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27.08.2021 | 05:10

BioNTech, XPhyto, Moderna – Booster für das Depot

  • Corona
Bildquelle: pixabay.com

Die Infektionszahlen steigen durch die hochansteckende Delta-Variante global und dramatisch an. Allein in Deutschland wurden laut dem RKI 12.626 Neuinfektionen und damit 4.226 Infektionen mehr als vor einer Woche vermeldet. Durch die steigende Inzidenz über den maßgeblichen Wert von 35 rückt die 3G-Regel, geimpft, genesen oder getestet, wieder verstärkt in den Vordergrund. Dadurch steigt die Nachfrage nach PCR- oder Schnelltests sprunghaft an. Den Diagnostikunternehmen wie den Vakzin-Produzenten steht ein warmer Geldregen bevor.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , MODERNA INC. DL-_0001 | US60770K1079

Inhaltsverzeichnis:


    XPhyto – Auf vielen Füßen

    Ob Restaurant, Kino oder Fitnessstudio. Nach dem Überschreiten der Inzidenz von 35 darf nur rein, wer geimpft, getestet oder genesen ist. Aktuell sind in Deutschland rund 60% oder knapp 50 Mio. Menschen vollständig geimpft. Somit ist der Bedarf nach PCR- bzw. Schnelltests weiter vorhanden und dürfte bei weiter steigenden Zahlen enorm zunehmen. Mit dem Covid-ID Lab schickt sich der biowissenschaftliche Inkubator XPhyto an, ein größeres Stück am 40 Mrd. USD großen Markt der Schnelltests abzubekommen. In Kooperation mit der 3a-diagnostics GmbH aus Stuttgart, für die XPhyto eine Option auf den Kauf für einen Preis von knapp 4 Mio. EUR besitzt, wurde ein universell einsetzbarer PCR-Test entwickelt.

    Die Zulassung erfolgte bereits im zweiten Quartal. Der Vorteil des COVID-19 RT-PCR-Testsystems "Covid-ID Lab" liegt darin, dass Ergebnisse schon nach 20 bis 25 min geliefert werden, da hier eine vorherige RNA-Extraktion als Teil der Probenvorbereitung nicht benötigt wird. Damit liegt das Produkt zwischen Einweg-Antigentests und zentralisierten automatisierten PCR-Systemen und soll vorzugsweise an Flughäfen, Apotheken oder medizinischen Versorgungseinrichtungen zum Einsatz kommen.

    Neben dem Covid-ID Lab liegt der Fokus auf Investitionen in die nächste Generation von Arzneimittelverabreichungen, Diagnostika und neuen pharmazeutischen Wirkstoffen. Das Übernahmeziel 3a-diagnostics konnte kürzlich die ersten Speichel-aktivierten Biosensor-Kandidaten für den Nachweis einer COVID-19-Infektion im Mund identifizieren und damit einen weiteren Meilenstein erzielen. Die Enzym-aktivierten Biosensoren werden entwickelt, um kostengünstige und einfache, orale Screening-Tests zum direkten und schnellen Nachweis von Infektionskrankheiten einschließlich COVID-19 zu Hause oder am Behandlungsort zu ermöglichen. XPhyto will sowohl organisch als auch durch gezielte Zukäufe weiterwachsen. Bereits jetzt schlummert durch die breite Palette an Innovationen langfristig Potenzial in der Aktie.

    BioNTech – Kurz vor Zulassung

    Durch die Decke gelaufen sind die Kurse der Impfstoffhersteller wie BioNTech oder Moderna in den letzten Monaten. Getrieben von weitesgehend positiven Meldungen, erreichten die Mainzer bei den jüngst erreichten Höchstständen einen Börsenwert von über 75 Mrd. EUR und waren an Marktkapitalisierung doppelt so teuer wie der Pharma- und Agrarriese Bayer. Trotzdem spricht das Momentum für einen weiteren Test der Allzeithochs bei 463,93 USD. Erst ein Fall unter das Niveau von 325 USD würde das Chartbild negativ einfärben. Investierte Anleger sollten deshalb ihren Stoppkurs nach oben nachziehen.

    An der Meldungsfront kann BioNTech weiter glänzen. So sollen in Zusammenarbeit mit dem US-Partner Pfizer weitere Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht werden. Eine bereits durchgeführte Phase-3-Studie ergab, dass eine Booster-Impfung mit dem Vakzin "signifikante neutralisierende Antikörpertiter" gegen das Virus aufweise. "Die neutralisierenden Sars-CoV-2-Titer gegen den Wildtyp-Stamm waren einen Monat nach der Auffrischungsdosis 3,3-mal so hoch wie die Titer nach der herkömmlichen zweiten Impfdosis", heißt es in der Mitteilung.

    Moderna – Rückruf aus Japan

    Noch explosiver als die BioNTech-Bewertung entwickelte sich die des US-Pendants Moderna. Mit 129,11 Mrd. EUR ist das Unternehmen damit wertvoller als die Pharmariesen Amgen oder Merck. Aktuell liegt der Börsenkurs bei 397 Mrd. USD, für die Analysten der Bank of America deutlich zu hoch. Laut dem Experten Geoff Meacham sei die Bewertung aufgrund der Fundamentaldaten nicht ansatzweise zu rechtfertigen. Deshalb lautet das Urteil „Underperform“ mit einem Kursziel von 115 USD.

    Schlechte Nachrichten kamen zudem aus Japan. Hier wurden 1,6 Mio. Dosen des Vakzins wegen Verunreinigungen zurückgezogen. Dabei handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme und gebe keine Bedenken in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit. Grund sind Berichte über Verunreinigungen in einigen Ampullen.


    Die vierte Welle rollt auf Deutschland zu. Die Nachfrage nach Corona-Tests steigt sprunghaft an. XPhyto ist hier ein aussichtsreicher Player am Diagnostikmarkt. Auch wenn weiterhin Phantasie bei den Impfstoffherstellern vorhanden ist, sind die Bewertungen deutlich zu hoch.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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