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26.04.2022 | 05:55

Chip-Branche boomt: Was machen Mercedes-Partner Brainchip, Nvidia und Infineon?

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Bildquelle: pixabay.com

Chip-Aktien haben es derzeit schwer, obwohl der Markt unterversorgt ist und es wohl noch länger so bleiben wird. Das haben auch die Zahlen von Halbleiterausrüster ASML verdeutlicht. Die Bestellungen beim weltweit größten Anbieter von Lithografiesystemen für die Halbleiterproduzenten lagen in den ersten drei Monaten des Jahres 2022 bei rund 7 Mrd. EUR und damit deutlich über den Markterwartungen. Zudem hat ASML die Ziele bis zum Jahr 2025 angegeben. Das Unternehmen will angesichts der großen Nachfrage die Produktionskapazitäten ausweiten. Von diesen positiven Branchenperspektiven sollte auch Mercedes-Partner BrainChip profitieren. Und natürlich Branchenschwergewichte wie Nvidia und Infineon.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , NVIDIA CORP. DL-_001 | US67066G1040 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004

Inhaltsverzeichnis:


    Mercedes-Partner Brainchip mit der nächsten Kooperation

    Einer der wohl spannendsten börsennotierten Chip-Newcomer ist BrainChip. Das australische Technologie-Unternehmen arbeitet an Lösungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens. Der Akida-Chip ist das aktuelle Flagschiff des Unternehmens. Dabei handelt es sich um einen neuromorphen Prozessor. Dieser soll der Arbeitsweise des Gehirns sehr nahe kommen und dadurch insbesondere sehr energieeffizient sein. Einsatzgebiete sieht BrainChip beim autonomen Fahren, IoT-Geräten, in der Robotik, der medizinischen Diagnostik oder der Sicherheitstechnik. Für Furore sorgten die Australier zum Jahreswechsel, als bekannt wurde, dass Akida im ConceptCar EQXX von Mercedes verbaut ist und wodurch unter anderem die "Hey, Mercedes"-Sprachsteuerung bis zu zehnmal effizienter sein soll, als die herkömmliche Sprachsteuerung. Auch von Interesse seitens der US Air Force war zu lesen. In der Folge explodierte die Aktie auf 1,20 EUR. Im Rahmen der allgemeinen Schwäche an den Börsen ist der Kurs wieder auf 0,60 EUR zurück gekommen. Dabei gibt das Unternehmen operativ weiter Gas.

    Zuletzt hat BrainChip eine Kooperation mit der nViso SA gemeldet. Die Technologie des Schweizer Unternehmens ist nach eigenen Angaben als einzige in der Lage, Signale des menschlichen Verhaltens wie Gesichtsausdrücke, Emotionen, Identität, Kopfhaltung, Blicke, Gesten, Aktivitäten und Objekte, mit denen Nutzer interagieren, zu analysieren. In der Robotik und bei Fahrzeuganwendungen erkennt die Analyse des menschlichen Verhaltens den emotionalen Zustand des Nutzers, um individuelle, adaptive, interaktive und sichere Geräte und Systeme bereitzustellen. Diese Technologie soll in den Akida-Prozessoren von BrainChip integriert werden. Erste Anwendungsmöglichkeiten sehen die Partner im Bereich von Robotern und Überwachungssystemen. BrainChip-CEO Sean Hehir: „Die KI-Systeme von nViso für die Analyse des menschlichen Verhaltens bieten faszinierende Möglichkeiten in Häusern, Autos, Gebäuden, Krankenhäusern und mehr. Wir freuen uns, diese Funktionen mit der Verarbeitungsleistung und der Energieeffizienz von BrainChip zu unterstützen.“ Dies dürfte nicht die letzte interessante News von BrainChip in diesem Jahr gewesen sein.

    Nvidia: Deutsche Bank reduziert Kursziel

    Nvidia gehört zu den Lieblingen der deutschen Anleger. Regelmäßig findet man die Aktie in den Top 5 der meistgehandelten Aktien. Nicht ohne Grund. Das Technologieunternehmen mischt mit seinen Chips in zahlreichen Megatrends wie Gaiming, autonomes Fahren und Metaverse mit. Wie BrainChip kooperiert auch Nvidia mit Mercedes. So wird Mercedes ab 2024 gemeinsam mit Nvidia Softwarepakete für automatisierte Fahrfunktionen anbieten. Dabei werden die US-Amerikaner sowohl über den Verkauf der Hardware als auch über eine Umsatzbeteiligung an Software-Updates verdienen. Mit der
    Nvidia-Aktie war in diesem Jahr noch nichts zu verdienen. Sie hat bisher rund ein Viertel an Wert verloren. Auch Analysten sind derzeit skeptisch. Zuletzt hatte die Deutsche Bank das Kursziel von 285 USD auf 255 USD reduziert. Die Einschätzung lautet weiterhin „hold“. Quartalszahlen wird Nvidia voraussichtlich erst Ende Mai veröffentlichen. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen liegen bei einem Quartalsgewinn pro Aktie in Höhe von 1,08 USD (Quelle: Zacks Investment Research basierend auf 10 Analystenschätzungen). Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 0,78 USD je Aktie verdient.

    Infineon: Analysten kurzfristig skeptisch

    Zu den ganz wenigen erfolgreichen deutschen Chip-Herstellern gehört Infineon. Doch auch bei dieser Aktie sind Analysten derzeit zurückhaltend. Jefferies hat die Einstufung "Underperform" bestätigt. Das Kursziel liegt bei 26 EUR. Nach Einschätzung der Analysten läuft es in der Branche und die Zahlen der europäischen Halbleiterunternehmen im ersten und zweiten Quartal dürften die Erwartungen übertreffen. Allerdings sei das positive Überraschungspotenzial bei den Bruttomargen begrenzt und der aktuelle Halbleiterzyklus schon weit fortgeschritten. Daher dürften die Aktienkurse der Chip-Hersteller unter Druck bleiben. Etwas höher liegt das Kursziel von Barclays für die Infineon-Aktie. Allerdings wurde es von 45 EUR auf 30 EUR deutlich reduziert. Die Einstufung lautet weiterhin "Equal Weight". Langfristig bewerten die Barclays-Analysten die Perspektiven der gesamten Branche als positiv. Allerdings könnte es zu einem kurzfristigen Abschwung kommen. Derzeit notiert die Infineon-Aktie bei rund 27 EUR.


    Die Chip-Branche profitiert von einer Unterversorgung und langfristigen Megatrends wie dem autonomen Fahren. Davon werden auch Nvidia und Infineon profitieren. Ein echter Hot-Stock ist BrainChip. Partner wie Mercedes zeigen, dass die Australier auf einem guten Weg sind.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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