardiol Therapeutics: Biotech-Raketen auf der Startrampe

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Dass die Gesundheit das höchste Gut ist, wussten wir alle. So richtig bewusst ist es uns aber erst seit rund einem Jahr: In einer Pandemie ist alles anders. Arbeit, Familie, Freizeit – es gibt keinen Bereich im Leben, der aktuell nicht im Zeichen von Covid-19 steht. Doch auch wenn langsam aber sicher die Lockdown-Müdigkeit einsetzt, sollten Anleger hellwach bleiben. In vielen Branchen werden aktuell die Weichen für die Zukunft gestellt – gerade in der Pharma- und Biotech-Branche. Grund genug, sich drei Titel näher anzusehen.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp
ISIN: CA14161Y2006 , US09075V1026 , NL0015436031


Biontech: Wie geht es für die Impf-Hoffnung weiter?

Die Aktie von Biontech war über viele Monate ein Anleger-Liebling. Auch heute hat der Wert fundamental noch immer einiges zu bieten. Das Unternehmen ist führend in der mRNA-Technologie und war damit als erstes weltweit erfolgreich bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19. Aktuell zeigt sich, dass es sich gelohnt hat, bei der Impfstoffentwicklung neue Wege zu gehen. Das Präparat von Biontech ist äußerst wirksam und fast noch wichtiger: Es ist geeignet, Infektionsketten zu unterbrechen. Auch deswegen sprechen sich inzwischen immer mehr Experten dafür aus, auch die jüngeren Menschen mit Biontech zu impfen. Wenn Personen mit vielen Kontakten damit geimpft sind, kann das epidemiologisch einen bedeutenden Effekt haben, so die Annahme.

An der Börse hat die Aktie in den letzten drei Monaten rund 27% verloren. Das ist angesichts des Anstiegs in den Monaten davor kein Beinbruch, allerdings scheint der Schwung aus der Aktie raus zu sein. Dass der Wert wie noch im Herbst von einem Hoch zum nächsten eilt, ist aktuell eher unwahrscheinlich. Auch wenn Biontech ein hervorragendes Unternehmen ist, fehlt der Aktie aktuell Esprit.

Curevac: Aktie kommt nicht in Schwung

Ähnlich wie auch Biontech geht es dem Tübinger Konkurrenten Curevac. Auch die Tübinger haben sich auf die mRNA-Technologie fokussiert und scheinen einen wirksamen impfstoff entwickelt zu haben, der sich aktuell in einem Zulassungsverfahren innerhalb der EU befindet. Mit Novartis wurde auch ein Partner zur Herstellung des Impfstoffs gefunden. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen noch in diesem Jahr 50 Mio. Dosen auf den Markt bringen. 2022 sollen es weitere 200 Mio. Impfdosen sein. Auf Sicht von drei Monaten entwickelt sich die Aktie von Curevac aber noch schlechter als Biontech und verliert rund 37%. Es scheint, als sei nach Marktreife der ersten Impfstoffe auch die Fantasie rund um die Aktien verflogen.

Cardiol Therapeutics: Hier stimmen Story und Bewertung

Trotzdem ist klar, dass uns Covid-19 und dessen Mutationen noch viele Jahre begleiten werden. Auch die oben genannten Impfstoffhersteller werden ihre Präparate anpassen und in neuen Versionen auf den Markt bringen. Ähnlich, wie das bereits bei Grippeschutzimpfungen geschieht. Ein Fokus dürfte in Zukunft auch darauf liegen, schwere Verläufe abzumildern oder Patienten mit verschiedenen Vorerkrankungen erfolgreich zu therapieren. In diesem Zusammenhang entwickelt das Biotech-Unternehmen Cardiol Therapeutics seinen Wirkstoff CardiolRx™, um damit entzündliche Herzerkrankungen zu behandeln.

Für die Behandlung von Folgeschäden im Verlauf der Covid-19-Erkrankung hat der Wirkstoff bereits die klinische Phase 1 durchlaufen, eine Phase 2/3-Studie beginnt in Kürze. Auch für andere Indikationen, wie akute Myokarditis und diastolische Herzinsuffizienz, sind Studien geplant. Das Biotech-Unternehmen setzt bei seinem Wirkstoff auf eine hochkonzentrierte Dosis Cannabidiol, die trotz oraler Einnahme eine hohe Wirksamkeit gewährleistet. Präklinische Studien zeigen signifikante Effekte auf erkranktes Herzgewebe. Kardiovaskuläre Komplikationen sind häufige Folgen von schweren Verläufen im Zusammenhang mit Covid-19 und führen auch unabhängig davon zu vielen Todesfällen.

Cardiol Therapeutics hat neben CardiolRx™ auch ein kommerzielles CBD-Präparat entwickelt. Es zeichnet sich durch seine bemerkenswerte Reinheit und durch die Freiheit von THC aus. Diese Präparate sind besonders bei älteren Patienten beliebt. Mit diesem zweiten Standbein will das Biotech-Unternehmen nun an der Börse durchstarten. Erst kürzlich gab Cardiol Therapeutics bekannt, dass es seinen Antrag auf Börsennotierung an der Nasdaq gestellt hat, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Nasdaq und der Erfüllung aller geltenden Börsenkriterien und -anforderungen. Zugleich gelang es dem Unternehmen, mittels Ausübungen von Bezugsrechten, weitere 10 Mio. USD an Kapital aufzunehmen.** Das gibt Cardiol Therapeutics finanziellen Spielraum und macht weitere Kapitalmaßnahmen in naher Zukunft wenig wahrscheinlich.

Das Listing an der Nasdaq dürfte darüber hinaus dafür sorgen, dass die relative Unterbewertung des Unternehmens im Vergleich zu anderen Biotech-Gesellschaften am Markt noch besser sichtbar wird. Erst vor wenigen Wochen wurde in den USA das Biotech-Unternehmen GW Pharmaceuticals, das ebenfalls Wirkstoffe aus der Cannabis-Pflanze einsetzt, für mehr als 7 Mrd. USD übernommen. Die Markkapitalisierung von Cardiol Therapeutics beträgt nur wenig mehr als 100 Mio. USD.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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