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20.07.2022 | 04:30

Rheinmetall, Alpha Copper, K+S AG – Führend in den Zukunftsbranchen

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  • Energiewende
Bildquelle: pixabay.com

Die Außenministerin Annalena Baerbock steht beim globalen Kampf gegen die Klimakrise vor großen Herausforderungen. „Einen weiteren Aufschub und Kompromisse können wir uns als Welt insgesamt einfach nicht leisten", warnte die Grünen-Politikerin am Dienstag in Berlin vor dem Abschluss des Petersberger Klimadialogs. Somit beschleunigt die Bundesregierung den Wechsel zu erneuerbaren Energien, koste es, was es wolle. Als Resultat wird die Nachfrage nach Kupfer stark ansteigen. Aktuell korrigiert jedoch das rote Metall, eine neue Einstiegsmöglichkeit bei attraktiven Produzenten ist noch einmal gegeben. Ebenfalls steigen dürfte die Nachfrage nach Düngemitteln. Auch hier dürften Anleger nach der vergangenen Korrektur neue Chance wittern.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: ALPHA COPPER CORP | CA02074D1087 , K+S AG NA O.N. | DE000KSAG888 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    K+S – Neue Chance nach Kurshalbierung

    Der Gewinner der ersten Wochen nach der Invasion Russlands, der fünftgrößte Kali-Hersteller weltweit, die K+S AG, ist nach dem Höhenflug nahe 40 EUR wieder zurück auf den Boden der Tatsachen gelandet. Aktuell notiert das Papier der Kasseler bei 20 EUR und damit auf dem Niveau vor der Verkündung der Sanktionen gegen Russland. Bei einem Bruch der Unterstützung bei 18,85 EUR wäre ein weiterer Rücksetzer in den Bereich um 16,50 EUR möglich und die Jahresperformance würde sich dann sogar in den roten Bereich bewegen.

    Vor den Zahlen zum zweiten Quartal haben die Analysten der DZ Bank die Einstufung auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 37,00 EUR belassen. Dabei geht der Analyst Axel Herlinghaus davon aus, dass der Dünger- und Salzkonzern am 11.8.2022 ein sehr starkes Ergebnis vorlegen dürfte. Die jüngste Kurskorrektur spiegele den bis weit in das Jahr 2023 reichenden hohen Anspannungsgrad der Angebots-Nachfrage-Relation auf dem Kali-Markt nicht adäquat wider. Das Chance-Risiko-Verhältnis der Aktie sei somit auch mit Blick auf eine mutmaßlich sehr hohe 2022er-Dividende attraktiv.

    Fundamental gab die K+S AG in einer Pressemitteilung bekannt, mit der Abdeckung seiner Rückstandshalden des Kaliwerks Werra in Hattorf und Wintershall zu starten. Zunächst stehen mit dem Baustart auf dem Haldentop in Hattorf die Plateauabdeckungen im Vordergrund, die Flankenabdeckungen folgen später. Langfristig werden die weißen Berge des Werratals grün, und die Umwelt wird nachhaltig entlastet. Im Frühjahr hatte K+S bereits angekündigt, die Kalihalde am Werk Neuhof-Ellers abzudecken und zu begrünen. „Mit der Abdeckung aller Halden werden wir einen großen Beitrag zu einer dauerhaften Reduzierung der Umweltbelastung im Zusammenhang mit der Kaliproduktion im Werra-Fulda-Revier leisten“, sagte CEO Dr. Burkhard Lohr.

    Alpha Copper – Langfristige Bodenbildung möglich

    Durch seine Leitfähigkeit ist Kupfer einer der wichtigsten Rohstoffe, wenn es um die Klimawende geht. Experten prognostizieren, dass in den nächsten 25 Jahren mehr Kupfer abgebaut wird als in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Die Analysten von Goldman Sachs sehen im roten Metall „das neue Öl“ und prognostizierten bereits 2020 einen langfristigen Superzyklus. Zudem sehen die Experten der US-Investmentbank bis 2025 Preise von rund 15.000 USD/t. Auf aktuellem Niveau, die Tonne des knappen Rohstoffes korrigierte aufgrund Rezessionsängsten von über 10.000 USD auf aktuell 7.500 USD, würde dies einer Verdopplung gleichkommen.

    Noch gravierender sieht die Korrektur bei den Produzenten oder Explorationsunternehmen aus. So gab der Kurs von Alpha Copper, einem jungen aussichtsreichen kanadischen Kupferunternehmen um über 70% auf 0,36 CAD nach, der Börsenwert beträgt im Augenblick knapp 18 Mio. CAD.

    Im Gegensatz zum Kurs geht die fundamentale Entwicklung der beiden Projekte, die in British Columbia in Kanada liegen, in die richtige Richtung. Beim wichtigsten Projekt Indata hält Alpha Copper eine Earn-in-Option auf eine 60%-Beteiligung. Die 3.189 Hektar große Liegenschaft, mit erstklassiger Infrastruktur ausgestattet, besitzt insgesamt 16 Claims und befindet sich in der Nachbarschaft des aussichtsreichen Kwanika-Projeks von Northwest Copper, ein Projekt mit bislang hochgradigen Funden (57,7 Mio.t mit 0,48% Kupfer und 0,55 g/t Gold) besticht. Im Ganzen wurden auf Indata bislang vier Kupfervererzungs-Zonen entdeckt, wobei historische Bohrergebnisse unter anderem 148m mit 0,2% Kupfer, davon 24,1m mit 0,37% Kupfer, erbrachten. Insgesamt sind auf der Liegenschaft für dieses Jahr rund 5000 Bohrmeter geplant.

    Daneben wurde auf dem 4.613 Hektar großen Kupfer- und Molybdänprojekt Okeover, auf das Alpha Copper eine Option zum 100%-Erwerb besitzt, früher als erwartet ein Programm 2.000m gestartet, mit dem Ziel, die Lake-Zone zu erweitern. Eine Bohrung aus dem Jahr 2007, nahe der westlichen Grenze dieser Zone, wies kumuliert 76m mit 0,34% Kupfer und 0,02% Molybdänsulfid nach, darunter ein Abschnitt von 19m mit 0,42% Kupfer und 0,02% Molybdänsulfid aus. Bereits 2023 plant das Management die Veröffentlichung einer Ressourcenschätzung gemäß des kanadischen Standards NI 43-101. Die Entwicklung der beiden Liegenschaften steht noch am Anfang, Potenzial ist jedoch deutlich vorhanden

    Rheinmetall AG – Weitere Auftragsflut

    Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine und der Verkündung vieler westlicher NATO-Staaten und Partnern, ihre Wehretats deutlich zu erhöhen, kann sich die Rheinmetall AG kaum mehr vor Aufträgen retten. Aktuell erwartet der Haus- und Hoflieferant der Deutschen Bundeswehr mehr als 100 Exemplare des Schützenpanzers Puma an die Bundeswehr zu verkaufen. „Gestern ist die Entscheidung im Ministerium gefällt worden, dass 111 Puma zweifellos bestellt werden", sagte Vorstandschef Armin Papperger am Donnerstag am niedersächsischen Konzernstandort Unterlüß.

    Unterdessen hat die Schweizer Großbank UBS das Kursziel für die Rheinmetall-Aktie von 251 EUR auf 226 EUR gesenkt und das Votum „Buy“ bestätigt. Die Analysten um Sven Weier überarbeiteten in einer Branchenstudie ihr Modell mit Blick auf die jüngsten konjunkturellen Unsicherheiten, die die Stimmung für den europäischen Kapitalgütersektor deutlich belasteten.

    Nach dem Ausverkauf bei Kupfer ergeben sich auf verbilligtem Niveau attraktive langfristige Einstiegschancen. Alpha Copper befindet sich in einem relativ frühen Unternehmensstadium, die Liegenschaften bieten jedoch aufgrund der Nähe zu bereits produzierenden Minen Potenzial. Analysten sehen die Aktie von K+S positiv, bei Rheinmetall wurde das Kursziel gesenkt.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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