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01.12.2021 | 04:44

Die Batterie-Lösung: IBU-tec, Meta Materials, BASF, Engie – Stoffe aus dem die Träume sind!

  • Rohstoffe
  • Batterie
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Ob E-Mobilität, Flugzeugtechnologie oder Erneuerbare Energien, so gut wie alle Hightech-Segmente der Industrie benötigen Rohstoffe und aufbereitete Materialien in immer größeren Mengen. Derzeit liegt das Problem in der Beschaffung, das treibt die Preise in unerwartete Höhen. Die für 2022 und Folgejahre relevanten Tonnagen sind in den aktuell produzierenden Minen kaum abbaubar. Leider stecken gerade in diesem Bereich viele Projekte erst am Anfang der Entwicklung oder arbeiten bereits am Limit. Die Politik versucht über langfristige Lieferabkommen mit Partnerländern eine gewisse Planungssicherheit für die heimische Industrie zu schaffen. Für uns ein Grund, bei wohlbekannten Hightech-Material-Produzenten vorbeizuschauen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: IBU-TEC ADV.MATER. INH.ON | DE000A0XYHT5 , Meta Materials Inc. | US59134N1046 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , ENGIE S.A. INH. EO 1 | FR0010208488

Inhaltsverzeichnis:


    IBU-tec – Nun wird eigenes Batteriematerial produziert

    Die IBU-tec advanced materials AG liefert Spezialchemie-Produkte für den Einsatz in Kathoden von LFP-Batteriezellen. Das Unternehmen aus Weimar ist eines der wenigen in Deutschland, das sich auf dieses Segment spezialisiert hat. Für IBU-tec gibt es nun auf der rechtlichen Seite eine Super- Meldung. Denn nach Auslaufen eines internationalen Patents, kann man mit der Produktion des eigenen LFP-Batteriematerials beginnen.

    Das relevante Produkt wird künftig unter dem Namen LFP 400 am Markt angeboten, die Anwendungsbereiche sind vielfältig und reichen vom Einsatz für Batterien in E-Autos, stationärer Energiespeicherung, Flurförderzeugen und Bootsmotoren bis hin zu industriellen und medizintechnischen Anwendungen. Bereits seit Anfang des Jahres verzeichnet IBU-tec eine hohe Nachfrage nach der eigenen Mixtur, für den Umsatzanstieg im kommenden Jahr haben sich die Weimarer daher weitere Rohstoffmengen gesichert und die Kapazitäten weiter ausgebaut. Strategisch konnte man mit einem asiatischen Global Player aus dem Kathodenbereich schon vor dem offiziellen Verkaufsstart des Produkts eine Kooperation vereinbaren. Darüber hinaus schloss IBU-tec auch eine Absichtserklärung mit dem europäischen Kathodenhersteller Blackstone Technology.

    Das eigene Batteriematerial bildet für IBU-tec im Rahmen der Strategie "IBU2025" einen wesentlichen Umsatz- und Wachstumstreiber in den kommenden Jahren, dabei könnte es bis 2025 sogar zu einer Umsatz-Verzehnfachung kommen, was dann letztlich 25 bis 30% der Konzernerlöse ausmacht. Für das Gesamtjahr erwartet IBU-tec weiterhin einen Umsatz zwischen 37 und 39 Mio. EUR, den man nach heutigen Erwartungen bis 2025 auf 80 bis 100 Mio. EUR steigern will. Die Aktie ist nach der kleinen Korrektur im Bereich 37 bis 41 EUR durchaus wieder einen Blick wert.

    Meta Materials – Zuerst Verwechslung, dann die Zahlen

    Es ist schon manchmal lustig an der Börse. Als jüngst Facebook seinen börsennotierten Mutterkonzern in Meta Platforms umfirmierte, kam es an einigen Tagen zu Kurssprüngen bei Meta Materials, vor allem in Deutschland. Da haben sich viele Anleger schlichtweg verklickt. Vielleicht ist dies auch ein Zeichen, dass neue Marktteilnehmer mittlerweile mit Aktien handeln, die ihre Erfahrung mit den verschiedenen Notierungen, Instrumenten und Kürzeln erst machen müssen. Auch im Jahr 2000 gab es hierzulande eine Verdreifachung der aktiven Aktionäre, was immer das hier zu bedeuten hat.

    Das originäre Unternehmen Firma Meta Materials (META®) ist jedenfalls als Experte auf dem Gebiet der Hightech-Materialien bekannt. Das Unternehmen aus Nova Scotia produziert eine Reihe von hochfunktionalen Materialien und Nanokompositen für diverse hochtechnische Anwendungen. Die firmeneigene Technologieplattform umfasst dabei die drei Kernkompetenzen Holografie, Lithografie und drahtlose Sensorik mit starker IT-Vernetzung und Einbettung von künstlicher Intelligenz (KI).

    META® hat nun die Ergebnisse für die ersten neun Monate 2021 bekannt gemacht. So stiegen die Gesamteinnahmen um 111 % auf 1,79 Mio. USD gegenüber 0,85 Mio. USD in den ersten neun Monaten des Jahres 2020. Der Nettoverlust betrug aufgrund hoher Investitionen in Q3 11,4 Mio. USD oder 0,04 USD pro Aktie. Der Nettobarmittelverbrauch für operative Tätigkeiten erreichte nach neun Monaten 15,6 Mio. nach zuvor 5,9 Mio. USD.

    Das Unternehmen verfügt nach wie vor über eine hohe Liquidität von 140,8 Mio. USD, dies ist eine gute Basis für die anstehende Erweiterung des Produktportefeuilles. Ein Teil davon, nämlich 72,1 Mio. USD, wurden nun für die Übernahme der Nanotech Security Corp. eingesetzt. Damit ist die Leistungsplattform wieder um einiges breiter geworden. Mit der nanooptischen Technologie bietet man Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen für Regierungsdokumente und Währungen sowie zur Authentifizierung für Marken.

    Die vorgelegten Zahlen zeigen einen schönen Wachstumstrend. Auch wenn der Breakeven noch einige Quartale entfernt liegt, zeigt META® schon jetzt schöne Absatzerfolge. Die Aktie hat zuletzt etwas an Boden verloren, die Marktkapitalisierung liegt aber immer noch bei gut 980 Mio. USD. Im aktuell sehr volatilen Umfeld ergeben sich gute Einstiegspunkte für spekulative Investoren.

    BASF – Ein gewaltiger Schritt in Richtung Klimaschutz

    Wer in Industrierohstoffen denkt, kommt in Deutschland an der BASF nicht vorbei. Das Unternehmen hat seinen Ursprung in der 1865 in Mannheim gegründeten Badischen Anilin- & Soda-Fabrik, heute ist die Zentrale in Ludwigshafen. BASF beschäftigt weltweit über 110.000 Mitarbeiter und ist an 390 Produktionsstandorten tätig. Mit einem Umsatz von geschätzt 77 Mrd. EUR im Jahr 2021 ist BASF der größte Chemiekonzern weltweit.

    Gerade im Kontext nachhaltig produzierter Industriegüter, kommt den Vor-Produkten von BASF sehr viel Bedeutung zu. Innerhalb der Batterietechnologie will man mit den Produktionsanlagen für Kathodenmaterialien in Skandinavien und Brandenburg ab 2022 alle Vorprodukte mit einer positiven Nachhaltigkeitsbilanz anbieten können. OEMs müssen durch sorgfältige Auswahl ihrer Zulieferer zum einen nachhaltig wirtschaften, zum anderen wollen sie ihren CO2-Abdruck mindern.

    Ein wesentlicher Klimaschutz-Schritt ist den Ludwigshafenern nun in der eigenen Energieversorgung gelungen. Der Chemiekonzern hat den französischen Konzern Engie SA langfristig als Lieferanten für erneuerbaren Strom gewonnen, um die CO2-Emission bei der Chemieproduktion zu senken. Im Rahmen des 25-jährigen Stromabnahmevertrags, der am 1. Januar 2022 in Kraft tritt, wird Engie BASF während der Vertragslaufzeit mit insgesamt bis zu 20,7 Terawattstunden erneuerbarem Strom beliefern. BASF ist als Chemiekonzern einer der energieintensivsten Unternehmen in Deutschland. Na wenn das nicht mal eine Meldung für die grüne Runde in Berlin wert ist.

    Die BASF-Aktie kam in der aktuellen DAX-Korrektur stärker unter Druck und eliminierte sämtliche Zugewinne aus dem Jahr 2021. Mit einem Kurs von 57,8 EUR steht der Chemieriese wieder auf dem Niveau von Mitte 2020. Maßgeblich für die Abwertung ist wohl die Verteuerung der Vorprodukte, die BASF nur zum Teil an seine Kunden weitergeben kann. Der Chart sieht nicht gut aus, daher vorerst nur beobachten, wer allerdings hohe Dividenden sucht, wird hier schon mal mit 5,3% fündig.


    Die Hype-Themen E-Mobilität und Klimaschutz treiben die Protagonisten im Kurs auf immer neue Höhen. In der letzten Woche begann allerdings eine kleine Gewinnmitnahme-Runde. Die neue COVID-Variante Omikron wurde zum Anlass genommen, ein wenig Luft abzulassen. Das wird sich auch wieder fangen, deshalb sollte man gute Titel wie IBU-tec, BASF und Meta Materials im Blickfeld haben.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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