Menü schließen




19.10.2023 | 04:55

Wasserstoff-Hausse voraus? Nel, Nikola und First Hydrogen Aktien zum Einstieg bereit?

  • Wasserstoff
  • Brennstoffzellen
  • Elektromobilität
Bildquelle: First Hydrogen

Der Abverkauf bei Aktien aus den Bereichen der Energie- und Mobilitätswende im laufenden Jahr lockt zum Einstieg. Denn die Marktentwicklung ist weiterhin positiv. Beispielsweise hat die Förderung von Wasserstoff in den USA und Europa konkrete Formen angenommen. Allein die EU, Norwegen und Großbritannien wollen zusammen bis 2030 die Elektrolyse-Kapazitäten von aktuell 143 MW auf 138 GW vervielfachen. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit bis zur nächsten Wasserstoff-Hausse sein. Auch Robert Campbell ist zuversichtlich: „Wir treten in einen Superzyklus der Erneuerbaren Energien ein.“ So der CEO von First Hydrogen auf dem International Investment Forum. Das kanadische Unternehmen entwickelt Wasserstoff-Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge und steht vor einem wichtigen Event. Bei Nel stehen unter anderem die kommenden Quartalszahlen im Fokus. Können die Norweger vielleicht überraschen? Nikola hat von einem Meilenstein berichtet, aber die Aktie hat ihre Gewinne aus dem Sommer fast vollständig abgegeben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , NIKOLA CORP. | US6541101050 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042

Inhaltsverzeichnis:


    First Hydrogen: Potenzial für Jahresendspurt

    Bietet sich bei First Hydrogen gerade eine spannende Einstiegsgelegenheit? Wenn man die Ausführungen von CEO Robert Campbell auf der virtuellen Investorenkonferenz IIF verfolgte, ist dem so. So ziehe die Nachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen derzeit kräftig an. Insbesondere Nutzfahrzeuge werden von immer mehr Firmen gesucht, um die Flottenemissionen in den kommenden Jahren zu reduzieren. Ihnen will das kanadische Unternehmen ein Wasserstoff-Brennstoffzellen-Nutzfahrzeug bieten. Seit November 2022 haben gleich mehrere Flottenbetreiber – unter anderem RIVUS – in Großbritannien ausführliche Straßentests durchgeführt. Die Ergebnisse waren allesamt überzeugend – auch im Vergleich zu Modellen mit Batterie. Die Reichweite liegt bei mehr als 630 km und die Betankung erfolgt innerhalb von 5 Minuten. Damit ist die Zeit reif für den Eintritt in den Massenmarkt.

    Um den Verkauf anzukurbeln hat First Hydrogen rund 20 UK-Flottenbetreiber zu einem „Track Day“ Ende Oktober eingeladen. Auf einer Testtrecke bei Birmingham kann sich jeder von der Leistungsfähigkeit der leichten Nutzfahrzeuge (FCEV) von First Hydrogen überzeugen. Die vor Ort anwesenden potenziellen Kunden verfügen gemeinsam über eine Flotte von über 250.000 Fahrzeugen. Neben Testfahrten und technischen Details wird First Hydrogen auch darüber informieren, wie der Umstieg auf eine emissionsfreie Flotte konkret aussehen könnte.

    Steve Gill, CEO von First Hydrogen Automotive: "Wir sind überwältigt von dem Interesse, das uns Flottenbetreiber hinsichtlich einer Erprobung unserer Fahrzeuge entgegengebracht haben. Es besteht Zeitdruck für Fuhrparks, ihre Emissionsziele zu erfüllen. Unser Ziel ist es, die teilnehmenden Flottenmanager und Betriebsspezialisten mit einem klareren Bild von den Fähigkeiten der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Fahrzeuge von First Hydrogen nach Hause zu schicken, das ihnen als Entscheidungsgrundlage für den Kauf von emissionsfreien Flottenfahrzeugen dient." Es ist also möglich, dass sich Aktionäre noch im laufenden Jahr über einen positiven Newsflow zu ersten Vorbestellungen freuen können. Zur Präsentation von Robert Campbell auf dem IIF geht es hier.

    Nel: Die Spannung steigt

    Auf neue Auftragsmeldungen warten Aktionäre bei Nel schon länger. Außer einer „aufgewärmten“ Meldung über die geplante Fabrik im US-Bundesstaat Michigan war es den Sommer über erstaunlich ruhig bei den sonst so kommunikativen Norwegern.

    Im besten Fall hat man sich auf die Abarbeitung des Auftragsbestands konzentriert und kann entsprechend positive Quartalszahlen berichten. Die Veröffentlichung des Berichtes über das dritte Quartal ist für den kommenden Mittwoch (25.10.) geplant. Im zweiten Quartal hatte Nel den Verlust überraschend stark reduzieren können. Aber das Geschäftsmodell bleibt eben weiterhin deutlich defizitär. Entsprechend halten sich die Gerüchte, dass der Wasserstoff-Spezialist bis zum Erreichen des Break-even noch eine Kapitalspritze benötigen wird. Die Unsicherheit über das Ausmaß einer Kapitalerhöhung belastet seit Monaten den Kurs. Da überrascht es nicht, dass die Aktie auf unter 8 NOK abgerutscht ist. Damit notiert sie so niedrig wie seit 2019 nicht mehr.

    Nikola: Meilenstein in Nordamerika

    Während sich First Hydrogen auf leichte Wasserstoff-Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge konzentriert, will Nikola den Markt für schwere LKW mit emissionsfreien Modell aufrollen. Dabei hat das von Skandalen gebeutelte Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen einen Meilenstein erreicht. So hat man in der Fabrik im US-Bundesstaat Arizona die Markteinführung gefeiert. "Heute feiern wir die offizielle Markteinführung unserer hochmodernen Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektro-LKW auf dem nordamerikanischen Markt. Dies ist ein Beweis für die unermüdliche "Can Do"-Einstellung unseres Teams und bringt uns der Verwirklichung unserer Vision eines nachhaltigen und effizienten Transportwesens einen Schritt näher", sagte Steve Girsky, CEO von Nikola. Im laufenden vierten Quartal soll die Auslieferung von Fahrzeugen an Kunden in großem Umfang erfolgen.

    Nikola und seine Händler hätten bisher 223 unverbindliche Bestellungen von 23 Kunden erhalten. Namhafte Flottenbetreiber wie J.B. Hunt, AJR Trucking, Biagi Bros. und TTSI würden inzwischen auf der Kundenliste stehen.


    Der Abverkauf bei Aktien aus den Bereichen der Energie- und Mobilitätswende lockt zum Einstieg. Doch Anleger sollten genau hinsehen. Die Marktkapitalisierung von Nel liegt beispielsweise immer noch bei sportlichen 12,9 Mrd. NOK. Eine große Kapitalerhöhung würde voraussichtlich zu weiter fallenden Kursen führen. Aber dann wäre zumindest die Unsicherheit aus dem Markt. Mit einer Marktkapitalisierung von 95 Mio. CAD spielt First Hydrogen in einer anderen Börsenliga und auch operativ ist man noch nicht so weit wie Branchengröße Nel. Genau dies birgt Chancen. In den vergangenen Monaten haben die Kanadier bewiesen, dass ihre Fahrzeuge marktreif sind. Werden jetzt auch noch die ersten Bestellungen gemeldet, sollte der Aktienkurs deutliches Potenzial haben. Dass sich ein Kurs innerhalb kurzer Zeit vervielfachen kann, hat Nikola im Sommer gezeigt. Doch dies war sicher zu viel des Guten. So ist die Aktie von 2,67 USD wieder auf rund 1 USD zurückgekommen. Damit ist das Unternehmen aber immer noch nicht günstig und es braucht deutlich mehr Bestellungen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Stefan Feulner vom 27.04.2026 | 05:10

    ITM Power, dynaCERT, Nel Asa – Maximale Rebound-Chancen

    • Wasserstoff

    Nach dem massiven Absturz der vergangenen Jahre könnte die Wasserstoffbranche vor einem Comeback stehen. Zwei Fakten sorgen jetzt für neuen Rückenwind. Zum einen der explodierende Energiehunger durch KI-Rechenzentren, zum anderen die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten, die das Ölangebot verknappen und Preise treiben. Der Druck, unabhängiger von fossilen Energien zu werden, wächst rasant. Nach der Bereinigung treffen nun niedrige Bewertungen auf strukturell steigende Nachfrage. Für Anleger entsteht ein klassisches Rebound-Szenario mit erheblichem Potenzial.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 27.04.2026 | 04:00

    Raketen, Rendite, Recycling: Investoren spüren geopolitischen Rückenwind für Nel ASA, RE Royalties und Tomra Systems

    • Finanzierung
    • Nachhaltigkeit
    • ESG
    • Hightech
    • Alternative Energien
    • Wasserstoff

    In einem Umfeld politischer Instabilität und wachsender Unsicherheit wird deutlich: Investitionen in Nachhaltigkeit sind längst nicht mehr nur ein ESG-Thema, sondern ein geopolitischer und ökonomischer Imperativ. Denn die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wird zunehmend als strategisches Risiko wahrgenommen. Entsprechend wächst der Druck, alternative Energiequellen und nachhaltige Infrastrukturen nach vorne zu bringen. Für Investoren eröffnet sich damit ein struktureller Wachstumsmarkt, der weit über kurzfristige Krisenreaktionen hinausgeht. Im Rampenlicht stehen Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette, sie profitieren unterschiedlich stark von diesem Wandel: Während RE Royalties als Finanzierer nachhaltiger Projekte auf stabile Cashflows aus erneuerbaren Energieanlagen setzt, adressiert Tomra Systems mit Recycling- und Kreislauflösungen zentrale Ressourcenfragen der Zukunft. Nel ASA wiederum steht stellvertretend für die Hoffnung auf eine Wasserstoffwirtschaft, kämpft jedoch noch mit den typischen Herausforderungen einer jungen Industrie. Wir rechnen nach.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 24.04.2026 | 04:15

    Iran und die 100 USD - Totaler Öl-Wahnsinn treibt ITM Power, Zefiro Methane, thyssenkrupp, nucera und Nel ASA

    • Alternative Energien
    • Wasserstoff
    • Methan
    • Umweltschutz
    • Öl & Gas

    Verrückte Zeiten für Investoren. Nach einigem Hin und Her zwischen Washington und Teheran steigt die Unsicherheit über den Fortgang des Konflikts weiter an. Damit bleibt der Markt auch zum Wochenende sehr volatil, die Ölpreise der Sorte Brent oszillierten in den letzten 10 Handelstagen zwischen 82 und 104 USD munter umher, woran soll sich der Anleger hier noch anlehnen? Vielleicht lohnt ein Blick auf die Peergroup des Ölsektors oder auch ein erneuter Versuch im Bereich alternativer Energien. Hier hatte Plug Power zuletzt ein wahres Feuerwerk entzündet. Doch was machen ITM Power, Nel ASA, thyssenkrupp und nucera in diesem Umfeld? Und dann wäre da noch der Neuling Zefiro Methane, mit einem Ansatz, der die Aktie schnell in die nächste Liga befördern könnte. Wir dringen etwas tiefer in die Erdkruste ein.

    Zum Kommentar